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„Erhaben wie eine Kathedrale“

Ein Stuttgarter Designer hat das Mischfutterwerk entdeckt – und richtig in Szene gesetzt.

© Thomas Sälzle

Riesa. Das Mischfutterwerk würde vermutlich niemand als Schönheit bezeichnen – doch ist es unumstritten das markanteste Gebäude Riesas. Das ist auch dem Designer Thomas Sälzle nicht entgangen, als er vor Kurzem eher zufällig in die Sportstadt kam. Der Süddeutsche zückte kurzentschlossen seine Kamera und hielt das stillgelegte Werk für seine Design-Webseite Formfreu.de fest. Die SZ sprach mit ihm über das Gebäude aus Designer-Sicht.

Auch einige Detailaufnahmen hat der Designer von dem Gebäude gemacht.
Auch einige Detailaufnahmen hat der Designer von dem Gebäude gemacht. © Thomas Sälzle
Langsam macht sich der Rost an Schildern und Toren des Werks breit.
Langsam macht sich der Rost an Schildern und Toren des Werks breit. © Thomas Sälzle
Die Seite Formfreu.de betreibt Thomas Sälzle als Hobby.
Die Seite Formfreu.de betreibt Thomas Sälzle als Hobby. © M. Haub

Herr Sälzle, was hat Sie am Mischfutterwerk beeindruckt?

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Der starke Kontrast: zum einen zwischen dem Gebäude und dem extrem blauen Himmel an dem Tag, als die Fotos entstanden sind, und zum anderen zwischen Industrie und Innenstadt. Das gibt es ja nicht so oft, dass solche Betonsilos mitten im Zentrum stehen.

Der Titel Ihrer kleinen Fotoserie heißt: „Kathedrale Riesa“. Warum?

Das Werk thront so erhaben und mächtig über der Stadt wie eine Kathedrale. Die Silos wirken aber auch als Raumschiff, das gerade gelandet ist. Ein völlig anderer Maßstab und Größenbezug zum Rest der Stadt. Sehr surreal. Für mich, der zum ersten Mal in Riesa war, war das sehr augenscheinlich.

Was hat Sie überhaupt nach Riesa geführt?

Ich war auf dem Autoteilemarkt in der Sachsenarena.

Welche Motive landen auf Ihrer Internetseite Formfreu.de?

Fotos von Oldtimern, aber auch von Mode oder Architektur. Wir hatten auch schon mal eine Serie von Hotels – alles, was aus der Sicht von Designern interessant ist.

Warum betreiben Sie die Seite?

Die Seite ist nicht kommerziell. Das ist ein Hobby. Vor etwa zehn Jahren haben ein Studienkollege und ich damit begonnen. Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie hat man auf einmal so viel mehr Fotos gemacht als früher. Aber man hat sie sich danach meist nicht mehr angeschaut. Also haben wir unsere Seite Formfreu.de ins Leben gerufen, auf der wir unsere Entdeckungen teilen. Das ist wie eine Art Tagebuch.

Was machen Sie denn beruflich?

Ich bin Autodesigner in Stuttgart.

Das Gespräch führte Britta Veltzke.