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„Querdenker“: Ermittlungen wegen illegaler Versammlung

Nach der Festnahme eines 52-Jährigen am Postplatz gibt es auch Anzeigen gegen Polizisten.

Polizisten sperren am Samstag die Brühlschen Terrassen. Gegen Abend kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen.
Polizisten sperren am Samstag die Brühlschen Terrassen. Gegen Abend kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen. © dpa-Zentralbild

Dresden. Nachdem die Polizei am Sonnabend mit einem Großaufgebot verbotene Versammlungen in der Innenstadt verhindert hatte, eskalierte es abends am Postplatz. Uniformierte nahmen dort – recht ruppig – einen 52-Jährigen fest, der zuvor dort aus dem Grundgesetz vorgelesen hatte. Der Mann ist kein Unbekannter. Seit einem knappen Jahr liest er vor, aus Sorge um die Grundrechte im Zusammenhang mit den Pandemieauflagen. Erst am Karsamstag hatte er vor rund 50 „Querdenkern“ am Landtag aus seinem Grundgesetz vorgetragen.

Videos in den sozialen Medien zeigen, wie sich am vergangenen Samstag zwei Beamten auf den Mann stürzen, ihn vom Rad werfen, am Boden fixieren und fesseln. Später steht er an einem Einsatzfahrzeug, wo die Uniformierten offenbar seine Personalien aufnehmen. Polizeisprecher Marko Laske bestätigt den Einsatz. Der Verdächtige sei vorläufig festgenommen worden, er soll Wort- oder Rädelsführer einer verbotenen Versammlung gewesen sein: „Wir ermitteln gegen ihn wegen einer Straftat nach dem sächsischen Versammlungsgesetz.“

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Nähere Angaben zu der Festnahme könne er nicht machen, da inzwischen auch Online-Anzeigen gegen die Polizisten eingegangen seien. Laske: „Wir prüfen die Umstände der Festnahme.“ In einer der SZ vorliegenden weniger beschnittenen Videosequenz ist zu sehen, wie zwei Beamte zuvor dem 52-Jährigen hinterherlaufen und ihn offensichtlich ansprechen, er sie aber ignoriert. Dazu Marko Laske: „Wir legen einen hohen Wert auf Kommunikation. Das ist unsere Einsatzphilosophie.“

Ebenfalls wegen des Verdachts gegen das sächsische Versammlungsgesetz verstoßen zu haben, werde auch gegen einen 35-jährigen Dresdner als mutmaßlichen Wortführer ermittelt.

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