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Dresdener Fotograf zeigt Morbides

Mehr davon und aus anderen Bereichen seines Schaffens zeigt er ab Freitag im Roßweiner Rathaus.

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© Dietmar Thomas

Roßwein. Zwei seiner Leidenschaften können Besucher in der Rathausgalerie kennenlernen: Hans-Jürgen Reichelt mag alte Bauernhäuser, die teilweise schon dem Verfall preisgegeben sind. Das führt er auch auf seinen Beruf als Restaurator zurück. Und er liebt Frauen. Mehr von beidem stellt er auf Fotos im Roßweiner Rathaus aus.

Vor der Eröffnung am Freitagabend hat der Dresdener seine Arbeiten inzwischen schon an die Wände gebracht. Um die 40 Fotos werden zu sehen sein. Die meisten Gebäude sind in der Lommatzscher Pflege zu finden – noch, denn manche werden bald nur noch ein Steinhaufen sein, so marode ist die Substanz. Den Gebäuden in der Lommatzscher Pflege kann Reichelt deshalb besonders viel abgewinnen, weil er in der Nähe von Nossen selbst ein altes Häuschen besitzt. „Das wird mein Ruhesitz“, sagt der Dresdener. Seine Wohnung in der Neustadt könne er sich mit seiner kleinen Künstlerrente später wohl nicht mehr leisten.

Schon jetzt spart der Fotograf an Farbe und bei seinen Models. Einige waren echt. Eine andere, die er Natascha nennt, hat er in seine Aufnahmen montiert. Der jungen Frau ist er selbst noch nie begegnet. Trotzdem gibt sie seinen Aufnahmen, die Verfall und Tristesse widerspiegeln, etwas Reizend-Lebendiges. (DA/sig)