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Endspurt im Friedenspark

In Pirnas zentraler Oase bauen Fachleute den Spielplatz auf. Bis die Geräte bespielt werden dürfen, dauert es aber noch.

Von Thomas Möckel
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Lars Küster (l.) und Mike Lorenz von einer Teltower Spielplatzbau-Firma errichten auf dem neuen Spielplatz im Pirnaer Friedenspark einen Kletterparcours aus mehr als 60 Einzelteilen.
Lars Küster (l.) und Mike Lorenz von einer Teltower Spielplatzbau-Firma errichten auf dem neuen Spielplatz im Pirnaer Friedenspark einen Kletterparcours aus mehr als 60 Einzelteilen. © Foto: Daniel Schäfer

Lars Küster und Mike Lorenz schleppen einen geschälten Baumstamm herbei, legen ihn auf einem anderen Pfosten ab, die Verbindungsstelle zurren sie mit einem dicken blauen Seil fest. An anderer Stelle haben die beiden bereits hölzerne Pfähle aufgerichtet, an deren Spitze ein Baumhaus thront, es ist mit blauen, gelben und orangefarbenen Brettern verkleidet.

Küster und Lorenz sind Mitarbeiter der Firma „Ulrich Paulig & Co. Merry go round“ aus dem brandenburgischen Teltow. Ende vergangenen Jahres begannen die beiden, eine Art neue Welt für bewegungsfreudige Kinder aufzubauen. Das Unternehmen errichtet im Auftrag der Stadt im hinteren Teil des Friedensparks einen Geschichten-Spielplatz, das Tobeareal ist dem Thema Seilerei gewidmet, weil sich an diesem Standort einst eine Seilerei befand.

Der Teltower Betrieb hatte den von Pirna initiierten Wettbewerb gewonnen, weil der brandenburgische Entwurf laut der Jury das Thema Seilerei am besten traf. Sämtliche Spielgeräte ließ das Unternehmen eigens für den Aktivbereich im Friedenspark anfertigen. Und deren Aufbau kündet nun vom nahen Finale.

Der Umbau von Pirnas zentraler innerstädtischer Oase soll in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Bis Ende Januar, so die Auskunft der Stadt, sollen alle Spielgeräte im dritten und letzten Bauabschnitt des Friedensparkes stehen und der Aktivbereich fertig gestaltet sein, im Anschluss soll das Areal offiziell eröffnet werden. Bis dahin ist der Betrieb noch ein wenig eingeschränkt.

Denn obwohl die Spielgeräte schon stehen, dürfen sie derzeit nur angeschaut, aber nicht angefasst werden. Nach Aussage des Rathauses muss zunächst noch der Beton der Fundamente aushärten, zudem müssen auch die neu angelegten Wege etwas ruhen, damit sich das Material setzt und verfestigt, ehe die Pfade betreten werden können. Bis zur Eröffnung des Friedensparks werden die Spielgeräte gesichert und dürfen bis dahin nicht genutzt werden.

Mit dem Finale im dritten Bauabschnitt endet für die Stadt nach reichlich zwei Jahren insgesamt ein Großprojekt. Bereits Mitte 2015 wählte der Stadtrat aus mehreren Entwürfen jene Variante aus, die den Abgeordneten als attraktivste schien, im Oktober 2016 begann der Umbau des Friedensparks. Der Siegervorschlag orientierte sich am historischen Vorbild des Parks und sah wieder eine klassische Dreiteilung des Areals vor, das viele Anwohner in den vergangenen Jahren zunehmend als unschön empfanden.

Von der Breiten Straße kommend bestreitet nun ein Aufenthaltsbereich den Auftakt zum Friedenspark, dessen Attraktion ein Wasserfontänenfeld ist. Die Strahlen schießen in unterschiedlichem Takt aus Bodendüsen, überdies werden die Fontänen in verschiedenen Farben angeleuchtet. Pflanzinseln und Sitzbänke komplettieren diesen Bereich, der im April 2017 fertiggestellt wurde.

Über den Mittelteil des Parks erstreckt sich ein ausgedehnter Ruhebereich mit einer großen Wiese, auf der Parkbesucher picknicken oder sich ausruhen können. Vervollständigt wird das Areal von einer langen Friedensbank, weil sich Stadt und Gestalter schon frühzeitig darauf verständigt hatten, dass der Park auch weiterhin den Friedensgedanken in sich trägt. In den Sockel der Bank wurde der Schriftzug „Friedenspark/Friedensbank“ eingeprägt, damit der Verweilende weiß, auf welcher Symbolik er da gerade sitzt. Dieser Bereich wurde im September 2017 vollendet.

Im hinteren Teil entsteht überdies ein Aktivbereich mit dem Kinderspielplatz, zudem lässt die Stadt die Asphaltfläche für Skater sanieren, die früher im Winter auch als Eislaufbahn genutzt wurde.

Ergänzt wird der Friedenspark mit drei Infotafeln. Die eine Tafel widmet sich der Historie des Parks, darauf finden sich beispielsweise Verweise auf das frühere Kriegerdenkmal sowie den einstigen Teich, der schon vor langer Zeit mit Trümmerschutt verfüllt wurde. Die zweite Tafel widmet sich generell den Denkmalen, die einst im Park zu finden waren. Speziell beschrieben wird das sowjetische Ehrenmal, das vor einigen Jahren wieder an seinen angestammten Platz auf dem Soldatenfriedhof an der Rottwerndorfer Straße zurückkehrte. Ein Hinweis findet sich zudem auf die Gedenkplatte, die an 13 Opfer des Faschismus erinnerte, die vermeintlich im Friedenspark beigesetzt wurden, deren Überreste aber trotz aufwendiger Grabungen nicht gefunden worden. Eine dritte Tafel erläutert kindgerecht die Arbeit einer Seilerei.

Der Umbau des Friedensparkes kostet rund 990 000 Euro, das Vorhaben wird mit 792 000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert. Die Rekonstruktion soll voraussichtlich Ende Januar 2019 abgeschlossen sein. Als letztes größeres Projekt steht noch die Sanierung des Seilergässchens auf dem Plan, das vom Friedenspark in Richtung Tischerplatz führt.