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Ende gut, alles gut

Beim Bau des Seniorenhauses in Weida hatte es endlose Verzögerungen gegeben, dann noch einen Fehlstart. Jetzt läuft’s.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

Riesa. Die Erleichterung ist den Machern anzumerken: Endlich läuft es im neuen Seniorenhaus in Weida in geordneten Bahnen. Noch Anfang Mai hatte es dort Aufregung gegeben: Die ersten teils hochbetagten Rentner hatten wenige Tage nach ihrem Einzug wieder ausziehen müssen – weil der Bau noch nicht abgenommen war und Genehmigungen von der Stadt fehlten. Sieben Senioren waren davon betroffen und kamen teils im Advita-Schloss Gröba unter, teils noch einmal zu Hause. „Aber alle sieben sind uns treu geblieben und jetzt wirklich hier eingezogen“, sagt Uli Schuppach.

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Zentral gelegen: Das Seniorenhaus in Weida an der Stendaler Straße beherbergte früher eine Poliklinik.
Zentral gelegen: Das Seniorenhaus in Weida an der Stendaler Straße beherbergte früher eine Poliklinik. © Sebastian Schultz
Alles neu: So sieht der Aufenthaltsbereich in der Demenz-WG aus. Eine offene Küche gehört auch dazu.
Alles neu: So sieht der Aufenthaltsbereich in der Demenz-WG aus. Eine offene Küche gehört auch dazu. © Sebastian Schultz
Selbst gekocht: Advita beschäftigt in Weida auch einen eigenen Koch.
Selbst gekocht: Advita beschäftigt in Weida auch einen eigenen Koch. © Sebastian Schultz

Der Advita-Sprecher ist jetzt extra aus Berlin nach Riesa gekommen, um sich selbst ein Bild vom neuen Haus zu machen. Jahrelang war an der einstigen Poliklinik gebaut worden. Doch immer wieder verzögerte sich die Eröffnung, weil es Schwierigkeiten mit dem Bau gab. Davon ist nun nichts mehr zu merken. „Es sind zwar noch nicht alle Räume möbliert und gestaltet“, sagt Uli Schuppach. „Aber die künftigen Bewohner sollen ja auch die Möglichkeiten haben, sich ihr Umfeld individuell einzurichten.“

Die künftigen Bewohner – das teilt sich in drei Gruppen. Einerseits hat der Betreiber dort 29 seniorengerechte Wohnungen einbauen lassen. Andererseits gibt es zwei Demenz-WG, die insgesamt 20 Plätze bieten. Und schließlich ist da noch die Tagespflege im Untergeschoss, wo Angehörige beispielsweise die pflegebedürftige Oma ein, zwei Tage pro Woche tagsüber unterbringen können – um Zeit für eigene Angelegenheiten zu haben.

Mit einem Seniorenheim ist das ganze also nicht zu verwechseln – dort gelten rechtlich ganz andere Vorschriften. Wer in Weida einzieht, mietet erst mal nur eine Wohnung, ähnlich wie im Hochhaus nebenan. Und kann sich dann noch paketweise etwas dazu buchen, das Essen etwa, die Reinigung – oder aber auch die Pflege durch den ambulanten Pflegedienst von Advita. „Die Bewohner können sich aber auch für einen anderen Pflegedienst entscheiden, das wäre genauso möglich“, sagt Uli Schuppach. Bislang, drei Wochen nach dem ersten Einzug, sind acht der 29 Wohnungen vermietet. Zwei kommen demnächst dazu. Zwar gäbe es für jede der Wohnungen bereits Interessenten, Bewerbungen seien aber noch möglich.

Und was kostet das Ganze? Kommt drauf an: „Die normale Miete für eine kleine Wohnung liegt bei 500 Euro“, sagt Uli Schuppach. Obligatorisch obendrauf kommt eine Betreuungspauschale von rund 150 Euro. „Dafür hat man aber auch rund um die Uhr Personal im Haus, geputzte Gemeinschaftsräume, Hausmeisterdienste und einen Ansprechpartner für alltägliche Probleme“, sagt der Advita-Sprecher. Der Rest ist freiwillig: Etwa das Speisepaket für rund 300 Euro pro Monat, mit dem man von der Küche im Untergeschoss versorgt wird. Und für weitere 120 Euro gibt es das Hauswirtschaftspaket, bei dem auch die eigene Wohnung geputzt, die Wäsche gewaschen, die Zeitung geholt und der Müll runtergeschafft wird. „Das ist natürlich etwas teurer als in einer normalen Wohnung in der Nachbarschaft“, sagt Schuppach. „Aber dafür ist bei uns auch alles barrierefrei und tipptop neu gemacht. –

Eine Etage unter den neuen Wohnungen im oben drauf gesetzten Neubau-Geschoss finden sich die zwei Demenz-WG. Bislang leben dort erst zwei Bewohner, zwei weitere kommen ab dem 1. August. Allerdings liefen schon weitere Besichtigungstermine. „Wer einen WG-Platz möchte, muss sich ranhalten“, sagt der Advita-Sprecher. An fast allen gut 20 Standorten der Gruppe gäbe es bei WG Wartelisten.

Die Tagespflege dagegen startet am 1. August erst einmal mit acht Gästen – 36 wären möglich. „Kaum ein Angehöriger weiß, dass man bei Vorliegen eines Pflegegrads Anspruch darauf hat, sich einen großen Teil der Kosten für die Tagespflege erstatten zu lassen“, sagt Schuppach. Spricht sich das rum, würden wohl mehr Menschen das Angebot nutzen. Begegnen werden sich die neuen Bewohner wohl vor allem im großen, begrünten Innenhof – eine Spezialität des Weidaer Hauses. Noch geht es dort ziemlich ruhig zu. Schon bald dürfte dort aber mehr Begängnis herrschen.

Kontakt für Interessenten über Hausleiterin Luisa Klein, Tel. 03525 8756822, E-Mail: [email protected]