Merken

Endspurt auf der Borsbergstraße

Drei Wochen früher als geplant wird eine der wichtigsten Verbindungsstraßen Dresdens wieder freigegeben.

Teilen
Folgen
NEU!

Martin Lamss und Tobias Wolf

Erst gab es Bauverzögerungen wegen des langen Winters, dann kam Dauerregen und im Juni die Elbeflut. Die Bauarbeiten an der Borsbergstraße drohten sich deshalb zu verzögern. Nun werden sie deutlich eher beendet, als geplant. Dies teilte ein Rathaussprecher am Dienstag gegenüber der Sächsischen Zeitung mit. Ursprünglich sollte die wichtigste Verbindungsstraße im Dresdner Osten bis 16. November gesperrt bleiben. Nach SZ-Informationen kann der Autoverkehr bereits ab nächstem Mittwoch über die frisch sanierte Trasse rollen. Die Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sollen am Donnerstag ab 3.30 Uhr wieder fahren.

Kommt es nicht zu Dauerregen, sind zu diesem Zeitpunkt auch sämtliche Fahrbahnmarkierungen fertig. Für Anwohner und Gewerbetreibende bedeutet der schnelle Abschluss der Großbaustelle fast drei Wochen weniger Lärm und Dreck. Möglich wurde dies, weil die Stadt die Borsbergstraße/Schandauer Straße in nur zwei statt der eigentlich geplanten drei Phasen sanieren ließ. Dazu wurde mehr Personal eingesetzt, als ursprünglich kalkuliert und fast jeden Sonnabend auf der Baustelle gearbeitet. Der Druck auf das Rathaus, die Borsbergstraße rechtzeitig fertig zu bekommen, war groß.

Immer wieder hatten sich Anwohner und Autofahrer wegen der überlasteten Umleitungsstrecken beschwert, die an manchen Kreuzungen zu Konflikten führten. Zeitweise war es nicht mehr möglich, von der Borsbergstraße zwischen dem Fetscherplatz und der Bergmannstraße in die nördlichen Wohngebiete Striesens abzubiegen. Autofahrer fuhren deshalb in gesperrte Einbahnstraßen hinein. Erst in den letzten Wochen musste die Polizei deshalb mehrfach aktiv werden und verteilte an Dutzende Autofahrer Strafzettel.

Mit der Freigabe geht auch die neue Inselhaltestelle Spenerstraße neben dem Kaufland in Betrieb. Für deren Bau musste die Borsbergstraße im Bereich des Renault-Autohauses deutlich verbreitert werden. Damit konnte ein barrierefreier Zugang zur Straßenbahn geschaffen werden. Ähnlich der Zwinglistraße sollen die DVB-Busse dort künftig auf den Gleisen halten. Weil Busse und Bahnen an derselben Bordsteinkante halten, können gerade ältere Fahrgäste künftig komfortabler umsteigen. Deshalb wird der Anschluss zwischen dem Bus 63 und der Bahnlinie 4 von der Bergmannstraße an die Spenerstraße verlegt. Die einzelnen Linien werden besser aufeinander abgestimmt und warten aufeinander. Der Bus 64 in Richtung Reick könnte künftig ebenfalls über die neu gebaute Haltestelle geführt werden. Derzeit fährt er über den Fetscherplatz.

Pohlandplatz ab Mittwoch wieder offen

Mit der Freigabe sollen auch sämtliche Ampeln in Betrieb gehen, mit Ausnahme der Kreuzung Bergmannstraße. Wegen Gerüstarbeiten an einem Gebäude steht dort bis Jahresende noch eine Baustellenampel.

Zum Endspurt beeilen sich die Straßenbauer nun besonders. Bis kommenden Mittwoch müssen noch einzelne Granitplatten auf dem nördlichen Gehweg zwischen Fetscherstraße und Müller-Berset-Straße ausgerichtet werden. Fußgänger können den sanierten Bürgersteig jedoch bereits uneingeschränkt nutzen, so der Rathaussprecher. In diesem Abschnitt seien zudem noch einzelne Flächen auf der Fahrbahn zu asphaltieren und Fugen zu den Schienen zu verschließen. Im Bereich zwischen Müller-Berset-Straße und Junghansstraße müssen ebenfalls noch Fußwege fertiggestellt und Baugruben verschlossen werden.

Zudem werden die Einmündung von der Tittmannstraße in die Borsbergstraße neu gestaltet und die Baustellenzufahrt an der Geisingstraße verschlossen. Die bisherigen Umleitungsstrecken bleiben dem Rathaus zufolge noch bis nächste Woche weitgehend bestehen. Dafür wird die Umfahrung des Pohlandplatzes über die Junghansstraße und die die Dornblüthstraße bis zur Ermelstraße schon heute aufgehoben. Ab 3.30 Uhr rollen Busse und Autos zwischen Schlüter- und Ermelstraße wieder ungehindert über den Pohlandplatz.

Ab dem kommenden Frühjahr will das Straßen- und Tiefbauamt dann die marode Kopfsteinpflasterpiste zwischen Pohlandplatz und Wehlener Straße sanieren.