merken
PLUS Dresden

Dresden: Überfall mit Messer und Holzlatten

Zum Auftakt seines Prozesses in Dresden bestreitet ein 32-Jähriger fast alle Vorwürfe. Dabei deutet manches auf eine rasant wachsende Liste an Straftaten hin.

Ein 32-JÄhriger hat immer wieder bei der Polizei arbeiten lassen. Nun begann sein Prozess am Landgericht Dresden,
Ein 32-JÄhriger hat immer wieder bei der Polizei arbeiten lassen. Nun begann sein Prozess am Landgericht Dresden, © Symbolbild: Eric Weser

Dresden. Der Fall von Mohamed A. ist auf den ersten Blick ein Klassiker. Lange wurden viele Straftaten, die der Tunesier begangen haben soll, gesammelt – doch akut wurde die Sache erst, als sich die Intensität der Delikte steigerte. Seit wenigen Monaten sitzt der Mann in Haft und zum Prozessauftakt am Dienstag am Landgericht Dresden hat der Staatsanwalt sieben Anklageschriften mit A. in der Hauptrolle verlesen.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen und Umgebung
Ferientipps für Sachsen und Umgebung

Da ist sie endlich wieder, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben tolle Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus.

Der schwerste Vorwurf ist ein Raub in besonders schweren Fall. Im Juli vergangenen Jahres soll A. gemeinsam mit weiteren Tätern mehrere Südamerikaner in der Neustadt überfallen haben. Die Auseinandersetzung habe Ende Juli vergangenen Jahres nachts in einem Hauseingang an der Königsbrücker Straße stattgefunden.

Nachdem die Geschädigten die Frage nach Zigaretten verneinten seien sie von den bis zu sieben Räubern angegriffen und mit Flaschen und Holzlatten geschlagen worden. Der Angeklagte habe auf ein Opfer mit einem Messer eingestochen und ihm Geldbörse und Handy abgeknöpft. Darüber hinaus habe A. einen weiteren Mann mit Messerstichen verletzt, der den Geschädigten helfen wollte.

Schon im Juni habe er einen Mann vor einem Lokal in der Neustadt bei einem Streit um ein Handy zu Boden gerungen und ihm „oberflächliche Schnittwunden“ zugefügt. Noch in derselben Nacht habe er den Geschädigten in einer Unterkunft mit einer Axt bedroht und gesagt, er werde ihn töten, sollte er den Handydiebstahl bei der Polizei anzeigen.

Messerstiche unters Bett

Im Januar 2021 habe Mohamed einem Hausbewohner an der Alaunstraße mit der Faust aufs Auge geschlagen, weil der sich abends über Lärm beschwert hatte. Im Februar soll er seine Lebensgefährtin, sie wohnte in dem Haus, geschlagen haben. Dann habe er ein Küchenmesser geholt und damit unter dem Bett in Taschen gestochen, weil er dort eine Liebschaft vermutet habe. Er habe die Frau eingesperrt und mehrfach geschlagen, ehe sie aus ihrer eignen Wohnung flüchten konnte. Neben diesen Vorwürfen, darunter gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung, wurde A. auch mehrfach mit Drogen erwischt, mit denen er gehandelt haben soll.

Zu einer Verfahrensverständigung, die Verteidiger Henning Schneider angeregt hatte, kam es aufgrund unterschiedlicher Strafvorstellungen nicht. Das Gericht stellte A. in Aussicht, ihn im Falle eines Geständnisses zu nicht mehr als sechseinhalb Jahre zu verurteilen. Allein die Mindeststrafe für den Raub beginne bei fünf Jahren, so der Vorsitzende Richter Joachim Kubista.

Der Angeklagte räumte im Prinzip nur den Drogenbesitz ein – daran war nichts zu bestreiten. Die anderen Vorwürfe seien nicht richtig, wie er sagte. Das Gericht wird nun zahlreiche Zeuge vernehmen müssen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Mehr zum Thema Dresden