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Ein sportliches Prinzenpaar

Der Prinz ist Fußballer, die Prinzessin war einst eine gute Schwimmerin. Derzeit gibt es allerdings ein Problem.

© Gerhard Schlechte

Von Jürgen Müller

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Lommatzsch. Treibe Sport oder bleibe gesund. Dieser Spruch, üblicherweise von Sportmuffeln gebraucht, trifft auf Jerome Wolf zu. Seine Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, sein linker Fuß dick verpackt. Kurz vor Weihnachten wurde er operiert. „Mittelfußbruch, der dritte in einem Jahr“, sagt er und lacht gequält.

Jerome Wolf schießt, der Grimmaer Robin Brand kann ihn nicht daran hindern.
Jerome Wolf schießt, der Grimmaer Robin Brand kann ihn nicht daran hindern. © Ronny Belitz
Gemeinsamt mit Elisabeth Kühne und Tochter Shania lebt er in Lommatzsch in einer großen Altbauwohnung.
Gemeinsamt mit Elisabeth Kühne und Tochter Shania lebt er in Lommatzsch in einer großen Altbauwohnung. © Gerhard Schlechte

Der gebürtige Dippoldiswalder ist Sportler, spielt Fußball. Anfangen hatte er bei Dynamo Dresden, wechselte dann zum Radebeuler BC. Seine Trainer waren dort unter anderem Dixie Dörner und Horst Rau, zwei Dynamo-Ikonen. Dann wechselte er nach Lommatzsch, stieg aber mit der Mannschaft in die Kreisliga ab. „Ich wollte Höheres anstreben“, sagt er - und spielt seitdem in der Landesliga-Mannschaft von Stahl Riesa.

Derzeit freilich nicht. Im März, so hofft der 31-Jährige, will er wieder fit sein, auf dem Platz stehen. Anderswo ist sein Stammplatz garantiert. Auf der Bühne des Lommatzscher Carnevalsclub (LCC) nämlich. Denn gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin, der 38-jährigen Elisabeth Kühne, bildet er das diesjährige Lommatzscher Prinzenpaar. Auch die Prinzessin ist sehr sportlich, war einst Schwimmerin, trainierte viele Jahre an der Sportschule Chemnitz.

In ihrer Spezialdisziplin Freistil nahm sie auch an den Deutschen Meisterschaften teil. Dass die beiden mal Prinzenpaar werden würden, zeichnete sich schon lange ab. Steffen Richter vom Verein, der permanent auf der Suche nach Faschingsprinzesssinnen und -prinzen ist, fragte schon vor Jahren mal an. Und ließ nicht locker. Schließlich, bei einer Feier und einem Barbesuch und nach ein paar hochgeistigen Getränken ließ sich Jerome Wolf überreden. Und schrieb das Versprechen auf einen Bierdeckel.

Steffen Richter hat den Bierdeckel gut aufgehoben, holte ihn jetzt wieder hervor. Und da Jerome Wolf und Elisabeth Kühne nicht zu den charakterlosen Gesellen gehören, die ein fest gegebenes Wort brechen, lösten sie das Versprechen ein.

Zum Fasching gehen die beiden schon lange, Jerome hat seine Partnerin dafür begeistert. Doch Prinzenpaar zu sein ist schon etwas anderes. Es verlangt auch organisatorisches Talent. Denn die Kinder – die zweijährige gemeinsame Tochter Shania und zwei sieben und neun Jahre alten Kinder von Elisabeth Kühne aus einer vorangegangenen Beziehung, müssen jedes Mal bei Verwandten und Bekannten untergebracht werden. Und es gab noch ein Problem.

Jerome ist nicht der allertollste Tänzer. „Er ist Fußballer“, sagt seine Lebengefährtin vielsagend, und er ergänzt: „Walzer tanze ich nur auf dem Fußballplatz“. Damit es auch auf dem Parkett klappt, waren Tanzstunden geplant. Es kam etwas dazwischen, der erneute Mittelfußbruch nämlich. Er scheint, als sei der Faschingsprinz darüber nicht besonders traurig. Der Eröffnungswalzer fiel dennoch nicht ins Wasser. Steffen Richter sprang heldenhaft als Ersatz ein. Es gibt Schlimmeres, als mit der großen, attraktiven Blondine Walzer zu tanzen. Der geborgte Prinz sozusagen. Auch zur Abendveranstaltung am 3. Februar wird sich Steffen Richter „opfern“.

Nicht helfen konnte er bei der Eröffnungsrede am 11. 11. „Klar war ich nervös und aufgeregt. Ich habe gestaunt, dass so viele Leute gekommen waren, das Zelt war übervoll“, sagt Jerome Wolf. Und bekommt Lob von seiner Prinzessin: „Er hat das gut hingekriegt.“ Nicht hingekriegt hat er etwas anders - das Anstechen des Bierfasses. „Das war das Schlimmste. Es kam nur Schaum und hörte nicht auf“, sagt er und lacht. Ungewöhnlich für einen Fußballer, dass es mit dem Bier nicht klappt.

Der Höhepunkt wird für die beiden der Festumzug in Radeburg sein. Werden sie auch in der kommenden Saison das Prinzenpaar stellen? Jerome Wolf will sich da nicht festlegen: „Wir ziehen die Saison jetzt durch und dann sehen wir weiter“, lässt er alles offen. Durchziehen will er bald auch wieder bei Stahl Riesa. Für ihn gilt: Wichtig is auf`m Platz.

Die Abendveranstaltung des LCC findet am 3. Februar um 19.30 Uhr statt. Der Kinderfasching beginnt am 4. Februar um 14 Uhr, Weiberfasching ist am 8. Februar um 19.30 Uhr und Seniorenfasching am 10. Februar um 16 Uhr. Alle Veranstaltungen finden im Schützenhaus statt.