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Pegida: Gitter und Appelle am Dresdner Altmarkt

Maskenpflicht und Abstand – unter Beobachtung haben am Montagabend in Dresden rund 1.000 Menschen für und gegen Pegida demonstriert.

Demonstrationen unter Hygiene-Auflagen: Pegida-Gegner am Montagabend auf dem Dresdner Altmarkt.
Demonstrationen unter Hygiene-Auflagen: Pegida-Gegner am Montagabend auf dem Dresdner Altmarkt. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die rund 600 bis 700 Teilnehmer der Pegida-Demo erlebten schärfere Durchsagen zum Thema Corona-Auflagen als in den vergangenen Monaten. Und auch für die mehreren Hundert Gegendemonstranten der Initiativen „Nationalismus raus aus den Köpfen“ und „Hope“ galten die neuen Auflagen der Versammlungsbehörde.

Das Ergebnis: Während bei den Pegidisten der Anteil der maskenlosen Teilnehmer höher war, haperte es auf der Gegenseite mit der Einhaltung des Mindestabstands. Hier wie da gab es Irritationen, warum die Auflagen - Maske UND Abstand - unter freiem Himmel gleichzeitig gelten sollten. Das ist wohl auch eine Folge wochenlanger Auseinandersetzungen in dieser Frage. 

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Kalbitz: Pegidagänger stärken AfD

Ansonsten erlebten Demonstranten und Schaulustige einen besonderen Abend am Altmarkt. Dutzende Einsatzfahrzeuge umsäumten den Altmarkt. Die Polizei hatte darüber hinaus mit Gitterzäunen dafür gesorgt, dass ein etwa zehn Meter breiter Korridor die Lager trennte. Das habe auch bei den Ordnungskräften für Entspannung gesorgt, wie ein Uniformierter berichtete. Man wird das Gitter wohl wieder häufiger an Montagabenden zu sehen bekommen.

Besondere Gastredner waren der geschasste Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzende Andreas Kalbitz und sein potentieller Nachfolger Christoph Berndt. Beide Politiker werden von Brandenburgs Verfassungsschutz als Rechtsextremisten eingestuft. Kalbitz streichelte die Seelen der Dresdner Pegidagänger. Nur dank ihres Engagements sei es möglich gewesen, dass die AfD im Osten so stark habe werden können, sagte Kalbitz. Zu Hintergründen seines Ausscheidens und seinen Zielen sagte er nichts.

Kalbitz: "Sehnsucht nach Veränderung"

Er sprach jedoch von einem Richtungskampf in der AfD. Es ginge dabei um die Frage, ob die Partei eine wirkliche Veränderung herbeiführen wolle, oder nur eine Beteiligung an den Töpfen der Macht anstrebe. „Die Menschen haben Sehnsucht nach Veränderung“, rief er auf den Altmarkt.

Der Cottbusser Berndt ist regelmäßig Gastredner bei Pegida. Er kritisierte die Coronapolitik der Regierung. „Das Virus begründet keine Notlage“, sagte er. Die Pandemie werde von den Regierenden genutzt, um politische Interessen durchzusetzen. Er sprach weiter von einer informellen linksgrünen Koalition, die von der CSU bis zur Linken reiche und die sich den Staat zur Beute gemacht habe. 

Zur AfD sagte Berndt, ein Richtungsstreit sei gut, aber nicht die Liquidierung ganzer Strömungen. Berndt nannte das „Säuberungen“. Damit dürfte er die Auseinandersetzung um den "Flügel" gemeint haben, die Strömung der Partei, mit vielen völkisch-nationalen bis hin zu rechtsextremen Anhängern um Kalbitz und den Thüringer AfD-Chef Bjön Höcke. Berndt appellierte an die Partei, sich nach innen zusammenzureißen und nach außen offen zu sein. Als Höcke im Februar Gastredner bei Pegida war, kamen rund 4.000 Anhänger auf den Neumarkt.

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Die Polizei war mit rund 560 Beamten vor Ort. "Der gesamte Einsatz verlief friedlich und ohne größere Störungen", sagte Polizeisprecher Thomas Geithner am Abend. Im Nachgang der Demos trat ein ehemaliger Teilnehmer (18) des Gegenprotestest gegen ein fahrendes Motorrad. Der Deutsche muss sich nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung verantworten. (SZ/lex/awe/two)

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