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Erste Pläne für das Robotron-Areal

Bis 2016 soll der Bebauungsplan fertig sein. Ein Frankfurter Architekturbüro hat schon ein Gestaltungskonzept vorgelegt.

© Visualisierung: CHM Architekten

Von Tobias Hoeflich

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Dass die Tage der Robotrongebäude zwischen Altstadt und Großem Garten gezählt sind, steht schon seit vergangenem Dezember fest. Da verkündete das Kasseler Unternehmen Immokles AG den Kauf des Areals. Der Bürokomplex mit der Cityherberge nördlich der Skateanlage an der Lingnerallee sowie das leer stehende Bürohaus südlich davon sollen abgerissen werden, ebenso die zwei kleineren Gebäude daneben. Stattdessen sollen hier künftig unter dem Titel „Lingner Altstadtgarten“ Wohnungen gebaut werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Nur das Bürohaus an der Ecke St. Petersburger/Grunaer Straße, das der Treuhandgesellschaft TLG gehört, bleibt vorerst erhalten. In den Gebäuden, die Ende der 1960er- und 70er-Jahre entstanden, war einst mit dem Kombinat Robotron der größte Computer-Hersteller der DDR beheimatet.

Wer steckt hinter dem neuen Eigentümer des Areals?

Die Immokles AG ist eine Tochterfirma der Kasseler Immovation-Unternehmensgruppe. Bislang hält sie sich mit konkreten Angaben zu den Plänen auf dem knapp 100 000 Quadratmeter großen Areal zurück. „Bis zum Vorliegen verbindlicher Planungsvorgaben der Stadt Dresden hätten alle Aussagen lediglich spekulativen Charakter“, erklärt Immokles-Sprecher Michael Sobeck. Noch befinde sich das Projekt ohnehin in einer frühen Planungsphase. „Erst der Bebauungsplan wird die Vorgaben liefern, nach der sich die künftige Bebauung richten wird.“ Immerhin: Mit der Revitalisierung brachliegender Industriegelände kennt sich das Unternehmen aus. Unweit von Stuttgart baut es aktuell eine frühere Schuhfabrik in ein Wohn- und Geschäftsviertel um.

Wann könnte der Abriss der Gebäude beginnen?

Aktuell arbeitet die Stadtverwaltung einen Bebauungsplan für das Areal zwischen St. Petersburger Straße und Lennéstraße aus. Das hat der Stadtrat vergangenen November beschlossen. „Derzeit werden Vorentwürfe für die frühzeitige Bürgerbeteiligung vorbereitet“, erklärt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Nächstes Jahr kann eine beschlussreife Fassung vorliegen. Mit der Immokles AG, die nun einen Großteil des Gebietes besitzt, hat es bereits Gespräche gegeben. „Stadt und Unternehmen stimmen in den grundsätzlichen Positionen des Rahmenplanentwurfs überein.“ Zu bestimmten Teilflächen gebe es aber noch Planungsbedarf. Frühestens 2016 könnte mit dem Abriss, 2017 mit ersten Neubauten begonnen werden.

Welche Streitpunkte für die künftige Bebauung gibt es?

Noch offen ist, an welcher Straße sich die künftigen Quartiere befinden werden: Bis zur Zerstörung des Gebiets 1945 zierten prächtige Mietshäuser die Lingnerallee, damals Johann-Georgen-Allee. Die Verwaltung will die Straße aber unbebaut lassen, die Neubauten stattdessen an der verlängerten Herkulesallee anordnen und eine Sichtachse zum Rathaus schaffen. „Die Planung mit einer verlängerten Herkulesallee stellt nach wie vor die Vorzugsvariante dar“, so Marx, auch wenn Alternativen geprüft werden. „Sie bietet neben dem klareren städtebaulichen Konzept auch die größere Sicherheit für eine Gesamtentwicklung des Gebietes.“

Allerdings befinden sich mehrere Parzellen entlang der Lingnerallee in Privatbesitz. Deren Eigentümer sind wenig begeistert, dass ihr einstiges Bau- in Grünland umgewandelt werden soll. „Wir stellen uns den Plänen der Stadt sicher nicht quer, wollen aber angemessen entschädigt werden“, fordert der Bamberger Jochen Leimgardt, Miteigentümer eines Grundstücks an der Ecke zur Blüherstraße. Noch liege aber kein Angebot vor. Neben dem Abkauf der Privatflächen sei laut Baubürgermeister Marx auch ein Umlegungsverfahren denkbar. Dazu soll es demnächst Gespräche mit den Eigentümern geben.

Wie sollen die Häuser später einmal aussehen?

Erste Vorplanungen sehen eine parzellenhafte Blockrandbebauung mit Innenhöfen vor. 2 500 Wohnungen sollen in fünf- bis sechsgeschossigen Bauten entstehen. Dafür hat das Büro Christoph Mäckler Architekten (CHM) aus Frankfurt/Main im Auftrag der Stadt ein Gestaltungs- und Architekturleitbild ausgearbeitet – mit klaren Vorgaben zu Aufbau und Aussehen der künftigen Gebäude: So sind unter anderem neben einer traditionellen Lochfassade auch Loggien und Erker sowie ein Mansarddach festgelegt. Die Eckhäuser der Quartiere sollen jeweils besonders betont, weiße bis beige Töne für die Fassaden verwendet werden. „Die wesentlichen Kriterien unseres Entwurfes sind als Empfehlungen für die textlichen Festsetzungen in den Bebauungsplan eingeflossen“, so CHM-Sprecherin Ellen Lenk. Baubürgermeister Marx bestätigt, dass die Überlegungen des Büros im städtischen Konzept eingearbeitet sind. „Damit soll eine gestalterische Leitlinie im gesetzlichen Rahmen für das Gebiet verankert werden.“