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Erste Grill-Hilfe

Schon wenige Wochen nach dem Start des ersten Wurstautomaten im Landkreis ist er ein Erfolg. Vor allem am Wochenende.

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Jörg Richter

Tauscha. Die Wochenenden sind für den jungen Tauschaer Fleischermeister Christoph Schempp nicht mehr so ruhig wie vorher. Seitdem sein Vater Thomas und er in Tauscha den ersten Wurstautomaten des Landkreises Meißen in Betrieb genommen haben, wird dieser auch reichlich genutzt. Immer wieder muss der 27-Jährige den Automaten mit frischen Steaks und Bratwürsten auffüllen. Sie sind vor allem an sonnigen Wochenenden der Renner. Das ist der Fleischerfamilie aus Tauscha schon nach kurzer Zeit aufgefallen. „Am ersten schönen Wochenende nach Pfingsten war der Automat fast komplett leer“, erinnert sich Christoph Schempp. Nur eine Steakpackung sei übrig geblieben.

Nachweislich bis zu 15 Kilometer würden die Kunden fahren, um Nachschub für ihre Grillabende zu holen. Schempp junior kommt beim Nachfüllen häufig mit Leuten ins Gespräch, für die der Tauschaer Wurstautomat in höchster Not quasi die erste Grill-Hilfe ist. Sie würden unter anderem aus Radeburg und der Königsbrücker Region kommen. „Das ist ein großer Einzugsbereich“, sagt Christoph Schempp. Auch die Camper vom nahe gelegenen Brettmühlenteich bei Zschorna haben den Automaten schon für sich entdeckt.

„Er wird gut angenommen. Komischerweise schon ab Samstagnachmittag“, sagt der studierte Wirtschaftsingenieur, der seit Mitte Februar auch Fleischermeister ist, um am 1. Juli den Familienbetrieb von seinem Vater Thomas Schempp zu übernehmen. Am meisten würde der Wurstautomat aber natürlich an Sonntagen genutzt, wenn nirgends ein Fleischer oder ein Supermarkt geöffnet ist. Auch am Montag, wenn Schempps geschlossen haben, wird er gut frequentiert. „An den anderen Tagen kommen die Leute lieber in unseren Landen. Das ist persönlicher“, sagt Christoph Schempp.

In den kommenden drei Wochen, wenn offizielle Betriebsferien sind, soll der Wurstautomat trotzdem gefüllt werden. Die Leute brauchen also nicht auf die Produkte der Tauschaer Fleischerei zu verzichten. Dadurch wird die Kundenbindung erhöht, auch wenn es vor allem jüngere Käufer sind, die den Wurstautomaten nutzen. „Die Älteren ab 60 sind noch etwas skeptisch“, so Schempp.

Wenn seine Mitarbeiter Urlaub machen, kümmert er sich um die Filiale in Radebeul. Die dortige ehemalige Fleischerei Jung gehört den Schempps seit fünf Jahren. Nun ist es an der Zeit, sie zu modernisieren. Auch ein Wurstautomat soll eingebaut werden. „Wenn es dort richtig gut läuft, stellen wir vielleicht noch einen Zweiten auf“, so der junge Fleischermeister.

Der 27-Jährige ist vom Erfolg der Wurstautomaten überzeugt. „Normalerweise müsste man auf den Elbwiesen in Dresden gleich mehrere aufstellen“, sagt er lachend, „aber da müsste man ständig nachfüllen.“ Besonders an warmen Sommerabenden, wenn es die Dresdner zum Grillen und Picknick an die Elbe zieht. „Wir wollen die Automaten aber nicht nur als Grillautomaten etablieren“, sagt Christoph Schempp. Auch Schnittwurst, Gulasch, Bolognese im Darm und selbst gemachte Fertiggerichte sollen angeboten werden.