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Wie fahrradfreundlich ist Dresden?

Noch bis Ende November können Interessierte an der Umfrage des ADFC teilnehmen und Mängel an Dresdens Radwege-Infrastruktur aufzeigen.

Mit einer Demo haben Radfahrer im Juni auf der Hüblerstraße in Dresden sichere Radwege gefordert.
Mit einer Demo haben Radfahrer im Juni auf der Hüblerstraße in Dresden sichere Radwege gefordert. © Christian Juppe

Dresden. Alle zwei Jahre fragt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), wie zufrieden die Einwohner von Städten und Gemeinden mit dem Angebot an Radwegen in ihrem Ort sind. Noch bis 30. November können sich auch die Dresdner am Fahrradklima-Test beteiligen.

Die weltweit größte Befragung zum Radfahren findet nun schon zum neunten Mal statt. Mitmachen können alle, die in ihrem Alltag das Fahrrad nutzen, ob auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder nur gelegentlich. Bisher haben sich 2.155 Dresdner seit Beginn der Umfrage am 1. September beteiligt. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt 2.803.

Die Untersuchung umfasst 32 Fragen. Im Mittelpunkt der Befragung steht das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden sowie die Radwege in der Stadt. Fünf der Fragen zielen auf die besondere Corona-Situation in diesem Jahr ab: In vielen Städten – auch in Dresden – ist die Nutzung des Fahrrads durch die Decke gegangen.

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Gefahrenstellen in Dresdens Radwegenetz aufdecken

"Der Fahrradklima-Test ermöglicht es jedem, sein Feedback an die Planer in den Ämtern der Stadt, den jeweiligen Baubürgermeister und natürlich auch an die Verkehrspolitiker auf Landesebene zu geben", erklärt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "In den letzten Jahren konnten wir damit viele Gefahrenstellen im Radwegenetz der Landeshauptstadt aufdecken."

Je mehr Radfahrer am Test teilnehmen, desto besser ließen sich konkrete Aussagen über Mängel und Verbesserungen im Radwegenetz treffen. Die Ergebnisse seien deshalb der Gradmesser für die Fahrradfreundlichkeit und sowohl für den ADFC als auch für Bürgermeister, Stadträte und Verkehrsplaner ein Anhaltspunkt, wo eine Kommune aktiv werden muss, um die Bedingungen des Radverkehrs zu verbessern.

"Manchmal ist bei Planern und Kommunalpolitikern der Blick etwas verstellt, an welcher Stelle es beim Radverkehr gerade klemmt. In der Vergangenheit hat der Fahrradklima-Test hier immer wieder für Klarheit gesorgt", sagt Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden. "Durch unsere Untersuchung treten die Städte miteinander in einen Wettbewerb. Das bewirkt manchmal kleine Wunder."

ADAC hat ebenfalls Schwächen aufgezeigt

Auch der Deutsche Automobilclub ADAC hat erst Mitte Oktober zehn Dresdner Radrouten mit einer Gesamtlänge von 49,3 Kilometern getestet. Das Ergebnis: Etwa 60 Prozent der geprüften Radwege sind schmaler als die festgelegten Regelbreiten, lediglich acht Prozent sind dazu schmaler als die geforderten Radwegemindestbreiten für Fahrradstreifen. 17 Prozent der Radwege entsprechen den Regelbreiten und weitere 17 Prozent sind sogar breiter als diese. Gemeinsam mit Dresden erreichten die Städte Bremen, Erfurt, München, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden das Testurteil "ausreichend". Weitere Informationen zum Test sind auf der Website des ADAC zu finden.

So funktioniert der Fahrradklima-Test

Der Online-Fragebogen kann mit dem PC, dem Tablet oder auf dem Smartphone auf fahrradklima-test.de ausgefüllt werden. Zudem gibt es den Fahrradklima-Test auch als klassischen Papierfragebogen, der beim ADFC bestellt und ausgefüllt eingeschickt werden kann.

Die 32 Fragen lassen sich in etwa zehn Minuten beantworten, sagt der ADFC. Falls eine Frage auf die eigene Gemeinde nicht zutrifft – etwa, weil es keine Einbahnstraßen oder keine Ampeln gibt – können einzelne Fragen auch unbeantwortet bleiben. Auch die Bewertung mehrerer Städte ist gewünscht, insofern man eine gute Ortskenntnis besitzt.

Am Ende der Umfrage ist Platz für Anmerkungen und Hinweise zu lokalen Problemen, die nach Abschluss des Projekts an die zuständige Stadtverwaltung und den örtlichen ADFC weitergeleitet werden. Detaillierte Teilnahmezahlen aller deutschen Städte findet man unter fahrradklima-test.adfc.de/info-service.

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Der Fahrradklima-Test ist der weltweit größte Zufriedenheitsindex zum Radverkehr. Seit 2012 organisiert der ADFC die Studie im Abstand von zwei Jahren. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie sicher sich die Menschen in einer Stadt auf dem Fahrrad fühlen und wo Mängel im Radwegenetz bestehen. Beim jüngsten Durchgang des Fahrradklima-Tests 2018 haben in Sachsen 10.000 Menschen den Fragebogen ausgefüllt. 43 sächsische Städte kamen in die Endauswertung. Insgesamt sind beim ADFC über 170.000 ausgefüllte Fragebögen eingegangen.

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