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Dixieland-Chef und Frau finden Lockdown "herrlich"

Der Dresdner Dixie-Chef Joachim Schlese und seine Frau Carmen haben seit Monaten Corona-Auszeit. Doch eigentlich genießen sie das so richtig, verraten jetzt beide.

Das neueste Werk aus Joachim Schleses privatem Atelier: Das Bild hat er seiner Frau Carmen gemalt.
Das neueste Werk aus Joachim Schleses privatem Atelier: Das Bild hat er seiner Frau Carmen gemalt. © privat

Dresden. Es war ein harter Schlag, als im Frühjahr des vergangenen Jahres klar wurde: Ausgerechnet das 50. Dixielandfestival kann nicht stattfinden.

Das Programm für das Jubiläum hatte bereits gestanden, unzählige Gäste waren angekündigt. Doch Großveranstaltungen wie dieses blieben unmöglich.

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Es stünde nicht Joachim Schlese hinter dem Festival und hinter ihm seine Frau Carmen, wenn diese notgedrungene Absage kein Gutes hätte.

Beide gehören zum Charakterschlag Frohnatur und machen aus jeder Situation immer nur das Beste. "Dann gibt es die Feier zum halben Dixie-Jahrhundert eben 2021", sagten sie.

Ähnlich hielten sie es mit ihrem 15 Hochzeitstag, den sie ebenso wenig feiern konnten. Doch aus ihrer kristallenen Hochzeit, die ganz großes Kino werden sollte, zauberte das Paar kurzerhand einen Grillabend für Zwei.

Die lauen Nächte des Sommers sind lange her. Mitten im kniehohen Schnee kann man sich daran kaum noch erinnern.

Der Lockdown dauert für Veranstalter und Künstler wie die Schleses nun schon ein Jahr, und die Wetterlage fährt das ohnehin still gewordene Leben noch weiter herunter.

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"Aber wir finden es herrlich", freut sich Carmen. Nie zuvor hatten die beiden so viel Zeit füreinander wie jetzt. "Wir genießen die Zweisamkeit, verhalten uns wegen Corona sehr vorsichtig, finden das aber gar nicht so schlimm."

Jeden Tag kochen sie gemeinsam und probieren viele neue Rezepte aus. Lange Spaziergänge erden nach jahrzehntelangem Trubel im Unterhaltungsgeschäft.

Zu Weihnachten haben sich die beiden einen Schallplattenspieler geschenkt und jede Menge Platten dazu.

Jeden Tag Handstand und Liegestütze

Joachim Schleses absoluter Favorit: Nat King Cole. Dinge zu tun, die sie sonst viel zu lange auf irgendein Später verschoben haben, das gehört zu ihren festen Vorhaben, seit Corona dazu zwingt, sich selbst und die Welt stärker zu hinterfragen.

Die Wochen ohne berufliche Herausforderung hat Carmen Schlese für ihr Studium genutzt. "Das habe ich schon vor einer ganzen Weile begonnen und nun endlich zu Ende gebracht - mit Note 1!"

Ein langes, anstrengendes Studieren sei das gewesen, gibt sie zu. Sportmedizin drückt man nicht einfach nebenbei ab. Umso besser, das Corona ihr nun Ruhe und Zeit beschert habe, um fleißig zu lernen.

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"Wir machen zusammen Sport und halten uns fit", erzählt die 46-Jährige. Handstände und Liegestütze gehören zum Tagesprogramm der studierten Artistin.

"Früher konnte ich nur fünf, inzwischen packe ich zehn einarmige Liegestütze." Auf keinen Fall will sie ihre Fitness verlieren. Denn so schön die Auszeit auch ist - es wird ein Leben nach dem Lockdown geben.

Joachim Schlese, der schon immer seinen Ausgleich beim Malen gesucht hat, findet jetzt ausreichend Zeit und Muse für sein Hobby. Gerade hat er seiner Carmen ein neues Öl-Bild gemalt: Winterlandschaft mit alter Scheune und Sonnenuntergang. Es zeugt von tiefer Besinnlichkeit.

Und ganz im Stillen feilt er natürlich am nachzuholende Dixie-Jubiläum. Es soll vom 16. bis zum 23. Mai Musik und Internationalität in die Stadt bringen. Bleibt zu hoffen, dass es der 80-Jährige dann zur Freude aller Fans wirklich krachen lassen kann. Falls jedoch nicht, dann wird ihm ganz sicher etwas Neues einfallen.

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