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Eine Pilgerfahrt zur Sankt Josefskapelle

Ilona und Matthias Werner laden Freunde nach Oderwitz ein. Ein Reisebüro hätte das nicht besser organisieren können.

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© Matthias Weber

Von Mario Sefrin

Niederoderwitz. Sankt Josefskapelle. So steht es in feiner Schrift aus Holzbuchstaben an der Wand der katholischen Kapelle in Niederoderwitz. Die Buchstaben vervollständigen nun gemeinsam mit dem schlichten Holzkreuz das äußere Erscheinungsbild der kleinen Kapelle an der Oberherwigsdorfer Straße 12 a. Ilona und Matthias Werner sind glücklich, dass diese jetzt auch für alle sichtbar einen Namen bekommen hat. „Immerhin hat uns der Schriftzug einiges Kopfzerbrechen und Arbeit bereitet, bevor alles so war, wie wir uns das vorgestellt haben“, erzählt Ilona Werner. Doch mit dem selben Engagement und Gottvertrauen, mit dem die Eheleute bereits die Kapelle gebaut haben, konnten sie das Namenszug-Problem schließlich lösen.

Dass sie dafür wieder ein paar Urlaubstage geopfert haben, stört sie nicht. Denn Ilona und Matthias Werner wohnen eigentlich nicht in Oderwitz, sondern in Dürmentingen in Baden-Württemberg. Dass die Kapelle in Oderwitz steht, liegt daran, dass Matthias Werner aus dem Ort stammt und das Grundstück, auf dem das Häuschen steht, ihm gehört. Für Ilona Werner hat die Kapelle aber eine besondere, persönliche Bedeutung: Nachdem sie eine schwere Krankheit überstanden hat, kann sie heute wieder in ihrem Beruf als Heilpädagogin arbeiten. Sie glaubt fest daran, dass es eine Heilung war, bei der Gott mitwirkte. Aus Dankbarkeit wurde die Kapelle gebaut und am 15. August 2015 feierlich eröffnet.

Ilona und Matthias Werner möchten ihre Dankbarkeit aber mit allen teilen. „Die Kapelle steht jedem offen, der sie betreten möchte“, sagt Ilona Werner. Und das auch, wenn das Ehepaar selbst nicht in Oderwitz ist: Die Nachbarn haben einen Schlüssel. Auch in ihrer baden-württembergischen Heimat machen sie Werbung für ihre Kapelle – und haben sich dafür etwas ganz Besonderes ausgedacht, wie Ilona Werner erzählt. „Wir werden uns im Juli mit Freunden und Bekannten aus Baden-Württemberg auf eine Pilgerfahrt begeben. Diese führt auch nach Oderwitz, wo an unserer Kapelle am Nachmittag des 14. Juli zum Gedenktag des Seligen Horznata ein Gottesdienst stattfinden wird.“ Dazu sind auch alle interessierten Oberlausitzer eingeladen, sagt Ilona Werner: „Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee und Kuchen.“

Die Pilgerreise steht unter dem Thema „Auf den Spuren des Seligen Horznata“ und ist diesem 1217 in Kerkerhaft gestorbenen Märtyrer, von dem eine Reliquie im Altar in der Josefskapelle in Oderwitz zu sehen ist, gewidmet. Das Programm für die Pilgerfahrt, die neben Oderwitz unter anderem nach Hroznatov, Tepla und Jablonne in Tschechien sowie nach Dresden, Ostritz und auf den Berg Oybin führt, haben Ilona und Matthias Werner selbst zusammengestellt. Auch den kleinen Reisebus fahren Werners selbst. Sogar eine geistliche Begleitung haben Werners für diese Pilgerfahrt organisiert: „Diese übernimmt Pfarrer Albert Menrad aus Offingen“, sagt Ilona Werner. Eine Rund-um-Organisation, die ein professionelles Reisebüro wohl nicht besser hinbekommen hätte. „Wenn wir etwas machen, dann richtig“, sagt Ilona Werner dazu. Und auch wenn die Resonanz in ihrer Heimatgemeinde anfangs verhalten war: Mittlerweile ist der Bus voll.

Ilona und Matthias Werner freuen sich vor allem darauf, ihren Freunden und Bekannten aus Süddeutschland die Oberlausitz zu zeigen. „Es ist eine wunderschöne Gegend mit wunderbaren Menschen“, sagt Ilona Werner. Sie muss es aber auch wissen: Schließlich hat sie einen waschechten Oberlausitzer geheiratet.