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Streit um Sperrung des Elberadweges

Ab kommenden Montag soll in Höhe der Hafencity am Weg gebaut werden. Während der ADFC die Umleitung kritisiert, verteidigt die USD die Sperrung.

Von Kay Haufe
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An der Hafencity wird der Elberadweg ab kommenden Montag gesperrt.
An der Hafencity wird der Elberadweg ab kommenden Montag gesperrt. © René Meinig

Dresden. Ein halbes Jahr lang müssen Radfahrende ab Montag Umwege in Kauf nehmen, wenn sie auf dem Elbradweg aus oder in Richtung Pieschen unterwegs sein wollen. Die Immobilienfirma Unser schönes Dresden (USD) wird den kombinierten Fuß- und Radweg bis Mitte April 2022 erneuern und stellenweise verlegen, unter anderem soll die gefährliche S-Kurve entschärft werden. Doch für die Arbeiten muss der Radverkehr umgeleitet werden.

Größtes Problem dabei: Stadtauswärts fahrende Radfahrer müssen zweimal an Ampeln die Leipziger Straße überqueren. Der Allgemeine Deutschen Fahrradclub ADFC in Dresden bezeichnet das als lebensfremd. Stattdessen würden die Radfahrer voraussichtlich auf der falschen Fußwegseite fahren. Es hätten bessere Lösungen gefunden werden können, wenn der Fahrradclub in die Findung einer Umleitung eingezogen worden wäre, sagte der Dresdner ADFC-Geschäftsführer Edwin Seifert.

Vonseiten der USD werden jetzt Argumente angeführt, weshalb man keine andere Lösung für die Zeit während der Bauarbeiten gefunden hat. Vor allem der Bereich an der S-Kurve sei ein wichtiger Grund dafür. Die heute gefährliche Kurve werde komplett neu gebaut. Würde eine Umleitung dort entlang führen, könnten die Arbeiten überhaupt nicht stattfinden, sagt USD-Sprecher Ulf Mehner.

Außerdem werde der Elberadweg bis zur Hafenmeisterei komplett entfernt und neu gebaut. Dabei sind auch schwere Baufahrzeuge im Einsatz, weshalb es zur Umleitung keine Alternative gegeben haben.

Im Bereich der Promenade werden noch dazu Neubauten errichtet. Die Platzverhältnisse reichten nicht aus, um den Radverkehr dort zu gewährleisten, sagt Mehner. "Wir haben uns zu dieser Planung umfangreiche Gedanken gemacht, mehrere Varianten durchgespielt und versucht, eine passable Lösung zu finden. Klar ist, dass dies eine Einschränkung für die Nutzer ist. Wir haben jedoch versucht, diese so gering und sinnvoll wie möglich zu halten", sagt der USD-Sprecher.

Um die Einschränkungen zu verringern, habe man die Sperrung in die Wintermonate gelegt, weil dort weniger Radfahrende unterwegs sind als in den wärmeren Jahreszeiten.

Nach Ansicht des ADFC hätte man die Sperrung besser in zwei Abschnitte geteilt und für die Umleitung besser eine Strecke näher am Elbradweg gefunden.