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Erlebnisse mit Alpakas und Sauriern

Was gibt es Neues bei den Freizeitknüllern der Oberlausitz und im Lausitzer Seenland? Die SZ hat sich umgehört.

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© Christine Primpke

Von Tilo Berger

Lausitz. Mateo und Sam bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Dabei sorgt doch in dieser Woche schon eine simple Frage für Kopfzerbrechen: Wohin am Wochenende? Die Auswahl ist riesengroß. Mit den zweiten Seenlandtagen eröffnet die Wasserlandschaft im Herzen der Lausitz ihre Saison. Fünfzig Veranstaltungen an 27 Orten in zwei Tagen, wer soll das schaffen? In Löbau lockt die 15. Oberlausitzer Gewerbemesse, die Konventa. Und ganz im Süden ist das Sportzentrum Olbersdorf Ausgangs- und Mittelpunkt für den 43. Zittauer Gebirgslauf und Wandertreff.

Auch dieser Saurier in Kleinwelka bekommt in diesem Jahr ein neues Eingangsgebäude.
Auch dieser Saurier in Kleinwelka bekommt in diesem Jahr ein neues Eingangsgebäude. © SZ/Uwe Soeder

Könnten sich Mateo und Sam entscheiden, fiele ihre Wahl wohl auf den Wandertreff. Denn wandern können die beiden Alpakas gut, und das werden sie am Wochenende auch tun. Aber nicht im Zittauer Gebirge, sondern bei den Seenlandtagen. Das hat ihre Chefin Cornelia Schnippa so entschieden. Sie betreibt in Tätzschwitz den Bauernhof „Lausitzleben“, wo Mateo und Sam wohnen. Die beiden gutmütigen Alpakas sind unter anderem bei Therapien gefragt, in ihrer Gegenwart finden Unruhegeister wieder zu sich. Und sie eignen sich hervorragend als Begleiter beim Wandern.

Wer das mal selbst erleben will, kann das am Sonnabend und Sonntag. An beiden Tagen, jeweils ab 11 und 14 Uhr, lädt Cornelia Schnippa zur Alpaka-Wanderung an den Sedlitzer See ein. Unterwegs erzählt die Wanderführerin einiges über das Seenland und ihre aus Südamerika stammenden Kamele, die, anders als Lamas, überhaupt nicht spucken.

Zu den Seenlandtagen bietet die entstehende Ferienregion so ziemlich alles auf, was Besucher und Einheimische hier schon erleben können: Musik und Draisinenfahrten in der Energiefabrik Knappenrode, Rundfahrten mit einem kleinen Zug namens „Seeschlange“, geführte Wanderungen und Radtouren zu aktiven und gefluteten Tagebauen, Erlebnistouren per Segway rund um Spremberg, Saisoneröffnung im Stadthafen Senftenberg, Schnupperkurse mit einem neuen Boot namens Kanu-Kajak-Trimaran sowie für stehendes Paddeln. Handwerker lassen sich über die Schultern schauen, junger Wein von Großräschener Hängen darf verkostet werden, der Findlingspark Nochten lädt zu Führungen ein, der Krabat-Erlebnishof in Schwarzkollm steht offen, im Museum Sabrodt dreht sich alles um den Blaudruck, und, und, und.

Neben allem, was schon geht, zeigen die zweiten Seenlandtage aber auch deutlich, was noch im Argen liegt. Wer gehofft hatte, mit Beginn der 2016er Saison endlich mit dem Passagierschiff zwischen Senftenberger und Geierswalder See fahren zu können, wird enttäuscht. Der solarbetriebene Katamaran liegt noch immer vertäut im Großkoschener Hafen; das Schiff war im vergangenen Jahr fehlerhaft angliefert worden, und laut Reederin Marianne Löwa sind zwar einige, aber nicht alle Unzulänglichkeiten behoben. Auf die Frage nach dem wahrscheinlichen Starttermin antwortet Kathrin Winkler vom Tourismusverband Lausitzer Seenland etwas gequält: „Wir gehen davon aus, dass das Schiff dieses Jahr fahren wird.“

Enttäuscht wird auch, wer auf die Freigabe weiterer Kanäle im Seenland gehofft hatte. Nächster Kandidat ist der längst fertig gestellte Barbara-Kanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See, aber noch ist die Wasserqualität zu unterschiedlich, als dass sich beide vermengen dürften, sagt Volker Krause von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Mit einem Sanierungsschiff will die LMBV den Inhalt des Partwitzer Sees so weit bringen, dass 2017 Wasser durch den Barbara-Kanal fließen soll.

Auf die Frage nach neuen Attraktionen im Lausitzer Seenland hat die Tourismusverbands-Geschäftsführerin nur eine kurze Antwort parat: Kitesurfen auf dem Bärwalder und dem Geierswalder See. „Das heißt, sobald aus Dresden die Genehmigungen dafür kommen“, schränkt Kathrin Winkler gleich wieder ein und redet lieber über die Seenlandtage: „Die Flyer mit dem Programm haben wir bis in Zittauer Gebirge verschickt.“ Doch ein kurzer Blick in die Auslagen der Tourist-Information Zittau genügt, um zu sehen: Auf die Seenlandtage weist hier nichts hin, aber jede Menge auf den Zittauer Gebirgslauf und Wandertreff. Und auf andere Attraktionen rund um Zittau, wie die Schmalspurbahn ins Gebirge oder die Burg Oybin. Beide gehören ja zu den Freizeitknüllern der Oberlausitz, wie noch 30 andere Anziehungspunkte zwischen Weißwasser, Kamenz und Zittau.

Die SZ-Frage, was es bei ihnen Neues gibt, haben einige Freizeitknüller-Betreiber gar nicht, einige wortkarg und einige mit erkennbarer Freude beantwortet. Zum Beispiel Dagmar Lux vom Camping- und Freizeitpark Lux-Oase in Kleinröhrsdorf. Hier wird es ab Mai/Juni ein neues Angebot für Gäste mit Vierbeinern geben: Ein Hunde-Agility-Parcours soll das bereits vorhandene Hundebad ergänzen. Sylvia Weidner vom Abenteuer-Kletterwald Zittauer Gebirge berichtet von neuen Angeboten beim Felsklettern. Neben der beliebten Tagestour „Auf den Spuren der Raubritter vom Oybin“ gebe es jetzt auch geführte Klettersteigtouren und Schnupperkletterkurse im Zittauer Gebirge. „Als einziger Anbieter im Zittauer Gebirge verleihen wir nun auch Klettersteigausrüstungen für individuelle Touren.“ Ab Sommer dieses Jahres wollen die Kletterwald-Betreiber an einem See in der Region einen Kajakverleih anbieten.

Zwei neue Sonderausstellungen bereitet ein Oberlausitzer Freizeitknüller in Kamenz vor. Vom 22. April bis 5. Juni zeigen zwei Künstlerinnen aus der Region, Sophie Natuschke und Iris Brankatschk, ihre Werke. Und eine Schau vom 24. Juni bis ins Frühjahr 2017 hinein dreht sich um Siliziumdioxid: „Von Bergkristall bis Smartphone.“ In der Schwimmhalle des Trixi-Parks Großschönau wird 2016 die Dampfkammer erneuert, kündigt Marketingchefin Steffi Richter an. Neue Spielgeräte für Kinder bis drei Jahre gibt es im Saurierpark Kleinwelka, berichtet dessen Leiterin Bianca-Diana Dorkó. Außerdem bekommt der Park ein neues, größeres Eingangsgebäude.

Im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec hat seit März ein neuer Imbiss geöffnet, die „Futterkiste“. Erweitert wurde die Anlage für Tibetschweine, und bei dem neuen Spiel „Sei ein Schwein“ können Kinder auf Schatzsuche gehen, sagt Tierpark-Sprecherin Ilka Weidig. Ein Zoo-Shop öffnet in diesem Jahr im Tierpark Zittau, stellt Direktor Bernd Großer in Aussicht.

Neu überarbeitet wurde das Rätsellabyrinth im Irrgarten Kleinwelka, sagt Inhaberin Regina Frenzel. „Es gibt für alle Besucher komplett neue Fragen und auch neue Lösungsworte, mit denen man kleine Preise gewinnen kann.“ Besucher des Minigolfparks Bautzen können ab diesem Jahr auf einer neuen großen Terrasse sitzen, berichtet Katrin Kasper. Und das Essen gibt es jetzt nicht mehr auf einer Pappe, sondern auf richtigem Geschirr.

Ein orientalischer Schwitzraum mit Seifenschaum-Massage gehört zu den Neuheiten der Erlebniswelt Krauschwitz. Geschäftsführer Jörg Funda verweist außerdem auf das neue Solebecken mit 36 Grad Celsius Wassertemperatur und 2,5 Prozent Muskauer Sole im Wasser. Das Bibelland Oberlichtenau nutzt eine Scheune für Ausstellungen. In diesem Jahr stellt Hobbykünstlerin Heike Reimann aus Pulsnitz „Jahreszeiten in Aquarell“ aus, und zwar vom 29. Mai bis 15. September.

Wer mal selbst gebrautes Bier probieren will, kann das ab diesem Jahr in der Görlitzer Landskron-Braumanufaktur. Der Brau-Kurs selbst dauert sieben bis acht Stunden. Vier bis sechs Wochen später bekommt jeder Teilnehmer dann einen Kasten des eigenen Bieres. Kommentar