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Hebammenförderung in Dresden wackelt

In der Stadt werden jährlich Tausende Babys geboren. Doch nun steht die Förderung für die Geburtshelferinnen auf der Kippe.

Für eine gute und sichere Geburt ist eine Hebamme nötig.
Für eine gute und sichere Geburt ist eine Hebamme nötig. © Caroline Seidel/dpa

Dresden. Dresden kämpft seit Jahren mit Leipzig um den Titel Geburtenhauptstadt in Deutschland, jedes Jahr kommen Tausende kleine Dresdner zu Welt. Für eine gute und sichere Geburt ist eine Hebamme nötig.

Doch die Hebammen kämpfen seit Jahren mit der Erhöhung ihrer Haftpflichtversicherung, die sie dringend brauchen für die Berufsausübung. Seit November 2018 bietet die Stadt Dresden nun eine finanzielle Förderung der Wochenbettbetreuung, von Hausgeburten, Beleggeburten und Entbindungen im Geburtshaus an. Das städtische Förderprogramm wurde seitdem von Hebammen viel genutzt, bis zu 200.000 Euro stehen pro Jahr zur Verfügung. 

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Nun steht das Förderprogramm in Teilen auf der Kippe: Im Haushaltsentwurf von Oberbürgermeister Dirk Hilbert sind die 200.000 Euro bislang nicht enthalten, so SPD-Stadtrat Vincent Drews. "Die Förderung für Hebammen und Entbindungspfleger ist und bleibt wichtig. Doch die schwierige Situation mit hohen Versicherungsprämien und einer enormen Arbeitsbelastung bei mangelnder Wertschätzung bleibt. Deswegen muss aus Sicht der SPD-Fraktion auch die Förderung bleiben. Wir werden uns in den Verhandlungen dafür einsetzen, dass die nötigen 200.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen", sagt Drews.

Für die Hebammen macht das Programm den Unterschied

"Für den städtischen Haushalt sind 200.000 Euro keine besonders große Summe", sagt Peggy Schkade, Vorsitzende vom Dresdner Hebammen-Verein Gut ins Leben. Aber für die Hebammen mache das Programm den Unterschied, ob sie die steigenden Kosten finanzieren können oder ob das Angebot der Hebammenbetreuung immer weiter zusammenschmilzt. "Wir sind nun darauf angewiesen, dass sich im Stadtrat eine Mehrheit findet." Der von Eltern initiierte Verein setzt sich seit drei Jahren für den Erhalt der Hebammenbetreuung bei Geburtsvorbereitung, Geburts- und Wochenbettbegleitung ein.

Antragsberechtigt für das Förderprogramm sind Hebammen und Entbindungspfleger, die ihre selbstständige Tätigkeit beim Gesundheitsamt angemeldet haben und eine Wöchnerin oder ein Neugeborenes mit Hauptwohnsitz in Dresden betreuen. Gefördert werden kann die Betreuung einer Frau im Wochenbett mit je 30 Euro, die Geburtshilfe in einem Geburtshaus oder in einer Praxis mit 100 Euro und die Geburtshilfe während einer Hausgeburt oder als Beleggeburt mit 200 Euro.

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