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Dresden nimmt weitere Afghanistan-Geflüchtete auf

Eine Familie war im August aufgenommen worden. Nun werden weitere Afghanen in Dresden untergebracht. Sie werden in städtischen Wohnungen leben.

Tausende Afghanen hatte die Bundeswehr im August aus Kabul ausgeflogen. Einige wenige kommen in Dresden unter.
Tausende Afghanen hatte die Bundeswehr im August aus Kabul ausgeflogen. Einige wenige kommen in Dresden unter. © Bundeswehr (Archiv)

Dresden. Mit Evakuierungsflügen der Bundeswehr sind im August 5.347 Menschen Menschen aus Kabul ausgeflogen worden, darunter mehr als 4.000 Afghanen. viele von ihnen waren der Bundeswehr in den vergangenen Jahren behilflich. Dresden nimmt nun einige von ihnen auf.

Sind bereits Ortskräfte in Dresden angekommen?

An diesem Donnerstag wird die Ankunft weiterer fünf afghanischer Ortskräfte erwartet, so das Sozialamt am Mittwoch auf SZ-Anfrage mitteilte. Sie sollen in Wohnungen der Stadt untergebracht werden.

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In Dresden wurde bereits Anfang des Monats eine fünfköpfige Familie aufgenommen. "Die Familie wurde in einer Gewährleistungswohnung der Stadt untergebracht, die ihnen bis zur erfolgreichen Anmietung einer eigenen Wohnung zur Verfügung gestellt wird", so die Stadt.

Laut Landesdirektion müssen afghanische Ortskräfte der Bundeswehr und deren Angehörige nicht das Asylverfahren durchlaufen. "Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen, vorerst befristet für drei Jahre – ausgestellt durch den Bund", so Sprecher Holm Felber.

Wie viel Platz für Flüchtlinge hat Dresden aktuell?

Ende Juli waren in den Wohnungen für Geflüchtete der Stadt 159 Plätze frei, in Heimen 79. Das sind zusammen 238 Plätze, so das Sozialamt. Doch drei Übergangswohnheime müssen Ende September aufgegeben werden: die Einrichtungen an der Gustav-Hartmann-Straße 4 mit 94 Plätzen, an der Trachauer Straße 9 mit 54 Plätzen und an der Großenhainer Straße 92 mit 49 Plätzen. Dadurch verringert sich die Kapazität um insgesamt 197 Plätze. Rechnerisch verbleiben 41 belegbare Plätze.

"Die Stadt wird das kostenintensive Objekt auf der Gustav-Hartmann-Straße abmieten, nicht zuletzt auch wegen der fehlenden Möglichkeit zur Selbstversorgung im Hinblick auf die Zubereitung von Speisen", so die Stadt. Bei der Trachauer Straße habe der Eigentümer gekündigt. Eine Neuanmietung von Heimen sei derzeit nicht geplant.

Die Stadt will aber die zuletzt zur Unterbringung von wohnungslosen Menschen genutzte Einrichtung auf der Bauhofstraße für Geflüchtete nutzen.

In Dresden gibt es insgesamt 588 Wohnungen zur Unterbringung von Geflüchteten und 697 Plätze in Wohnheimen.

Sind die Erstaufnahmeeinrichtungen vorbereitet?

Die Landesdirektion hatte Anfang September betont, der Freistaat Sachsen treffe Vorsorge für die Aufnahme auch bei steigenden Zugangszahlen. "Über die Anzahl der Personen, die der Freistaat Sachsen aus den jüngst zurückliegenden Evakuierungsmaßnahmen aufnehmen wird, liegen uns momentan noch keine Angaben vor", so Sprecher Ingolf Ulrich.

Wie viele Geflüchtete sind 2021 schon nach Dresden gekommen?

Bis zum 31. Juli dieses Jahr sind bereits 1.102 Geflüchtete in den Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen aufgenommen worden. Viele von ihnen sind im Anschluss aber nicht nach Dresden gekommen.

So sind der Stadt bis Juni dieses Jahres 313 Menschen zugewiesen worden. 2020 waren es 515 Personen, im Jahr davor 703. Die meisten Geflüchteten kamen aus der Russischen Föderation, aus Afghanistan, Irak und Syrien. Insgesamt bringt Dresden gerade 2.315 Geflüchtete unter. Davon befinden sich 1.770 Personen in Wohnungen und 545 Menschen in Wohnheimen.

Aktuell liegt Dresden genau im Budget, das für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge zur Verfügung steht. Laut Sozialamt wurden 2021 bis Juni sieben Millionen Euro ausgegeben, das Gesamtbudget für dieses Jahr liegt bei 16,5 Millionen Euro.

Was fordern Flüchtlingsinitiativen?

Zora Ruhla von der Initiative Seebrücke Dresden betonte, Deutschland habe die Kapazitäten, umgehend hilfsbedürftige Menschen aus Afghanistan zu evakuieren. "Über 250 Städte und Kommunen haben sich zum 'Sicheren Hafen' erklärt und somit für eine sofortige Aufnahme geflüchteter Personen ausgesprochen. Auch wir haben Platz", sagt sie.

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