SZ + Dresden
Merken

Dresdner Hope-Award für einen Lebensretter

Der Kinderarzt Mark Cotton aus Südafrika hat die Behandlung von Babys mit HIV durchgesetzt – gegen größte Widerstände. Dafür wird er am Sonnabend geehrt.

Von Nadja Laske
 2 Min.
Teilen
Folgen
Einer der größten Erfolge des Kinderarztes Mark Cotton ist, dass heute nur noch ein bis zwei Prozent der Babys mit HIV-positiven Müttern infiziert zur Welt kommen.
Einer der größten Erfolge des Kinderarztes Mark Cotton ist, dass heute nur noch ein bis zwei Prozent der Babys mit HIV-positiven Müttern infiziert zur Welt kommen. © Christian Juppe

Dresden. Dass infrage gestellt wird, Menschen, und vor allem Kinder, medizinisch zu versorgen, wenn sie eine todbringende Krankheit ins sich tragen, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar. Doch Professor Mark Cotton hat es erlebt. Als der südafrikanische Kinderarzt vor 20 Jahren begann, HIV-infizierte Mütter und ihre Babys zu versorgen, wurde die Existenz des tödlichen Virus noch von vielen Seiten geleugnet. Selbst die Regierung seines Landes kämpfte mit sämtlichen juristischen Mitteln gegen die Medizin und Wissenschaft an.

"Mit einer unerschütterlichen Sturheit hat Mark Cotton die Forschung vorangetrieben und bewiesen, dass es möglich ist, Kinder gesund zur Welt kommen zu lassen, auch wenn ihre Mütter infiziert sind", sagt Stefan Hippler. Der katholische Pfarrer hat vor genau 20 Jahren das Anti-Aids-Projekt "Hope Cape Town" gegründet, unterstützt damit betroffene Menschen, die Forschung und die Aufklärung in Sachen Aids.

"Er ist ein echter Held des Alltages"

Preisträger Mark Cotton (M.) mit Pfarrer Stefan Hippler und Gala-Initiatorin Viola Klein
Preisträger Mark Cotton (M.) mit Pfarrer Stefan Hippler und Gala-Initiatorin Viola Klein © Christian Juppe

Damals wie heute sei ein medizinisches Thema zum Politikum gemacht worden, zieht er eine Parallele zu Covid. Doch die Wissenschaft hat sich durchgesetzt. Obwohl politische Entscheider es anders wollten, sei Professor Cotton zum Retter Hunderter Leben geworden. "Er ist ein echter Held des Alltages", so Hippler.

Für dieses Engagement erhält der Mediziner an diesem Sonnabend im Rahmen des Hope-Charity-Dinners den Hope-Award. Eigentlich wird der Preis im Rahmen der Hope-Gala überreicht. Die kann jedoch coronabedingt nicht stattfinden, sodass die Initiatorin Viola Klein und ihre Mitstreiter nun im kleinen Zirkel Spenden für das Hope-Projekt in Kapstadt sammeln. Denn die Krankenversorgung vor Ort ist trotz der Pandemie fortgesetzt worden und braucht entsprechende Finanzierung.

Mark Cotton hat in seiner Heimat und in den USA studiert und sich auf Infektionskrankheiten bei Kindern spezialisiert. In Südafrika sei ein Drittel der schwangeren Frauen HIV-positiv. Daran habe sich seit 15 Jahren nichts geändert. Zum Guten verändert habe sich jedoch, dass diese Babys inzwischen eine gute Chance haben, gesund groß zu werden. Dafür sorgen ein engmaschiges Testsystem und die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten.

Der Kampf gegen Aids beginnt jedoch viel früher. Deshalb nehmen einen bedeutenden Teil der Arbeit des Hope-Projektes die Aufklärung der Jugend und die Förderung von Frauen und jungen Familien ein. Spenden dafür sind jederzeit möglich und helfen Menschen wie Professor Cotton dabei, Leben zu retten.

www.hopegala.de