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Ein Hauch von Hollywood im Zittauer Gebirge

Der Porsche der amerikanischen Schauspieler-Legende Steve McQueen ist beim Oberlausitzer Dreieck-Rennen der Hingucker.

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© privat

Von Reiner Seifert und Frank Thümmler

Wenn am 10. und 11. September 250 Rennmaschinen beim 4. Oberlausitzer Dreieck-Rennen am Start stehen, dann wird auch August Deutsch aus Aschheim bei München die acht Zylinder seines weißen Porsche 908/02 mit der Startnummer 48 zum Donnern bringen. Dieses Auto ist ein ganz Besonderes. Hinter diesem Lenkrad saß einst Steve McQueen.

Auf diesem Werbeposter von Porsche aus dem Jahr 1970 ist der Hollywood-Schauspieler, zu seiner Zeit eine Stilikone, mit seinem Rennwagen zu sehen.
Auf diesem Werbeposter von Porsche aus dem Jahr 1970 ist der Hollywood-Schauspieler, zu seiner Zeit eine Stilikone, mit seinem Rennwagen zu sehen.
Der Streckenverlauf.
Der Streckenverlauf. © MSC Oberlausitzer Dreiländereck

Der Amerikaner (1930-1980) zählt zu den ganz Großen des amerikanischen Films und war in den 1960er und 1970er Jahren in Western- (Die glorreichen Sieben), Abenteuer- und Actionfilmen zu sehen. Der Hollywoodstar war aber auch ein begeisterter Motorsportler, verzichtete bei gefährlichen Autoszenen in seinen Filmen meist auf einen Stuntman und startete bei Auto- und Motorradrennen. Unter anderem war er 1964 Mitglied der US-amerikanischen Nationalmannschaft bei der Internationalen Sechstagefahrt im Motorradgeländesport in Erfurt.

1970 kaufte Steve McQueen den inzwischen zum Flunder-Spyder umgebauten Porsche 908 (Baujahr 1968, 8-Zylinder Boxermotor, 3 000 ccm, 350 PS, Höchstgeschwindigkeit 290 km/h) und belegte zusammen mit Peter Revson bei den 12 Stunden von Sebring (USA), einem Lauf zur Markenweltmeisterschaft für Sportwagen, einen vielbeachteten zweiten Platz. Dabei war der rennsportverrückte McQueen mit einem bandagierten Fuß gestartet, den er sich zwei Wochen zuvor bei einem Motocross-Rennen gebrochen hatte. Beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans, wo der berühmte Rennsportfilm mit Steve McQueen in der Hauptrolle gedreht wurde, durfte dann nur sein Porsche starten, aber nicht McQueen selbst. Den Managern der Filmgesellschaft und der Versicherung war das zu gefährlich. Das Auto kam dann in Le Mans trotz zahlreicher Boxenstopps zum Wechseln der Filmrollen auf den neunten Rang. Unmittelbar nach dem Rennen wurde das Auto verkauft, verunfallte 1973, bevor August Deutsch es als „Ersatzteillager“ kaufte. 1980 baute der Aschheimer das Auto wieder auf und wurde von einem Zuschauer auf die ihm unbekannte Historie des Wagens aufmerksam gemacht. Bis 1988 fuhren teils berühmte Piloten mit diesem Porsche 908 Rennen, unter anderem der damals noch junge, spätere Formel1-Pilot Gerhard Berger. 1988 schickte Deutsch seinen Porsche 908 in Rente. Die dauerte genau zehn Jahre. Dann wurde Deutsch auf die Idee gebracht, mit dem berühmten Auto bei historischen Rennen zu fahren. Der Aschheimer Werkstattbesitzer restaurierte den Wagen komplett und ist seitdem bei vielen Oldtimer-Rennen ein authentisches Highlight – auch beim Oberlausitzer Dreieckrennen. Neben dem Porsche 908 werden weitere „Rennwagen, die Geschichte schrieben“ präsentiert – wie Formel II Reif-Krause, Formel II Klodwing, Rennwagen Paul Greifzu oder Melkus PT 73 Spider.

Bei der vierten Auflage dieser Motorsportveranstaltung des 2013 gegründeten MSC Oberlausitzer Dreiländereck am 10./11. September stehen Gleichmäßigkeitsfahrten mit historischen Fahrzeugen bis Baujahr 1989 in sechs Klassen, einer Gespann- und einer Rennmotorradklasse sowie je einer Formel-, Tourenwagen und Kartklasse auf dem Programm. Hinzu kommen ein Sonderlauf Jawa-Mustang (50 ccm) sowie Demorunden der Cross-Nachwuchsfahrer des Vereins.

„Für das auf 250 Starter begrenzte Dreieck-Rennen liegen 400 Nennungen vor, was leider zu zahlreichen Absagen führte. In den Teilnehmerlisten stehen Fahrer aus Deutschland, Österreich, Tschechien, England, den Niederlanden, der Slowakei und der Schweiz,“ informiert Fahrtleiter Frank Siegert. Darunter sind auch bekannte Rennfahrer vergangener Jahre, wie zum Beispiel der als ,Mr. MZ’ bekannte Heinz Rosner, WM-Dritter und zweifacher DDR-Meister in der 250 ccm-Klasse, der letzte DDR-Meister der Formel Easter, Heinz Siegert, oder Lothar Neukirchner, DDR-Meister 250 ccm 1987, 1988 und 1989.

Das Dreieck-Rennen hat in kurzer Zeit eine breite Resonanz und viel Anerkennung gefunden. „Wir rechnen auch in diesem Jahr mit 8 000 bis 9 000 Zuschauern“, hofft Vereinsvorsitzender Frank Siegert. Der 5,9 Kilometer lange Rundkurs in der landschaftlich reizvollen Umgebung zwischen der Gaststätte „Jägerwäldchen“, (Bertsdorf-Hörnitz, Jägerwäldchen 1) dem Ortseingang Jonsdorf, Waltersdorf und zurück über Saalendorf zum Start/Ziel verlangt den Fahrern auf den langen Geraden und den engen Kurven in Saalendorf fahrerisch einiges ab. Die Zuschauer bekommen spektakulären Sport, Motorengeräusche, die für Gänsehaut sorgen, und historische Fahrzeuge mit Seltenheitswert geboten.

Die Trainingsläufe am Sonnabend und die Wertungsläufe am Sonntag beginnen jeweils um 8 Uhr. Am Sonnabendabend lädt der MC Oberlausitzer Dreiländereck bei freiem Eintritt zu Livemusik ins Festzelt ein. Parkplätze, der Besuch des Fahrerlagers und der Shuttlebusverkehr zu den Zuschauerbereichen an der Strecke sind kostenlos.

Eintrittspreise: Erwachsene Tageskarte 5 Euro, Wochenendkarte 8 Euro, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre haben freien Eintritt.

Sonnabend 8:00 – 17:10 Uhr Trainingsläufe, 20:00 Uhr Abendveranstaltung mit Livemusik – Eintritt frei.

Sonntag 8:00 – 17:10 Uhr Wertungsläufe, im Anschluss 18:00 Uhr die Siegerehrung.