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Eiche wird Bomben-Mahnmal

Eine Gedenktafel erinnert jetzt die Besucher des Großen Gartens an den Luftangriff im Februar 1945. Mit einem Zitat von Mark Twain.

© Sven Ellger

Von Nora Domschke

Die altehrwürdige Eiche südlich des Mosaikbrunnens hat im Laufe ihres 300-jährigen Lebens schon etliche Kriege überlebt. Auch den Angriff auf Dresden in der Nacht zum 14. Februar 1945, als unzählige Bomben die Stadt zerstörten. Der Zweite Weltkrieg hinterließ allerdings Spuren an dem Baum, die bis heute sichtbar sind. Bombensplitter haben den unteren Teil des Stammes auseinandergesprengt, ein tiefer Spalt ist geblieben. Die Eiche wächst dennoch weiter.

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Seit diesem Montag erinnert nun eine Gedenktafel an jene Nacht, die nicht nur die Stadt, sondern auch die Menschen verändert hat. „Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.“ Das Zitat von Mark Twain ist – neben dem Hinweis auf den Luftangriff – auf der Tafel zu lesen. Die Idee, die Geschichte der Eiche den Parkbesuchern näherzubringen, gab es bereits vor zwei Jahren, sagt Holger Hase vom Verein „Denk Mal Fort!“. Seit 2014 haben es sich die Mitglieder zur Aufgabe gemacht, Dresdner Denkmäler und insbesondere historische Friedhöfe aus der Vergessenheit zu holen. Die Eiche als Gedenkort ist nun das erste Naturdenkmal der Stadt, das wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Denn nur wenige Dresdner kennen das Schicksal des Baumes, viele vermuten hinter dem Spalt im Stamm einen Blitzeinschlag oder schlichtweg nur eine Alterserscheinung. So ging es auch Christian Philipp. Als Fünfjähriger erlebte er den Bombenangriff auf Dresden von seinem Heimatdorf bei Kamenz aus. „Wir haben den Feuerschein am Himmel sogar von dort aus gesehen.“ Als Philipp später nach Dresden zog, besuchte er den Großen Garten und auch die Eiche. Dass der Baum am Mosaikbrunnen in jener Februarnacht von Bombensplittern getroffen wurde, erfuhr der Rentner aber erst vor drei Jahren bei einer Führung durch den Park. „Der Hinweis hätte schon viel eher an die Eiche gehört“, findet der 77-Jährige.

Allerdings sei es gar nicht so einfach gewesen, eine Genehmigung zum Aufstellen der Tafel zu bekommen, sagt Holger Hase. Denn der Park ist ein Flächendenkmal. Und ist jetzt um eine gut „beschilderte“ Sehenswürdigkeit reicher.