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Erster Robotron-Komplex wird abgerissen

Das Gebäude am Georgplatz fällt, damit dort Wohnungen gebaut werden können. Am endgültigen Plan wird derzeit gearbeitet.

© Sven Ellger

Von Lars Kühl

Ein Bauzaun sperrt den Mehrgeschosser rundherum ab. Trümmer liegen vor allem hinter dem großen Haus. Daneben stehen mehrere dunkelrote Container der Firma Nestler. Gelbe Schilder warnen: „Betreten der Baustelle verboten“. Die Zeichen sind eindeutig: Die Tage des ehemaligen Robotron-Gebäudes zwischen Georgplatz und Zinzendorfstraße sind gezählt. Der Abriss des vierflügeligen Komplexes, der noch durch einen Riegel in der Mitte verbunden ist, hat jetzt begonnen.

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Dresden, 18. Februar 2019. Mariame Clément hat für die Semperoper Dresden Bedřich Smetanas Oper »Die verkaufte Braut« kräftig ausgelüftet. 

Der Bauträger hat eine neue Visualisierung des künftigen Viertels veröffentlicht.

Während nebenan im „Teppichfreund“ der Verkauf unbeirrt weitergeht und sich auf der anderen Seite zur Bürgerwiese hin die Wohnmobile in bester Innenstadtlage drängeln, macht die Firma Immokles AG inzwischen Ernst. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Gruppe Immovation aus Kassel und extra für das Dresdner Vorhaben gegründet worden. Immovation ist nicht neu in der Branche. Für Aufsehen sorgte der Kauf des historischen Areals von Schuhhersteller Salamander im schwäbischen Kornwestheim vor sechs Jahren. Seitdem entstehen dort Wohnungen und Geschäfte. Bis 2017 soll die Wiederbelebung dieses Parkes abgeschlossen sein.

Dann könnte auch hier Baustart für das Projekt „Lingner Altstadtgarten“ sein. So zumindest erklärt es Immokles in einem Film auf Youtube, der besonders die Vorzüge des Standortes hervorhebt. Im dritten Quartal 2017 soll Beginn sein. Ein möglicher Abschluss für das rund 98 000 Quadratmeter große Areal wird allerdings nicht vor 2025 erwartet.

Bedingung ist sowieso ein gültiger Bebauungsplan für das gesamte Gebiet zwischen St. Petersburger und Lennéstraße. Im November 2014 wurde mit der Arbeit daran begonnen. Zu den Vorentwürfen können dann auch die Bürger und Interessensträger ihre Bedenken abgeben, erklärt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Ein Stadtratsbeschluss über den Bebauungsplan wird es frühestens im nächsten Jahr geben. Bis dahin kann sich an der künftigen Gestaltung dieses großen und für die Innenstadtbebauung wichtigen Areals noch einiges ändern.

Der Immokles AG gehört seit November 2014 ein Großteil davon. Das Unternehmen will ein Stadtquartier entwickeln, mit verdichteter Bauweise und hoher Qualität. Geplant sind 2 500 Wohnungen. Die sollen in Blöcken am Rand des Areals Platz finden. Die Gebäude könnten über fünf bis sieben Geschosse verfügen und jeweils einen Innenhof umschließen.

Bis die Ersten einziehen, wird es allerdings noch ein langer Prozess sein. Vor allem muss geklärt werden, wo genau die einzelnen Quartiere auf dem gesamten, alten Robotron-Areal hingebaut werden. Vorzugsvariante der Stadt ist es, entlang der verlängerten Herkulesallee die Häuser hochzuziehen. Eine Sichtachse zum Rathaus hin ist das Ziel. Die Wiederaufnahme der Lingnerallee als prächtiger Straßenzug mit Gebäuden rechts und links, so wie es vor der Bombardierung Dresdens 1945 auf der damaligen Johann-Georgen-Allee war, ist nicht vorgesehen. Bleibt es an der Lingnerallee grün, müsste die Stadt aber mehrere Privateigentümer entschädigen, die dort Parzellen besitzen und damit wertvolles Bauland verlieren würden.

Noch völlig unklar ist, was mit den Firmen geschieht, die sich derzeit in den nach wie vor genutzten Büros der alten Robotron-Gebäude auf der anderen Seite der Skater-Anlage befinden. Viele haben langfristige Mietverträge, wie auch die Cityherberge. Das Low Budget-Hotel mit seinen 134 Zimmern hat beispielsweise eine Laufzeit von über zehn Jahren. (mit SZ/hoe)