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Abriss am Kaufpark Nickern hat begonnen

Einkaufszentrum-Investor Kurt Krieger hofft, dass er im Sommer mit dem Neubau des ersten Abschnittes beginnen kann. Die Tankstelle schließt schon eher.

Von Kay Haufe
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Ein gigantischer Bagger reißt jetzt den alten Baumarkt im Kaufpark Nickern ab.
Ein gigantischer Bagger reißt jetzt den alten Baumarkt im Kaufpark Nickern ab. © Sven Ellger

Dresden. Mit einem riesigen Greifarm fährt der Bagger in die Fassade des alten Baumarktes im Kaufpark Nickern. Krachend fallen große Teile herab. Der Abriss des Prohliser Einkaufszentrum hat begonnen. Auch dem benachbarten Sconto-Markt, der noch bis zum 31. Dezember 2021 geöffnet war, geht es an den Kragen. In zwei, spätestens drei Monaten soll von den beiden Gebäuden nichts mehr zu sehen sein, sagt Andreas Uhlig, der für Investor Kurt Krieger die Arbeiten in Dresden koordiniert.

Bevor der Bagger am Montag mit seinen Arbeiten begonnen hat, wurden die beiden Verkaufshallen bereits im Innern entkernt. Als nächstes sollen die Tankstelle und das marode Parkhaus abgerissen werden. "Bis zum 31. März kann noch getankt werden, dann ist Schluss", erklärt Uhlig. Wenn im April alle Gebäude entfernt sind, sollen die Erdarbeiten für die Baugrube des ersten Abschnittes des Kaufpark-Neubaus starten. Im Sommer, so hofft Uhlig, gibt es einen Satzungsbeschluss im Bebauungsplanverfahren und somit Baurecht.

Veränderte Liefereinfahrt rettet Bäume

Er ist optimistisch, den eng gestrickten Zeitplan zu halten. "Bei der öffentlichen Beteiligung sind keine Einwendungen aufgetaucht, mit denen wir nicht umgehen könnten." Dafür mussten Krieger und sein Team bereits im Vorfeld auf zahlreiche Forderungen der Stadt und der Stadträte eingehen. So wurde um jeden Baum gefeilscht, der gefällt werden sollte. Für das Projekt müssen nach Investorenangaben 178 Bäume gefällt werden, 40 könnten gesichert und 271 neu gepflanzt werden.

"Wir haben jetzt auch die Liefereinfahrt verändert. Sie führt jetzt nicht mehr von der Dohnaer Straße ins Einkaufszentrum, sondern hinterm Fahrrad-XXL an der Michaelisstraße. Somit können alle Bäume an der Dohnaer Straße erhalten werden", sagt Andreas Uhlig.

Auch in puncto Nachhaltigkeit hat Krieger nachgebessert. So wird es begrünte Dächer und Fassaden geben, die mit aufgefangenem Regenwasser bewässert werden. Es gibt rund 13.000 Quadratmeter Fotovoltaikanlagen, zudem sollen die Fassaden in Holz-Hybridbauweise entstehen. Statt zunächst nur 88 soll es nun 330 Fahrradstellplätze geben, die Zahl der Autoparkplätze wurde auf 1.750 reduziert.

"Die Stadt und wir sind vor allem in Umweltfragen sehr aufeinander zugegangen. Das Ergebnis ist gut", schätzt Uhlig ein.

Zeitplan steht weiter auf Weihnachten 2024

Nach seinen Planungen wird im Sommer mit dem Neubau des ersten Kaufpark- Abschnittes begonnen. Zu Weihnachten 2024 soll alles fertig sein. Die Stadt bestätigt die bisherigen Abrissgenehmigungen. "Der Kaufpark wird während des Umbaus nie ganz geschlossen sein. Kaufland wird so umziehen, dass er Samstagabend schließt und Montagmorgen wieder öffnet. Dasselbe trifft auf Mediamarkt und etwa ein Drittel der Geschäfte zu", hatte Uhlig im Herbst erklärt.

So soll der neue Kaufpark aussehen.
So soll der neue Kaufpark aussehen. © Visualisierung: Krieger Liegenschaften

Geplant ist, drei neue Gebäude zu errichten. In das erste, links vom Eingang an der Dohnaer Straße, sollen im Erdgeschoss eine Bäckerei mit angeschlossenem Café und eine Apotheke einziehen, in den zwei darüberliegenden Geschossen ein Kinderland.

Im zweiten Gebäude rechts vom Eingang sollen TK Maxx und H&M die Ankermieter sein, deren Flächen über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss verlaufen. In den oberen Stockwerken sind ein Fitnessstudio, ein Ärztehaus und weitere Büros vorgesehen. In der Mitte wird es eine Mall mit einer großen Gastronomie-Landschaft geben. Kaufland und Media-Markt werden wieder als Anbieter dabei sein. Entstehen wird auch ein Penthouse für Veranstaltungen der Prohliser, das vom Centermanagement mitbetreut wird.

Bedenken der Innenstadthändler

Nach den Angaben des Bauherren sollen mit etwa 300 Millionen Euro rund 37.000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Dies beunruhigt vor allem Innenstadthändler, die durch den neuen Kaufpark negative Auswirkungen für ihre Geschäfte befürchten. Bis zuletzt hatte Citymanagerin Friederike Wachtel um eine Verkleinerung der Verkaufsfläche für innenstadtrelevante Sortimente gekämpft.

Doch ein von den Stadträten gefordertes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass die geplante Neustrukturierung des Kaufparks keine schädlichen Folgen im Sinne einer Funktionsstörung der zentralen Versorgungsbereiche zur Folge hat. Dies gelte insbesondere für die Dresdner Innenstadt, deren Position als kräftigster und attraktivster Einzelhandelsstandort der gesamten Region mittel- bis langfristig nicht gefährdet sei.