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Hotspot für Krebsforschung und Therapie in Dresden

Dresden hat mit dem neuen Nationalen Tumorzentrum an der Uniklinik die bundesweit modernsten Analyse- und Behandlungsmethoden.

Eine Spezialbrille ermöglicht es Operateuren, während des chirurgischen Eingriffes Bilder aus vorherigen Untersuchungen abzugleichen.
Eine Spezialbrille ermöglicht es Operateuren, während des chirurgischen Eingriffes Bilder aus vorherigen Untersuchungen abzugleichen. © [email protected]

Dresden. Es hat mehr mit Wissenschaft zu tun, als auf den ersten Blick zu vermuten ist: das vierblättrige Kleeblatt im nigelnagelneuen Gebäude des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen auf dem Gelände der Dresdner Uniklinik. Als stilistisches Element begegnet es den Patienten und ihren Angehörigen künftig in fast allen Räumen und dürfte als Glücksbringer etwas Aufbauendes haben.

Und Glück braucht, wer die schockierende Diagnose Krebs erhalten hat. Nicht, weil Therapie und vielleicht Heilung vom Aberglauben abhängen. Sondern weil neben der medizinischen Behandlung viele weitere Faktoren eine wichtige Rolle für das Befinden der Betroffenen spielen. Die seelische Stabilität beispielsweise.

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Das Kleeblatt ist zudem Symbol für das höchst wissenschaftliche Herangehen an eine der bedrohlichsten Krankheiten. "Rund vier Millionen Deutsche leben derzeit mit einer Krebserkrankung. Etwa 500.000 Menschen kommen pro Jahr dazu", sagte Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums, am Montag im Rahmen der Eröffnung des neuen Forschungs- und Behandlungshotspots. Seine Forschungseinrichtung ist neben dem Universitätsklinikum, der TU Dresden und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf Träger des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT).

Dessen zentrale Räume sind in Form eines vierblättrigen Kleeblattes angeordnet und auf diese Weise optimal miteinander verbunden. Im Zentrum befindet sich eine derzeit bundesweit einzigartige Forschungsplattform mit dem sogenannte Experimental-OP. Dort arbeiten Spezialisten mit modernsten Techniken in molekularen und zellbiologischen Laboren. Ziel ist es, die bildgebenden Verfahren bei der Untersuchung von Tumoren und Metastasen so aufzuarbeiten, dass Operateure noch besser krankes von gesundem Gewebe unterscheiden und während der Operation analysieren können. 

Rund 200 neue Stellen

Dafür vernetzen die Experten aus Medizin und Informatik Instrumente und Geräte digital. Parallel dazu sammeln sie Daten und werten sie aus, um mehr darüber zu erfahren, wie sich Tumore in Entstehung und Wachstum beeinflussen lassen. Dafür schließen sie einen Großteil der Patienten in wissenschaftliche Studien ein. Auf diese Weise sollen neueste Erkenntnisse schneller als bisher den Erkrankten zugutekommen - im Sinne einer so genannten personalisierten, also konkret auf den Patienten zugeschnittenen Therapie.

Drei Jahre lang wurde planmäßig an dem neuen Krebszentrum gebaut. Mit 22 Millionen Euro vom Freistaat sei es finanziell im Rahmen des vorgesehenen Budgets geblieben, sagte Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. Auch die oberste Etage des Gebäudes ist inzwischen finanziert. Sie wurde in der Planung nachträglich ergänzt und dank Spenden ermöglicht. Dort wird ein innovatives Labor in Form einer Denkfabrik entstehen, in der verschiedene Arbeitsgruppen in den Bereichen digitale Technologien und Datenwissenschaften zusammenwirken. 

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Insgesamt rund 500 Mitarbeiten arbeiten künftig im neuen Krebszentrum. Etwa 200 Stellen entstehen neu. Zur feierlichen Eröffnung waren Vertreter der Trägerinstitutionen und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretzschmer gekommen. Er sicherte die stete Unterstützung des Spitzenstandortes Dresden in der Krebsforschung und Krebsmedizin seitens des Landes zu. Außerdem hat die Bundesregierung den Kampf gegen Krebs zur nationalen Aufgabe gemacht, sagte Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. In den nächsten Jahren sollen vier weitere Nationale Tumorzentren entstehen. Dresden sei dafür zukunftsweisend.   

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