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Elefant, Minotaurus, Kuh und Co.

Reisen in andere Länder und andere Zeiten sind bei den Südkreis-Karnevalisten beliebt. Und gleich drei Vereine machen Fasching auf dem Bauernhof.

© Matthias Weber

Von Susanne Sodan

Ab auf den Grill

Worauf muss man beim Grillen achten und was schmeckt am besten auf dem Grill? Egal zu welcher Jahreszeit - Grillen macht immer Spaß und verbindet.

Löbau-Zittau. Der Elefant ist wieder da. Vergangenes Wochenende war er weg, auf Party in Dittersbach. Und das Zebra geht dieses Wochenende schon wieder feiern, vermutlich auch in Dittersbach. In die dortige Mehrzweckhalle lädt der Schönauer Karnevalsclub in dieser Faschingssaison zu mehreren Partys ein. Vergangenes Wochenende war Preismaskenball, am heutigen Sonnabend ist der verkehrte Ball. Das Motto diese Saison: Ein Traum wird wahr – der SKC in Afrika. Da dürfen Elefant und Zebra nicht fehlen.

Die beiden Kostüme stammen aus dem Fundus der Schneiderin Anke Große in Lawalde. Faschingssaison ist bei ihr Hochsaison, denn in ihrer Schneiderei hat sie über die Jahre einen großen Kostümfundus aufgebaut, aus dem sich viele, auch aus den umliegenden Gemeinden und Städten, für die Veranstaltungen einkleiden. Lässt sich dieses Jahr ein Trend feststellen, eine leergefegte Themenecke? „Eigentlich nicht“, sagt Anke Große. Diese Woche waren fast alle schicken Kleider verliehen, wegen des Weiberfaschings. Der Oppacher Narrenbund feierte unter dem Motto Las Vegas, bei Anke Große hat sich dafür so mancher Mann ein Charleston-Kleid geliehen. „Das sah bei einigen auch wirklich gut aus“, erzählt sie. Nicht jedes Thema ist dieses Jahr aber so einfach umzusetzen. „Cunewalde hat zum Beispiel ein Sachsen-Thema“, erzählt Anke Große. „In Friedersdorf geht es um Frankreich. Da muss man ein bisschen um die Ecke denken.“

Stimmt, bestätigt Daniel Rißmann, Vorsitzender des Friedersdorfer Karneval Klubs. „Aber wir haben in dieser Saison schon ganz interessante Kostüme dabeigehabt“, erzählt er. Elegante Abendkleider, Moulin Rouge, gute Köche, Barett-Mützen, Napoleon. „Es gibt schon Möglichkeiten“, sagt Daniel Rißmann. Ein paar Richtungen bei den Mottos lassen sich doch ausmachen. Nicht nur Friedersdorf geht auf Reise in ferne Länder. Auch Schönau hat sich mit Afrika ein Länder-Motto gesucht. Und bei den Hörnitzern geht es ganz weit weg: nach Griechenland, auf den Olymp, bis in die Welt der Götter. Einige Vereine reisen auch in der Zeit: Die Berthelsdorfer machen sich auf in die Steinzeit. Die Kittlitzer müssen nicht ganz so lange in der Zeitmaschine sitzen, sie suchen die Stars ihrer Kindheit.

Gleich drei Karnevalsvereine im Südkreis bleiben aber in heimatlichen Gefilden und im Hier und Jetzt– und feiern mit einem landwirtschaftlichen Thema. Der Zittauer Karnevals Club ZKC hat das Motto „Dem Narren wird’s ganz flau – der Bauer sucht ‘ne Frau.“ Beim KKC Spitzkunnersdorf heißt es „Der Knecht der Magd das Röck’l rafft, der KKC macht Landwirtschaft“ und die Oberlausitzer Karnevalsgesellschaft Neugersdorf macht „Krawall im Stall“. Zufall, sagt Daniel Haselbach, Präsident der Spitzkunnersdorfer Karnevalisten. Wie die meisten Vereine suchen sie sich ihr Thema schon lange vor der Saison. „Wir treffen uns im Sommer und legen mehrere Vorschläge auf den Tisch“ erzählt er. Zu welchem Motto lassen sich gute Verkleidungen finden? Bei welchem gibt es spontan Sketch-Ideen? Für diese Saison hat das Thema das Rennen gemacht, das er selber vorgeschlagen hatte. Auf das Bauernmotto kam er im Gespräch mit einem Bekannten. „Wir haben uns über alte Musik unterhalten“, erzählt Haselbach. Und über das Lied „Dorfrock“ von Egon aus den 80er Jahren. „Und dann fängt man an, weiterzuspinnen.“ Ganz demokratisch geht die Mottosuche in Neugersdorf zu. Immer am Faschingsdienstag kommen 19.19 Uhr viele Mitglieder der Oberlausitzer Karnevalsgesellschaft, etwa 40 bis 50 Leute, im Schweizerhaus zusammen, erzählt der Vorstandsvorsitzende Ronald Lindecke. Jeder bringt ein mögliches Thema für die nächste Saison mit– und zwar in Form einer passenden Verkleidung.