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Riesiges Wandbild für Dresdens Hafencity

Der mexikanische Streetart-Künstler Said Dokins bemalt das 560 Quadratmeter große Schallschutzgebäude zwischen Citybeach und Arcotel.

Von Nadja Laske
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Said Dokins
(m.) mit Fans vor einem seiner Wandbilder. Die sind in dieser Größe europaweit eher selten zu finden. Nun bekommt Dresden ein solch imposantes Werk.
Said Dokins (m.) mit Fans vor einem seiner Wandbilder. Die sind in dieser Größe europaweit eher selten zu finden. Nun bekommt Dresden ein solch imposantes Werk. © PR

Dresden. Der Jahreszeit ist es nicht anzulasten - das ewige Grau der Hafencity. Zwar entsteht das neue Viertel zwischen Elbe und Leipziger Straße gerade erst. Doch die ersten Wohngebäude sind bezugsfertig, das neue Arcotel begrüßt seine Gäste, und der Citybeach hat im Planungs- und Bebauungsparcours des lange umstrittenen Geländes inzwischen auch seinen Platz behauptet.

Mehr noch: Betreiber Frank Weisbach gestaltet die Hafencity maßgeblich mit. Seine Schallschutz-Auflagen hat er in Form eines 80 Meter langen und sieben Meter hohen Gebäudes erfüllt. Es schirmt das Hotel-Areal von seinen Volleyballfeldern und dem Strandbarbetrieb ab. Zum Citybeach hin ist der Bau offen und kann als überdachte Feierfläche genutzt werden.

Damit ist eine riesige Wand entstanden, auf die nun vor allem die Hotelgäste schauen. "Geplant und genehmigt ist es, sie mit Holz zu verkleiden", sagt Frank Weisbach. Aber nun hat er eine viel bessere Idee, die schon diese Woche umgesetzt werden soll.

Rund 11.000 Euro Investition

"In Zusammenarbeit mit dem Arcotel lassen wir die Wand von dem mexikanischen Streetart-Künstler Said Dokins mit einem riesigen Bild bemalen", erklärt der Anfang Vierzigjährige. Auf dessen Kunst aufmerksam wurde Weisbach dank einer Freundin, die auch den Kontakt herstellte.

Said Dokins Werke sind an Häuserfassaden, in Museen und Ausstellungen Spaniens, Hollands, Großbritanniens und Frankreichs zu sehen. In München schuf er ein Wandbild auf der Fassade der Stadtwerke. In seiner Heimat Mexiko, in Peru, Chile, Argentinien, Ecuador und Brasilien hinterließ er seine Handschrift - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Künstler verbindet Schriftzeichen zu Dekoren, die zum Teil an ein Amulett erinnern und das entsprechende Haus mit positiver Energie versehen sollen.

Am späten Montagabend wird Said Dokins in Dresden erwartet. Bis zum 10. November hat er Zeit, die 560 Quadratmeter große Fläche zu gestalten. Dann geht sein Flieger zurück in die Heimat. Damit er sofort beginnen kann, lässt Citybeach-Betreiber Frank Weisbach den Putz schon vorher grundieren und beschafft alle Materialien und Arbeitsmittel, die der Streetart-Künstler braucht. Inklusive all dieser Kosten plus Hebebühne und Künstlergage wird das Kunstwerk rund 11.000 Euro kosten. Citybeach und Arcotel teilen sich in die Investition hinein.

"Ich hatte rund um den Citybeach ja wirklich viel Ärger mit Dresdner Behörden, aber in dieser Sache lief es vollkommen unproblematisch", freut sich Frank Weisbach. Kaum war die Anfrage mit der Bitte um Genehmigung des Fassadenbildes an das Stadtplanungsamt abgeschickt, bekam er auch schon die Erlaubnis, das Projekt umzusetzen. "Ich bin überzeugt davon, dass es ein Beitrag sein wird, im Dresdner Stadtbild mehr zeitgenössische Kunst zu etablieren", sagt er. Streetart finde ganz sicher großes Interesse, und wer das Entstehen des Werkes in der Hafencity beobachten wolle, könne das gerne im Laufe der nächsten zwei Wochen tun.

Alles ist vorbereitet. Nur das Wetter muss mitspielen. "Weiterhin solchen Sturm wie in den vergangenen Tagen können wir nicht gebrauchen", sagt Frank Weisbach. Dann werde das Arbeiten auf der Hebebühne unmöglich. Auch starker Regen könnte das Projekt in Bedrängnis bringen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus: Diese Woche soll es sonnig und nicht übermäßig windig werden.