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Pantomime ist tot - es lebe die Pantomime!

Was soll ein Theater mehr schrecken als sein Aus? Die Mimenbühne in Dresden hat überlebt und will auch Corona trotzen.

Mime Ralf Herzog und der Chef vom Mimenstudio Dresden e.V. laden zum traditionellen Festival ein - und hoffen, dass es auch wirklich stattfinden kann.
Mime Ralf Herzog und der Chef vom Mimenstudio Dresden e.V. laden zum traditionellen Festival ein - und hoffen, dass es auch wirklich stattfinden kann. © dpa-Zentralbild

Dresden. Kampf sind sie gewöhnt. Als kleines, privates Theater waren die Theatermacher der Mimenbühne seit jeher darauf eingestellt, aus wenig möglichst viel zu machen: Viel Programm, viel Freude, und wenigstens so viel Geld, dass das nötige Budget für Miete, Requisiten, Werbemittel und vor allem das alljährliche Pantomimefestival zusammenkam.

Auch Tiefpunkte kennen die Mimen. Allen voran jenen, als der Gründer der Pantomimeschule und Theaterleiter, Ralf Herzog, das Ende seiner Ära verkündete. 

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Kraft und Geld waren ihm ausgegangen. Fast wäre das Mimenstudio Geschichte gewesen. Doch dann machte ein Mann aus seiner Liebe zu dieser elementaren Kunst eine Aufgabe.

Der Ingenieur und Firmenberater Michael Meinel übernahm die Leitung, rettete die Bühne, die nun der Mimenstudio Dresden e.V. betreibt, und gab ihrem Vater die Möglichkeit, endlich wieder das tu tun, was seine wahre Leidenschaft ist: Spielen und Lehren.

Denn gerade als das 35. Pantomimefestival nicht nur Jubiläum, sondern auch Abschied feiern sollte, saß Michael Meinel im Publikum. Als 19-Jähriger war er einst aufs Mimenstudio gestoßen, nahm Unterricht, gehörte bis zum Jahr 2000 zum Ensemble und gab jungen Leuten selbst Unterricht. 

Erschwerte Bedingungen nach schwerer Zeit

Nun hat der 46-Jährige das erste Jahr als Chef zwar gemeistert. Doch es ist ein bitteres Jahr. 

Kaum hatten sich die Theater vom Lockdown halbwegs wieder aufgeschwungen, macht Corona kehrt und erschwert es den Kulturschaffenden erneut, vor Publikum zu spielen. Jetzt steht das 36. Pantomimefestival bevor. An sich eine große Freude für seine Macher und Fans, die mit dem Schlimmsten gerechnet hatten. 

Aber eine immense Herausforderung, von der niemand weiß, ob sich der Kraftakt der Planung überhaupt lohnen wird. Aktuell jedoch hofft das Ensemble und seine Leitung, dass ab dem 11. November ein Festivalprogramm starten kann. 

Bis zum 15. November sollen Künstler aus Deutschland, Frankreich, Russland und Tschechien auftreten. Obwohl zwei russische und zwei französische Companies absagen mussten, versprechen Michael Meinel und Ralf Herzog ein hohes Niveau, von dem sich die Gäste schon am ersten Festivaltag in einer Gala-Show überzeugen können sollen.

Statt 100 Besucher können zum Schutz vor Corona nur 35 Gäste im Zuschauerraum Platz nehmen. Auch die traditionellen Workshops, die seit Gründung des Festivals zum Programm gehören, finden unter den gebotenen Hygieneregeln statt. 

Der Austausch zwischen Künstlern und Laien galt schon immer als ein wichtiger Teil des Pantomimetreffens. Zusätzlich gibt es bereits in der Woche ab dem 4. November drei Workshops über insgesamt fünf Tage, unter anderem zu Themen wie Körperarbeit sowie Rhythmus und Bewegung. 

Tickets für das 36. Pantomimefestival gibt es im Festivalort Theaterhaus Rudi, Fechnerstraße 2a, zu 13 Euro im Vorverkauf und 15 Euro an der Abendkasse (ermäßigt 8/10 Euro). Anmeldungen für Workshops per Mail an [email protected]sden.de oder
telefonisch unter 0151-55619899. www.mimedresden.de

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