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Dresdner Heide in Gefahr: Auch junge Bäume leiden

Nach drei regenarmen Jahren haben die Dresdner Revierförster große Baumverluste. Jetzt sollen neue Methoden das Anwachsen junger Bäume erleichtern.

Revierförster Thomas Stelzig zeigt einen vertrockneten Jungbaum, der die Dürre nicht überlebt hat.
Revierförster Thomas Stelzig zeigt einen vertrockneten Jungbaum, der die Dürre nicht überlebt hat. © Christian Juppe

Dresden. Dürre, hohe Temperaturen und schließlich die Invasion des Borkenkäfers. Die vergangenen drei Jahre haben den Förstern in der Heide die Arbeit schwer gemacht.

Zwar ließen sich Mai und Juni in diesem Jahr mit regenreichen Tagen gut an, die im April gepflanzten Jungbäume hatten so gute Bedingungen zum Anwachsen.

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Doch der erhoffte verregnete Sommer blieb aus. Im Gegenteil, es wurde erneut viel zu warm und zu trocken. "Selbst im November und Dezember hatten wir viel zu wenig Niederschlag", sagt der Bühlauer Revierförster Thomas Stelzig.

Der kalte böhmische Wind der letzten Wochen tat sein Übriges, er hat den oberen Waldboden völlig ausgetrocknet. "Das halten inzwischen auch alte Bäume nicht länger aus. Erst vor wenigen Tagen mussten wir große Buchen an der Radeberger Straße fällen, weil von ihnen große Äste abgebrochen und auf die Straße gefallen sind", sagt Stelzig.

Auch die jungen Bäume leiden

Noch nie mussten seine Waldarbeiter so viele Bäume fällen wie in den vergangenen zwei Jahren. Vor allem Fichten, deren flache Wurzeln kein Wasser mehr fanden.

Die geschwächten Bäume waren leichte Beute für den Borkenkäfer, der sich der warmen, trockenen Luft und dem großen Nahrungsangebot massenhaft vermehrte. Winter mit hohen Minusgraden blieben aus. Wieder ein Pluspunkt für den zerstörerischen Käfer.

Auch junge Bäume leider darunter, dass sie keinen Schutz mehr von den hohen Fichten haben. In den Flächen, die aufgeforstet wurden, gibt es auch deshalb Ausfälle.

"Für uns ist das schon eine bedrückende Situation zu sehen, wie sich der Wald verändert und wie relativ machtlos wir dabei zusehen müssen" sagt Förster Stelzig. Selbst bei den Weihnachtsbäumen, die im Sommer mit Brunnenwasser beregnet werden, gibt es Ausfälle. In zwei Jahren könnten die Exemplare aus der Heide deshalb knapp werden.

In der Bühlauer Forstbaumschule stehen Weihnachtsbäume in Reih und Glied. Doch viele haben bereits Schäden, teilweise fehlt der Maiwuchs.
In der Bühlauer Forstbaumschule stehen Weihnachtsbäume in Reih und Glied. Doch viele haben bereits Schäden, teilweise fehlt der Maiwuchs. © Christian Juppe

Doch die Mitarbeiter von Sachsenforst versuchen alles, um auf den Klimawandel zu reagieren. Nicht nur mit neuen Baumarten, die verstärkt gepflanzt werden wie die Lärche oder hitzeverträgliche Weißtanne. Nach wie vor kommen aber auch junge Eichen, Buchen und Kiefern in die Erde, wie diesen Herbst.

Im Forstrevier Bühlau war jetzt wieder eine Maschine unterwegs, die im Waldboden etwa einen halben Meter tiefe Rillen zieht.

"Die Erde setzt sich dann rund ein viertel Jahr und wir pflanzen dann im April Jungbäume in die Rillen. Nach bisherigen Erfahrungen wachsen die dort sehr gut an. Sonst sind wir nicht so tief gekommen und in der Grasschicht hatten die kleinen Pflanzen oft zu wenig Wasser", sagt Stelzig.

Revierförster hofft auf den Schnee

Natürlich kostet der Einsatz dieser Maschine Geld. Ebenso wie der Bau von Zäunen, die frisch gepflanzte Bäume vor hungrigen Rehen und Wildschweinen schützen soll.

"Eigentlich möchten wir auch keine Zäune im Wald, die das Wild in seiner Bewegungsfreiheit einschränken", sagt der Revierförster. Doch er musste dieses Jahr erleben, wie die Wildschweine junge Eichen rausgezogen hatten, weil ihnen die Wurzeln gut schmeckten. "Es geht nicht ohne Schutz."

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Nach wie vor ist Thomas Stelzig optimistisch, dass dieser Winter noch viel Schnee bringt und darauf ein verregnetes Frühjahr folgt. Für die Heide wäre dies dringend nötig.

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