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Erkältungswelle hat Dresden im Griff

Viele Mitarbeiter sind krank. An Schulen fällt Unterricht aus. An den Städtischen Kliniken wird umgeplant.

© Sven Ellger

Von Juliane Richter

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Die Winterferien haben nicht für die erhoffte Entspannung gesorgt. Nach wie vor ist die Erkältungs- und Grippewelle in Dresden deutlich spürbar. Die aktuellsten Zahlen der Landesuntersuchungs-anstalt (Lua) zeigen für die siebte Kalenderwoche bis zum 18. Februar 416 neue Influenza-Fälle in Dresden – und damit mehr als 1 400 seit Jahresbeginn. Lua-Präsidentin Gerlinde Schneider geht seitdem von einem gleichbleibend hohen Niveau an Neuerkrankungen aus. Ein Ende der Erkältungswelle ist bisher nicht in Sicht.

Das derzeitige sehr kalte, trockene Wetter oder plötzliche Temperaturanstiege, wie sie Ende der Woche erwartet werden, haben laut Schneider jedoch keine zusätzlichen negativen Auswirkungen. „Gefährlich wird es erst bei nassem Wetter. Dann sind auch die Atemwege ganz anders belastet“, sagt sie. Auch wenn die diesjährige Grippewelle bei weitem nicht so schlimm sei wie die Saison 2016/17, sind die Folgen in Dresden deutlich spürbar.

So ist in den Städtischen Kliniken Neustadt und Friedrichstadt deutlich mehr Pflegepersonal erkrankt als normalerweise. „Die Lage ist an beiden Standorten angespannt. Fast täglich müssen Dienste umgeplant werden“, sagt Sprecherin Viviane Piffczyk. In dieser akuten Situation sei es deshalb auch notwendig, Personal aus dem Urlaub zu holen. Damit sich die Erkältungswelle nicht noch mehr ausweitet, werden Besucher besonders penibel auf die Hygienemaßnahmen hingewiesen. Außerdem erhalten Klinikmitarbeiter noch immer die Vierfachimpfung gegen die Grippe.

Umplanen müssen auch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), weil viele Fahrer krank sind. Während die Chemnitzer Verkehrsbetriebe wegen der Erkältungswelle bereits mehrere Fahrten ausfallen lassen mussten, konnte das in Dresden laut DVB-Sprecher Falk Lösch bisher verhindert werden. Dafür machen die gesunden Fahrer Überstunden. Zudem werden Mitarbeiter aus den Bereichen Verwaltung und Technik, die einen Straßenbahnführerschein haben, auch als Fahrer eingesetzt. Überstunden sind derzeit auch bei der Bäder GmbH das einzige Mittel, um den Betrieb in den Dresdner Schwimmhallen aufrechtzuerhalten. In nahezu jedem Bad kommt es derzeit zu Krankmeldungen, egal ob beim Kassenpersonal, den Schwimm- oder Saunameistern. „Es fehlt an allen Ecken und Enden. Unsere Mitarbeiter sind aber auch ständig dem Wechsel von warm und kalt ausgesetzt“, sagt Sprecher Lars Kühl. Bisher sind alle Bäder trotzdem uneingeschränkt geöffnet.

Anders stellt sich die Lage in einigen Kindertagesstätten dar. Seit einigen Wochen lesen Eltern öfter die Bitte, ihre Kinder möglichst anderweitig zu betreuen, weil krankheitsbedingt Personal fehlt. Ganze Einrichtungen werden laut städtischem Presseamt aber nicht geschlossen. In den Kitas werden stattdessen Gruppen zusammengelegt oder Aushilfen aus anderen Kitas eingesetzt. Wenn viele Erzieher ausfallen, werde im Einzelfall die Öffnungszeit reduziert. Aber immer in Absprache mit den Eltern. In Härtefällen werden laut Eigenbetriebsleiterin Sabine Bibas Kinder in andere Einrichtungen vermittelt.

An einigen Dresdner Schulen musste direkt nach den Winterferien Unterricht ausfallen. So waren am Gymnasium Klotzsche sieben Lehrer – und damit fast zehn Prozent der Lehrerschaft – krank. Hinzu kamen am Montag fast 50 kranke Schüler. Auch am Romain-Rolland-Gymnasium hat es zu Wochenbeginn sieben Lehrer erwischt. Bei den Schülern sind etwa 20 erkrankt, vor den Ferien waren es laut Schulleiter Alfred Hoffmann aber bis zu 55. In dieser Größenordnung haben zu Wochenbeginn auch Schüler am Marie-Curie-Gymnasium gefehlt.

Entspannter scheint die Situation in den städtischen Ämtern. Zwar gibt es mehr Krankmeldungen als sonst, diese können laut Stadt aber kompensiert werden. Auch bei der Ostsächsischen Sparkasse sind sieben statt der üblichen fünf Prozent an Mitarbeitern krank. Zu Ausfällen oder Auftragsstau komme es aber nicht, sagt ein Sprecher. (mit SZ/bb, noa, sr, awe)