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Das wünschen wir uns für 2022

Sechs Dresdner, die im vergangenen Jahr besonders viele Herausforderungen zu meistern hatten, verraten ihre Wünsche für 2022.

Von Kay Haufe & Julia Vollmer
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Sechs Dresdner - sechs Wünsche für 2022
Sechs Dresdner - sechs Wünsche für 2022 © Montage: SZ

Dresden. Homeschooling, geschlossene, Restaurants, immer neue Corona-Regeln. Das Jahr 2021 war kein einfaches. Für einige Berufsgruppen sogar das schwerste überhaupt. Kein Wunder, dass sie sich vom neuen Jahr nur Gutes erwarten. Sechs Dresdner - sechs Wünsche.

Lehrerin Nadine Hofmann

Nadine Hofmann ist Lehrerin für Mathematik und Physik am Gymnasium Klotzsche.
Nadine Hofmann ist Lehrerin für Mathematik und Physik am Gymnasium Klotzsche. © Sven Ellger

Mein größter Wunsch für die Arbeit in der Schule ist, endlich wieder ohne Maske unterrichten zu können, sodass die Schüler meinen Gesichtsausdruck sehen können. Wenn sie ein Lächeln nicht wahrnehmen, kommt manches verbal ganz anders rüber. Und natürlich will ich auch in die Gesichter der Kinder und Jugendlichen blicken können.

An unserer Schule soll es möglichst bald genügend Lehrer geben, dass wir uns nicht ständig Sorgen machen müssen, wie wir den Unterricht abdecken. Wir sind schon mit offenen Stellen ins Schuljahr gestartet, dazu kommen Langzeitkranke und Kollegen, die in Quarantäne müssen.

Ein großer Wunsch von mir ist, dass der Umzug im Sommer 2022 in das neue Schulgebäude funktioniert und unsere Erwartungen an den Neubau erfüllt werden. Gutes Wetter wäre hilfreich, damit die Bauarbeiter gut vorankommen und der Termin gehalten wird.

Auch wenn es lapidar klingen mag, aber inzwischen hat dieser Satz inhaltlich für mich eine ganz andere Bedeutung als vor zwei Jahren: Ich wünsche mir, dass meine Familie gesund bleibt. Ein bisschen Normalität wäre für 2022 ganz schön.

Spielwarenhändler Daniel Dorner

Daniel Dorner hat musste 2021 Insolvenz anmelden, führt aber zwei Spielaxie-Geschäfte im Sachsenforum und in Pirna weiter.
Daniel Dorner hat musste 2021 Insolvenz anmelden, führt aber zwei Spielaxie-Geschäfte im Sachsenforum und in Pirna weiter. © Marion Doering

2021 war ein hartes Jahr für Daniel Dorner und seine Familie. In seinem Laden Spielaxie in der Altmarktgalerie waren bereits im vergangenen Jahr die Umsätze infolge des Lockdowns massiv eingebrochen. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden, das Verfahren führt er in Eigenverwaltung. Die Spielaxie, in der Dorner 2002 als 28-Jähriger begonnen hat, musste er schließen. Doch die beiden Filialen im Gorbitzer Sachsenforum sowie in Pirna betreibt er weiter.

Seitdem ich wieder selbst im Laden stehe, merke ich, dass ich mit einem gut geschulten Ohr und Freundlichkeit beim Kunden sehr viel Positives auslöse. Das bekomme ich auch zurück. Deshalb ist mein größter Wunsch, die Kunden endlich wieder sehen zu können, und sie mich natürlich auch. Es ist fundamental wichtig, jemanden anlächeln zu können, über Mimik und Gestik miteinander zu kommunizieren. Sich die Freude und Menschlichkeit in dieser Zeit zu bewahren, halte ich für wesentlich.

Ich wünsche mir, dass 2022 mehr junge Familien in unsere Geschäfte kommen, die vermisse ich dort nämlich. Es sind vor allem die Älteren, die bei uns für ihre Enkel einkaufen. Grundsätzlich wäre es schön, wenn die Dresdner in ihre Läden nebenan gehen, statt im Internet einzukaufen. Auch wenn es abgedroschen klingt: Wir leben von unseren Kunden und möchte alles tun, dass die sich bei uns gut beraten fühlen.

Nico Widmann und Claudio Santaguida vom La Osteria

Nico Widmann (l.) und Claudio Santaguida arbeiten im italienischen Restaurant La Osteria auf der Kreuzstraße.
Nico Widmann (l.) und Claudio Santaguida arbeiten im italienischen Restaurant La Osteria auf der Kreuzstraße. © Sven Ellger

Küchenchef Claudio Santaguida: Ich bin vor elf Jahren nach Dresden gekommen und arbeite seit acht Jahren als Küchenchef in der La Osteria von Familie Widmann. So ein Jahr wie 2021 möchte ich nicht noch einmal erleben. Nach dem Lockdown ging alles gut los, im Sommer war unser Lokal sehr gut besucht. Doch mit Beginn der kälteren Jahreszeit und mit Einführung der 2G-Regel wurde es leerer und leerer. Das Geschäft lief so schlecht, dass wir eine Woche vor Weihnachten geschlossen haben. Mein größter Wunsch wäre Normalität. Wieder so leben und arbeiten zu können, wie vor der Pandemie. Wieder reisen zu können. Zum Glück kann meine Partnerin von zu Hause aus arbeiten und das Privatleben fängt mich auf.

Gastronom Nico Widmann: Die Unsicherheit macht unseren Mitarbeitern am meisten zu schaffen. Viele stammen aus dem Ausland, für sie ist es nicht immer einfach, sämtliche neuen Regeln zu verstehen. Sie mussten zeitweise mit sehr wenig Geld auskommen und wussten nicht, wie viel sie mit dem Kurzarbeitergeld in einem Nebenjob dazuverdienen können. Ich wünsche mir Klarheit und eine Regelmäßigkeit für 2022, nicht wieder ein Hin und Her. Noch einen Oktober wie 2021 möchte ich nicht mehr erleben. Zum Jahreswechsel steigen meine Schwester und ich als Mitinhaber ins Familienunternehmen Widmann ein. Das macht mich stolz, bedeutet aber auch, voll im Boot zu sein und für alles geradezustehen. Aber alle in meiner Familie sind Kämpfer und Optimisten. Das schaffen wir.

Kinderarzt Sascha Ifflaender

Kinderkrankenpfleger Christian Förster (l.) und Kinderarzt Sascha Ifflaender. Der Mediziner hat seine Praxis am Albertplatz.
Kinderkrankenpfleger Christian Förster (l.) und Kinderarzt Sascha Ifflaender. Der Mediziner hat seine Praxis am Albertplatz. © Sven Ellger

Ich wünsche insbesondere den Kindern und Jugendlichen für 2022 mehr Normalität. Mehr Kindheit - mit allem was dazu gehört", sagt er mit Blick auf wochenlang geschlossene Schulen, Kitas und Freizeitmöglichkeiten. "Ich wünsche mir, dass Kinder nicht mehr auf ihre Freunde und Großeltern verzichten müssen, Schüler nicht mehr auf ihre Lehrer, ihre Klassen und ihr Recht auf Bildung. Kinder sollen wieder schwimmen lernen, Jugendliche wieder in Sportvereine, auf Konzerte und am Wochenende tanzen gehen dürfen. Auf all das haben unsere Kinder lang genug verzichtet - nur um uns Erwachsene zu schützen. Es ist an der Zeit, dass wir wieder gemeinsam unsere Kinder schützen, ihnen die Last dieser Pandemie von ihren schmalen Schultern nehmen und ihnen eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen.

Ausländerrat-Vorsitzende Eter Hachmann

Eter Hachmann ist die Vorsitzende des Dresdner Ausländerrates.
Eter Hachmann ist die Vorsitzende des Dresdner Ausländerrates. © Marion Doering

Für das Jahr 2022 wünsche ich mir als Vorsitzende vom Ausländerrat Gesundheit für alle Dresdener und Dresdnerinnen. Offene Museen, Theater, Kinos, Bibliotheken und Geschäfte. Sowie mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, mehr Mitgefühl für einander und mehr Zeit für die Familie und geliebten Menschen.

Allen meinen KollegInnen aus verschiedenen Vereinen, Bildungs- und Kulturellen Einrichtungen sowie der Behörden und staatlichen Stellen wünsche ich viel Ausdauer und Geduld- auch die Pandemie wird vorübergehen, Hauptsache wir haben ein gemeinsames Ziel- die Pandemie muss beendet werden.

Für unseren Verein wünsche ich mir Öffnung der Beratungsstellen, damit wir unsere KlientInnen persönlich begrüßen dürfen, Möglichkeiten haben, um Feierlichkeiten und Treffen in Präsenz durchzuführen, da wir persönliche Begegnungen und den Austausch vermisst haben. Von der Stadt Dresden sowie dem Bundesland Sachsen wünschen wir uns weiterhin eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen die Pandemie.