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Eine Schelle vom Profiboxer

Zwei Männer haben sich in einem Fitnessstudio ums Trainingsgerät gestritten. Die Sache ist nicht ganz billig.

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Von Alexander Schneider

Samir N. pflegt, seine Gegner vorzeitig auszuknocken. Das macht er nicht ganz ohne Erfolg, der Mann ist Weltmeister im Schwergewicht seiner Boxervereinigung. Gleichwohl hat der 35-jährige Deutsche mit syrischen Wurzeln Probleme, einen Promoter zu finden, der seiner sportlichen Karriere den nötigen Drall geben könnte. Das wiederum liegt möglicherweise daran, dass der Mann, der privat als selbstständiger Autohändler seine Brötchen verdient, auch außerhalb eines Boxrings gerne mal zuschlägt.

Am Montag stand der Mann wegen Körperverletzung und Bedrohung vor dem Amtsgericht Dresden. Laut Anklage hat er sich im Juli 2015 in einem Fitnessstudio in der Prager Straße mit einem Freizeitsportler um eine der Kraftsportapparaturen gestritten. Zunächst soll der Hüne den weit kleineren Mann gepackt haben. Wenig später sei N. wieder auf ihn zugekommen und habe getan, als wolle er ihm den Kopf mit einer 22,5 Kilo schweren Hantel zertrümmern. Nur wenige Zentimeter vor dem Schädel des 45-Jährigen habe N. seinen Stoß abgebremst. Als sich weitere Sportler einmischten, soll N. einem eine Ohrfeige gegeben haben, die tagelang schmerzte. Ein zweiter Mann habe N.s Schlägen ausweichen können.

Vor Gericht erklärte N.s Verteidiger, dass sein Mandant die Vorwürfe einräume. Es ging daher nur noch um die Höhe der Geldstrafe des Strafbefehls, den der Boxer nicht akzeptiert hatte. In einer Sitzungspause zahlte N. einem der Geschädigten ein Schmerzensgeld von 300 Euro. Der 45-Jährige, mit dem N. zuerst gestritten hatte, schlug ein solches Angebot aus.

Richterin Birgit Keeve verurteilte Samir N. zu einer Geldstrafe von 4 000 Euro. Die Vorstrafen, darunter Bewährungsstrafen wegen Körperverletzung und Waffenbesitzes, wurden strafverschärfend gewertet.