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Ex-Genossen gehen zu Freien Wählern

Anfang des Jahres zogen sich langjährige SPD-Mitglieder  aus dem Rödertal aus ihrer Partei zurück. Sie haben jetzt eine neue politische Heimat.

Holger Preische, Veit Großmann und Christian Schöne (v.l.) sind mit weiteren zwei Mitgliedern aus ihrem SPD-Ortsverein im Rödertal ausgetreten. © René Plaul

Großröhrsdorf. Fünf langjährige SPD-Mitglieder aus dem Ortsverein Rödertal gaben am Jahresanfang ihr Parteibuch zurück. Das sorgte schon für Aufsehen. Der Grund lag in erster Linie an der großen Politik in Berlin. Die SPD entferne sich immer mehr von ihrer traditionellen Wählerschaft, hieß es. Die Krise zwischen den Genossen von der Basis dauerte schon ein paar Jahre an. Zum Bruch kam es am Jahresanfang.

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Die künftige politische Heimat der Exgenossen blieb offen. Gemutmaßt wurde offenbar einiges im Rödertal und drumherum. Fest stand nur: Drei wollten kommunalpolitisch weiter aktiv bleiben. Jetzt ist klar wo. Holger Preische, in der Vergangenheit Großröhrsdorfer Stadtrat, Christian Schöne, aktueller Großröhrsdorfer Stadtrat, und Veit Großmann, Kreisrat. Nun verstärken die drei die Freien Wähler Rödertal, früher Gegenwind. Außerdem stößt noch der Großröhrsdorfer Handwerker Michael Wagner hinzu, parteilos und derzeit noch für die SPD im Stadtrat. Im Mai wolle auch er für die Freien Wähler kandidieren.

Arbeit mit Sachverstand

Abgestrampelt hätten sie sich an der Basis, ohne gehört zu werden, beklagen die Ex-Genossen. Bei den Freien Wählern sei Prinzip, was sich unten bewegt nach oben zu tragen, versichert Günter Hutschalik, Stadtrat der Freien Wähler, ohne ein parteipolitisches Korsett. Bei anderen Parteien hätte er dieselben Probleme befürchtet wie vormals in der SPD, sagt Christian Schöne. Die Regierungspolitik in Sachsen sei das beste Beispiel. Die Verwaltungsbürokratie nehme immer zu. Die Förderpolitik schnüre die Kommunen immer mehr in ihrer Selbstständigkeit ein. 

Holger Preische erinnert an die gemeinsame Arbeit in der Fraktionsgemeinschaft mit den Freien Wählern. Die leisteten eine Arbeit mit Sachverstand und an Bürgern dran. Es sei naheliegend für ihn gewesen, dort politisch weiter zu arbeiten: „Ich kann meine Meinung sagen, auch wenn sie nicht mehrheitsfähig ist.“ Für Veit Großmann sei es der Rückzug ins Kommunale. Er habe sich in der Vergangenheit engagiert, ohne dass etwas umgesetzt worden sei.

„Unser Bestreben ist es, eine Plattform zu bieten, viele Ideen zu sammeln und am Ende das Optimum herauszuholen“, versichert Günter Hutschalik. Da könne es auch streitbar zugehen. Als Bürger müsse man die Meinung sagen können. Mit einer Liste von 15 Kandidaten wolle die Wählervereinigung zur Stadtratswahl antreten. Gern hätten sie noch ein paar Frauen mehr gewonnen. Gerangel um die vorderen Plätze habe es nicht gegeben, räumen die Ex-Genossen ein. Es sei ihnen klar gewesen, dass sie nicht gleich auf den ersten drei Listenplätzen einsteigen können. Günter Hutschalik sagt: „Aus dem Mittelfeld werden am Ende die besten Tore geschossen.“