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Eltern bleiben hartnäckig

Im Streit um die Urlaubsvertretung für Tagesmütter gab es die ersten Gespräche mit Stadträten.

Von Peggy Zill
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Ist die Tagesmutter im Urlaub, müssen auch viele Eltern frei nehmen. Das soll sich ändern.
Ist die Tagesmutter im Urlaub, müssen auch viele Eltern frei nehmen. Das soll sich ändern. ©  dpa

Radebeul/Coswig/Moritzburg. Weil es für die Urlaubstage von Tageseltern keine Vertretung gibt, haben sich Eltern zusammengeschlossen, um die Kommunen zum Umdenken zu bewegen. Ihre Forderungen schickten sie im Dezember an Stadt- und Gemeinderäte. In Radebeul hat es nun Gespräche mit CDU, Freien Wählern und Linken gegeben. In der kommenden Woche steht das Thema auf der Tagesordnung des Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses.

In Moritzburg ist das derzeit nicht geplant, wie Bürgermeister Jörg Hänisch erklärt. Er habe durchaus Verständnis für die Eltern. „Es gibt aber auch Kitas, die mal zumachen. Man kann nicht für alle Eventualitäten einen Ersatz schaffen“, so Hänisch. 

Dennoch will er versuchen, eine Lösung zu finden. Diese könnte zum Beispiel so aussehen, dass die Kinder der Tagesmütter für ein paar Tage in einer Krippe unterkommen. Sobald Kosten entstehen, muss aber die Mehrheit der Gemeinderäte dafür stimmen. 

Jörg Hänisch würde sich wünschen, dass die gesetzlichen Regelungen zur Kindertagespflege eindeutiger sind. Die Eltern glauben, das Gesetz auf ihrer Seite zu haben. Darin ist geregelt, dass Tagespflegepersonen und Kindertagesstätten gleichgestellt sind. Die Eltern zahlen auch die gleichen Beiträge, bekommen aber nicht die gleiche Leistung, wie der Coswiger Stadtrat Sven Böttger bemängelt. „Wir zahlen zwölf Monate, die Kinder sind aber nur zehneinhalb Monate betreut.“ 

Bisher gibt es nur Ersatz, wenn eine Tagesmutter krank wird. Im Gesetz steht aber, dass für Ausfallzeiten rechtzeitig eine andere Betreuungsmöglichkeit sicherzustellen ist. Was Ausfallzeiten sind, wird nicht definiert. In den Stadtverwaltungen von Radebeul und Coswig geht man davon aus, dass damit vor allem Krankheit gemeint ist. Urlaub dagegen sei geplant. 

Aus dem Coswiger Rathaus haben die Eltern bisher noch keine zufriedenstellende Antwort auf ihren Brief erhalten. Und auch auf der Tagesordnung eines Ausschusses ist das Thema noch nicht aufgetaucht. Deshalb legen die Eltern mit einem weiteren Schreiben, in dem sie Fakten gesammelt haben, noch einmal nach. 

Aufgeben werden sie so schnell nicht. „Es gibt Eltern, die sagen, dass sie bereit sind zu klagen“, sagt Sven Böttger. Auch wenn sie dann selbst nicht die Nutznießer einer gerichtlichen Entscheidung wären, weil die Kinder bis dahin in die Kita gewechselt sind. Ziel sei es jedoch, eine einvernehmliche Lösung ohne Rechtsstreit zu finden.