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Radeln und Radau gegen Rechts

Am Tag der Deutschen Einheit verbanden sich Parteien und Initiativen am Dresdner Blauen Wunder gegen die Demo fremdenfeindlicher Coronagegner.

Radlerkolonne auf dem Blauen Wunder: Anhänger des Bündnisses gegen die Demo der Heidenauer Wellenlänge zeigten deren Teilnehmern, was sie von ihnen hielten.
Radlerkolonne auf dem Blauen Wunder: Anhänger des Bündnisses gegen die Demo der Heidenauer Wellenlänge zeigten deren Teilnehmern, was sie von ihnen hielten. ©  Foto: Rene Meinig

Dresden. Der sonnige Sonnabend hat auch rund ums Blaue Wunder zahlreiche Spaziergänger an die frische Luft gelockt. Doch den spätsommerlichen Nachmittag der deutschen Einheit erlebten viele von ihnen nicht nur als entspannten Feiertag. Zwei Demonstrationen waren für den 3. Oktober angemeldet: Das rechte Netzwerk Heidenauer Wellenlänge rief zum Protest gegen die Politik der Bundesregierung, Migration, angebliche Zwangsimpfungen und behördlich angeordnete Corona-Checks sowie die Etablierung eines Überwachungsstaates auf.

Dagegen hatte sich ein breites Bündnis aus Parteien und Initiativen formiert und ebenfalls eine Demonstration organisiert. Unter dem Motto "Buntes Wunder - Demokratiefest statt rechter Welle" versammelten sie sich auf dem elbaufwärts liegenden Fußweg der Brücke und somit direkt gegenüber der Heidenauer Initiative. Die hatte zunächst vorm Vitanas Seniorenzentrum einen Pavillon errichtet und wollte ihn, vier Mann vier Ecken, über die Brücke zum Versammlungsort tragen. Daran hinderte sie die Polizei, die mit einem großen Aufgebot an Beamten die beiden Demos absicherte.

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Spießruten oder Spießbürger - nach einigen Wirren startete die Heidenauer Wellenlänge gegen halb vier ihre Kundgebung mit rund 100 Teilnehmern. Da hatte das gegnerische Bündnis sein Programm mit Reden und Livemusik der Banda Internationale bereits absolviert und viel Zeit, sich ihrem Gegenüber zu widmen. Zunächst mit Sprechchören und Trillerpfeifen, bald schon mit konzertierter Fahrradkolonne über das Blaue Wunder und wieder zurück in Endlosschleife. Auf diese Weise kamen sich die Demonstranten näher als es vorgesehen war. Die Fahrbahn als Trennzone sollte beide Lager eigentlich voneinander fern halten.

Das geschasste AfD-Ex-Mitglied Stefan Räpple auf der Demo der Heidenauer Wellenlänge auf dem Blauen Wunder.
Das geschasste AfD-Ex-Mitglied Stefan Räpple auf der Demo der Heidenauer Wellenlänge auf dem Blauen Wunder. ©  Foto: Rene Meinig

Ursprünglich wollte die Heidenauer Welle ihre Kundgebung mitten auf dem Blauen Wunder abhalten und somit auch die Fahrbahn blockieren. In einem Rechtsstreit erhielt sie lediglich die Erlaubnis, den Fußweg zu nutzen. Der blieb in der Zeit für Passanten gesperrt. Polizisten baten Spaziergänger und Radfahrer vorm Café Toscana umzukehren und an der Fußgängerampel auf die andere Straßenseite zu wechseln. 

Der Fußweg des demokratischen Bündnisses blieb offen. Während dessen Unterstützer langsam ihren Versammlungsort räumten, um am Körnerplatz das Bürgerfest "Weltoffenes Loschwitz" zu feiern, fuhr die Wellenlänge Redner aus dem rechtsextremen Spektrum auf, unter anderen den im September aus der AfD ausgeschlossenen Stefan Räpple aus Baden-Württemberg und den Holländer Edwin Wagensveld, Pegidist der ersten Stunde und nun Stargast von kaum 100 Zuhörern.

Nach 17 Uhr endete auch die Welle-Demo. Der geplante Spaziergang durch Loschwitz fiel für die Rechten aufgrund ihrer zeitlichen Fehlplanung aus.

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