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Ein Grill namens Horst

Alexander Bresk und Hermann Fliegel braten Steaks auf A4-Format und gründen die Marke für spontanes Grillen.

© Martin Waury/PR

Von Nadja Laske

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Muss nicht sein. Horst ist nur eine Idee. Vielleicht lieber Benjamin. Jedenfalls halten Alexander Bresk und Hermann Fliegel die Bezeichnung „A4-Grill“ für etwas zu technisch. Da geht die Romantik flöten. Aber die gehört dazu, wenn sich einsame Wölfe einen ordentlichen Fleischlappen aufs Rost werfen, Verliebte gemeinsam in die Glut pusten oder Freunde sich zum fröhlichen Gruppen-Grillen treffen.

Ruck-zuck aufgebaut nach Steckprinzip. Keine Schrauben, keine Scharniere, kein Kleinkram, der wegkommen könnte. © Martin Waury/PR
Fünf Teile werden zum Grill und bei Bedarf zum Feuerkorb. Verstauen lassen sie sich in einer Tasche aus Lkw-Plane. © Martin Waury/PR
Für Fleisch ist auf der kleinsten Fläche Platz. Pro Grillgang bekommen vier Personen Fleisch oder Wurst auf den Teller. © Martin Waury/PR

Alexander und Hermann sind angetreten, das Grillen neu zu erfinden. So, wie es den meisten Leuten abhandengekommen ist – spontan und unkompliziert. „Wir waren im Oktober vor zwei Jahren in Mecklenburg Kanu fahren, mit Rucksack und Zelt“, erzählt Alexander. Ins Urlaubsgebiet reisten die Freunde per Zug, schon deshalb konnten sie nicht allzu viel Gepäck mitnehmen. Eingesteckt hatten sie einen kleinen Campingkocher, der war super für den Kaffee am Morgen und ausreichend für Tütensuppe am Abend. „Wenn wir nach einer langen Kanu-Tour ausgehungert zum Zeltplatz kamen, roch es aus allen Richtungen herrlich nach Grillfleisch, das war schwer zu ertragen“, erinnert sich Hermann.

Eigentlich waren sie ins Grüne gefahren, um den Kopf frei von der Arbeit zu bekommen. Alexander hatte neben seinem Informatik-Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft mit Studienkollegen eine eigene Firma gegründet. Hermann, TU-Architekturstudent, steckte in den Prüfungsvorbereitungen. Beide kannten sich seit Studienbeginn von gemeinsamen Bier- und Spielabenden.

Die grauen Zellen blieben trotz des Urlaubs betriebsbereit und wurden erst so richtig aktiv: Woher Grillfleisch nehmen und nicht stehlen? Und keinen Aldi-Wegwerfgrill benutzen? Den halten die Männer für eine Umweltsünde. „Außerdem liegt das Fleisch fast auf der Kohle, und die ist mit Chemie getränkt, damit sie überhaupt glüht“, sagt Hermann. Auch ein einfacher Kugelgrill kam für ihre Zwecke nicht infrage. Wie sollte man den im Rucksack transportieren? Einen ganz kleinen Grill müsste es geben, einen, der in jede Reisetasche, am besten sogar in jede Umhängetasche passt. Dieser Traum war der Anfang des A4-Grills, dessen Name noch nicht endgültig beschlossen ist, mit dem Alexander Bresk und Hermann Fliegel schon die schönsten Grillabende bestritten haben und dessen Patentanmeldung läuft.

Getarnt als Tablet liegt er auf dem Tisch: Keinen Zentimeter hoch, exakt 29,7 Zentimeter lang und 21,0 Zentimeter breit, verstaut in einer Tasche aus Lkw-Plane. Fünf 1,5 Millimeter starke Edelstahlteile lassen sich rasend schnell ineinander stecken, schon steht der Grill. Bis es jedoch so weit war, haben sich die beiden Tüftler unzählige Gedanken gemacht, Zeichnungen angefertigt, Modelle aus Pappe gebastelt, erste Vorläufer aus Metall gebaut und viele Freunde um Grillversuche damit gebeten.

„Uns war die Meinung von Familie und Freunden sehr wichtig“, sagt Hermann. Von ihnen kamen Fehlermeldungen und Inspirationen. So optimierten die Erfinder ihr Produkt so weit, dass es nun perfekt scheint: Der A4-Grill passt in jede Umhängetasche, ist weniger als zwei Kilogramm schwer, verfügt über keine Schrauben oder Scharniere, die kaputt gehen oder wegkommen könnten, lässt sich einfach verpacken und sogar in der Spülmaschine reinigen. Nach dem Essen kann er als Feuerkorb verwendet werden.

„Wir haben Hitze-Tests mit ihm unternommen, die uns wirklich sehr zufrieden machen“, erzählt Alexander. Zum Beispiel verbrannten sie darin ein extrem dichtes Holzmaterial und erreichten dabei eine Temperatur von rund 1 000 Grad. Auf seinem Handy zeigt der 27-Jährige ein Video. Der Grill erscheint in der Dämmerung nur noch als Feuerball. Vorsichtig lassen ihn die Männer mithilfe einer Schaufel in einen Wasserbottich. Funken stieben in die Nacht. „Als das Metall abgekühlt war, konnten wir die Teile trotz der heftigen Hitzeeinwirkung noch problemlos auseinandernehmen und wieder zusammenbauen. Nichts hatte sich gravierend verformt“, sagt Alexander Bresk.

Form, Funktion, Beschaffenheit, Nutzen, all die Komponenten sind inzwischen so optimiert, dass der A4-Grill aus Dresden in Produktion gehen könnte. Doch noch sind die Herstellungskosten sehr hoch. „Wir lassen die Teile per Laser zurechtschneiden, das ist teuer“, sagt Hermann. Für eine Massenproduktion käme Ausstanzen infrage, doch die individuellen Vorlagen dafür herstellen zu lassen, kostet mehrere Tausend Euro.

Deshalb planen die Grill-Meister jetzt ihre sogenannte „Null-Serie“. Die wollen sie über eine Crowdfunding-Aktion finanzieren. Auf der Internetplattform startnext sammeln sie Geld, um eine limitierte Auflage ihres Grills produzieren zu können. Ziel sind 40 000 Euro. Unterstützer sichern sich bei Erfolg einen A4-Grill der nullten Generation, wenn sie mindestens 80 Euro vorfinanzieren. 70 bis 120 Euro könnte der Grill später im wirklichen Verkauf kosten. Nicht billig. Doch Hermann und Alexander bieten einen nahezu unkaputtbaren Grill und setzen auf Kunden, die spontan, mobil und bereit sind, für ein langlebiges Produkt gutes Geld zu zahlen. In einem Jahr wollen sie „eine richtig kultige Grillfirma“ haben und die Marke fürs spontane Grillen sein.

www.a4grill.de
www.startnext.com/a4grill