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Dresdner Pauliberg soll sicherer für Radler werden

Über 2.300 Menschen haben eine Petition für neue Radverkehrsanlagen auf der Radeburger Straße unterzeichnet. Soll ein Fahrstreifen dafür wegfallen?

Fahrradfahrer fühlen sich auf der Radeburger Straße zwischen Maxim-Gorki-Straße und Stauffenbergallee oft unsicher.
Fahrradfahrer fühlen sich auf der Radeburger Straße zwischen Maxim-Gorki-Straße und Stauffenbergallee oft unsicher. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. 28.700 Autos und Lkw sind täglich auf der Radeburger Straße zwischen Stauffenbergallee und Maxim-Gorki-Straße unterwegs. Radwege gibt es am sogenannten Pauliberg keine. Allerdings ist die Route eine von zwei Hauptverbindungswegen für Radfahrer in den oder aus dem Dresdner Norden. Darunter die Mitarbeiter von Globalfoundries oder Bosch.

Radfahrer fühlen sich auf der vierspurigen Straße unsicher und weichen deshalb oft auf den Fußweg aus. Damit auf dem Abschnitt sichere Radverkehrsanalagen entstehen, hatte die AG nachhaltig mobil im Dresdner Norden eine Online-Petition aufgesetzt. Sie endete am 21. April mit 2.325 Unterschriften.

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Ein großer Erfolg für die Initiatoren, die auch Unterstützung von großen Arbeitgebern erhielten. So warben Globalfoundries und Bosch aktiv in den Firmen-Netzwerken für die Petition. Wenn Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eine Stellungnahme zum Thema abgegeben hat, wird im Ausschuss für Petitionen und Bürgerbeteiligung über das Anliegen der Petition beraten.

Die Arbeitsgruppe hatte vorgeschlagen, einen Fahrstreifens stadtauswärts wegzulassen. Damit wäre Platz für Radwege an beiden Seiten, sowohl Rad- als auch Autofahrer könnten zügig und sicher vorankommen. Angesichts des großen Verkehrsaufkommens auf der Radeburger Straße seien in den planerischen Regelwerken separate Radverkehrsanlagen vorgeschlagen.

ADFC fordert bei Demos Pop-up-Radwege

Der Wegfall einer Fahrspur sei auf der Bundesstraße allerdings nicht so einfach möglich, wie es sich die AG vorstellt, sagte die Stadt. Seitens des Stadtplanungsamtes erhielt die AG nachhaltig mobil die Information, dass noch in diesem Jahr eine Untersuchung zur Einordnung von Radverkehrsanlagen entlang der Radeburger Straße erfolgen soll. Die AG wertet das nach eigenen Angaben als Reaktion auf ihre Petition. Es sollen dabei zwei Varianten untersucht werden. Gefordert wird nun eine zügige Umsetzung.

Die FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat hatte sich im März kritisch zur Petition geäußert. Es solle ideologiefrei und ergebnissoffen nach Lösungen gesucht werden - so müsse geprüft werden, ob der Radverkehr von der Hauptstraße entkoppelt und über für Radfahrer privilegierte Nebenrouten geführt werden kann.

Laut AG-Sprecher Stefan Möbius stehe man dieser Idee grundsätzlich offen gegenüber. Die meisten Radfahrer würden der lärmenden Hauptstraße wahrscheinlich liebend gern die ruhige Nebenroute vorziehen. Der Vorschlag ist daher grundsätzlich unterstützenswert, jedoch erscheint eine umwegfreie Alternative an dieser Stelle kaum möglich. Eine Führung über Hammerweg und Stauffenbergallee sieht die AG eher kritisch und würde auch massive bauliche Eingriffe mit sich bringen.

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Damit Radfahrer dort sicher fahren können, müsste eine Fahrspur auf der Radeburger Straße wegfallen. Dieser Vorschlag trifft auf Widerstand aus der FDP-Fraktion.

Der ADFC wird voraussichtlich am 3. Juni an verschiedenen Orten in Dresden Demos mit der Forderung nach Pop-up-Radwegen durchführen. Die AG nachhaltig mobil wird sich an der Radeburger Straße daran beteiligen. Für drei Stunden werden Radfahrer aus ihrer Randexistenz geholt und können sicher und legal den Pauliberg hinauffahren.

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