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Wird auf der Augustusbrücke eine Kuhle gebaut?

Dresdens älteste Brücke soll nach der Sanierung im Dezember wieder öffnen. Mancher Passant wundert sich über die Arbeiten.

Von Kay Haufe
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Hier ist die Kuhle auf der Augustusbrücke in Richtung Neustädter Markt gut erkennbar.
Hier ist die Kuhle auf der Augustusbrücke in Richtung Neustädter Markt gut erkennbar. © Christian Juppe

Dresden. Sepp Jagiella kommt häufig an der Baustelle Augustusbrücke vorbei. Regelmäßig führt ihn sein Weg über die Brücke in die Altstadt. Vor wenigen Tagen hat er dabei etwas entdeckt, was ihn zunächst sprachlos zurückließ. Es sei eine Kuhle entstanden zwischen dem letzten Abschnitt von der Brücke zum Anschluss an die Köpcke- und Große Meißner Straße. "Die Straßenbahnen müssen künftig in eine Senke und wieder hochfahren", sagt der promovierte Maschinenbauingenieur und hält das für einen Schildbürgerstreich. "Da wird fünf Jahre an der Brücke gebaut und dann entsteht so etwas!"

Dass sich Sepp Jagiella mit der Kuhle keinesfalls "verguckt" hat, bestätigt das Straßen- und Tiefbauamt der Stadt. "Das ist planmäßig und resultiert aus der neu angelegten Haltestelle vor dem Blockhaus", erklärt eine Sprecherin der Stadt. Doch was genau heißt in dem Zusammenhang planmäßig? Das klingt verwirrend.

Eine Erklärung hält der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe bereit. "Tatsächlich gab es am Übergang von der Brückenfahrbahn zur Straße schon immer eine Senke. Jetzt ist sie allerdings etwas länger geworden", sagt Falk Lösch. Das resultiere aus der neuen Haltestelle am Blockhaus, die im Zuge der Sanierung ein Stück weiter nordwärts verlegt und barrierefrei ausgebaut wird. An sie kann die Fahrbahn dann problemlos anschließen. "Diese Bauweise ist also genau so gewollt", sagt Lösch. Die Straßenbahnen hätten später kein Problem, über die Senke zu fahren.

Für Sepp Jagiella ist das keine einleuchtende Begründung. "Man hätte die Haltestelle doch auch ohne die Kuhle bauen und den Anschluss an die Straße gewährleisten können." Diese Argumentation überzeuge ihn nicht.

Im Dezember sollen die Arbeiten an der Augustusbrücke abgeschlossen sein und wieder Straßenbahnen darüber fahren können. Geplant war eigentlich, dass die Fahrbahnen für Fußgänger und Radfahrer schon ab Mitte September wieder freigegeben werden können. Doch der Termin ist längst verstrichen. Zumindest die Gehwege sind inzwischen wieder in voller Breite nutzbar. Fußgänger müssen sie sich aber noch mit den Radfahrern teilen, bis diese auf den Fahrbahnen fahren können.

Immer wieder hat es an dieser Nutzungskombination Kritik gegeben. Regelmäßig kommt es auf den Gehwegen zu gefährlichen Situationen. Eine Führung von Fuß- und Radverkehr auf jeweils einem der Gehwege, wie ihn CDU-Stadtrat Veit Böhm vorgeschlagen hat, lehnt die Stadt aber ab. Dies sei nicht umsetz- und kontrollierbar.