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Erst 21 – und schon Ausbilderin

Linda Kurzweil hat gerade erst ihre Ausbildung hinter sich. Nun übernimmt sie Verantwortung in der Bischofswerdaer Wohnungswirtschaft.

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© Stadtverwaltung

Von Gabriele Naß

Bischofswerda. Verantwortung zu übernehmen, liegt nicht jedem. Jeder will auch gar nicht mehr als seinen Job und Geld verdienen. Bei Linda Kurzweil aus Bischofswerda, die jetzt in Putzkau wohnt, ist das anders. Ihr konnte der Chef eine der wichtigsten Aufgaben für den Betrieb übertragen. Die Nachwuchs-kräfteförderung. Und so ist Linda Kurzweil trotz ihrer erst 21 Jahre jetzt Ausbilderin bei der städtischen Wohnungswirtschaft und Bau GmbH, Bischofswerdas größtem Vermieter. Damit dürfte sie in diesem Metier eine der Jüngsten in Sachsen sein.

Eine Auszubildende im Bereich Immobilienkauffrau gibt es bei der WuB seit diesem Monat. Das klingt wenig, aber das Unternehmen mit 1500 Wohnungen hat auch nur noch acht Mitarbeiter. Auf die Ausbildung legt Geschäftsführer Andreas Wendler dennoch großen Wert. Seit seinem Amtsantritt 2005 bildete der Betrieb nahezu ohne Unterbrechung aus. Linda Kurzweil, die ihre Lehre vor zwei Jahren mit hervorragenden Ergebnissen abschloss und jetzt Ausbilderin ist, lernte hier Immobilienkauffrau. Sie ist die Erste, die der Betrieb übernimmt. Er habe sie aufgrund ihrer Leistungen unbedingt halten wollen. Außerdem bestehe Bedarf, junge Leute zu integrieren, sagt Geschäftsführer Andreas Wendler auf Anfrage. Ausbildung koste Kraft und Geld. Auf Dauer mache es keinen Sinn, nur für andere auszubilden.

Entgegen dem Trend hatte die Wohnungswirtschaft und Bau GmbH keine Not, die Lehrstelle zu besetzen. Es gab 15 Bewerber, darunter viele richtig gute. Sieben wurden zum Gespräch eingeladen. Genommen wurde Pauline Stöbling, die im Auswahlverfahren auf Rang Zwei kam. Der junge Mann vor ihr entschied sich am Ende für eine andere Ausbildung. Pauline Stöbling lernt nun wie ihre junge Ausbilderin Linda Kurzweil drei Jahre.

1500 Wohnungen

Dass es bei der WuB vergleichsweise viele Bewerber für die Ausbildungsstelle Immobilienkauffrau/-mann gab, schiebt Geschäftsführer Wendler auf die Attraktivität des Berufes. Er sei sehr abwechslungsreich und man habe damit vor allem in den großen Städten gute Job-Chancen. Umso schöner sein, dass es mit Linda Kurzweil eine junge Frau aus der Stadt nicht wegzog. Andreas Wendler hält aber sein Wohnungswirtschaftsunternehmen selbst auch für attraktiv in Sachen Ausbildung. Mit den 1500 Wohnungen biete sich den jungen Leuten eine überschaubare Größe einerseits, aber auch Komplexität der Arbeit in Neu- und Altbausubstanz sowie bei der Sanierung. So früh wie möglich werde den Auszubildenden Verantwortung übertragen. „Sie sind eingebunden und gefordert. Ich denke, dass macht es auch spannend“, so Wendler. Eine Festanstellung kann sich die Unternehmensleitung auch für die neue Auszubildende vorstellen.