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Extravaganz bis ins Detail

Zum Richtfest präsentiert Innenarchitektin Annette Seidel ihre Pläne für den Laurichhof. Das Hotel ist eine Design-Schule.

Von Maximilian Helm
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So wird der Laurichhof einmal aussehen. Er wird über 27 individuell gestaltete Gästezimmer verfügen.
So wird der Laurichhof einmal aussehen. Er wird über 27 individuell gestaltete Gästezimmer verfügen.

Es soll 27 Gästezimmer haben, Pirnas neues Hotel am rechten Elbufer, 27 komplett verschieden eingerichtete. Jedes mit unterschiedlichen Böden, Tapeten, Lampen, kein Möbelstück soll es zweimal geben. Hinzu kommt, dass ausnahmslos jedes Teil verkäuflich ist. Die Innenarchitektin Annette Katrin Seidel schafft sich damit ihr ganz eigenes Paradies. Im August 2019 wird sie den Laurichhof eröffnen, ein Design-Hotel am Hauptplatz in Copitz.

Am Dienstag war nach sieben Monaten Bauzeit Richtfest am Gebäude. Und bereits nach Minuten wurde klar, dass Familie Seidel den Fokus auf die Zukunft legt, statt auf Traditionen. Ließ die Bauherrin den Richtspruch von Zimmermann Stefan Behnsch noch klaglos über sich ergehen, hämmerte sie kurz darauf den traditionellen Nagel schief ins Holz, nur um die Gäste möglichst schnell in den Rohbau zu führen.

Annette Katrin Seidel hatte einen kleinen Vortrag vorbereitet. Darin ging es um den Kauf des Laurichhofes durch die Familie 1889, über den Brand nach dem Bombardement 1945 bis hin zu der kompletten Zerstörung bei den Fluten 2002 und 2013. Nach letzterer wollten keine Mieter mehr einziehen, doch Annette Katrin Seidel hatte da bereits eine neue Idee.

„Ich habe vor fünf Jahren gemerkt, welche Schwierigkeiten die Leute mit Inneneinrichtung haben. Tapete, Boden, Möbel, Licht – wie das zusammenpasst, wissen die meisten nicht“, sagt die Architektin. Daraufhin habe sie sich die Frage gestellt, wie das am besten zu vermitteln sei. Ihre Antwort: „Mit gestalteten Räumen, die ein Vorbild sein können. Und wenn den Leuten etwas gefällt, können sie es mitnehmen. Alles steht zum Verkauf.“ Die Idee, die potenziellen Käufer die Möbel vorher im Hotelbetrieb testen zu lassen, sei dabei weltweit einzigartig.

Ein Gemeinschaftsprojekt: Während Mutter Annette Katrin Seidel die Ideen lieferte, gestaltet ihr Sohn Philipp daraus am Computer das Gebäude.
Ein Gemeinschaftsprojekt: Während Mutter Annette Katrin Seidel die Ideen lieferte, gestaltet ihr Sohn Philipp daraus am Computer das Gebäude. © Daniel Schäfer

Im Hotel Laurichhof wird jeder Raum nach einem ganz eigenen Konzept gestaltet. Es gibt Dschungelräume, Zimmer im englischen Landhausstil, japanisch gestaltete Räume und Hochzeitssuiten. Die zwischen 30 und 100 Quadratmeter großen Zimmer und Suiten werden zwischen 80 und 170 Euro für zwei Personen pro Nacht kosten. Bis auf wenige Ausnahmen verfügen alle über einen Balkon oder eine Terrasse. Auf der Internetseite des Laurichhofs lassen sich schon jetzt alle zukünftigen Räume virtuell betreten. Für die Umsetzung des Konzepts zuständig ist Franz Philipp Seidel, der in Dresden Architektur studiert. „Bei allem Künstlerischen wird jetzt erst mal die Hauptaufgabe sein, den Rohbau winterfest zu machen.“, gibt der 25-Jährige zu. Im August nächsten Jahres soll der fünf Millionen Euro teure Bau fertig sein. Dann wird auch das „Lazy Laurich“ eröffnen, ein Restaurant mit gehobener Küche, auf der einen Seite mit pink-schwarz karierter Lounge, auf der anderen mit grün-weiß gestrichenem Gastraum. Als Küchenchef konnten die Seidels Marcel Bark gewinnen, den man aus dem Genusswerk in Pirna kennt und der zu den 20 besten Köchen Sachsens zählt.

Zum Schluss der Veranstaltung am Dienstagnachmittag präsentiert Annette Seidels Ehemann Uwe, ebenfalls Architekt, sein persönliches Lieblingsspielzeug. Er habe durch Zufall einen Ingenieur von Carlsberg kennengelernt, der an einer neuen Bier-Zapfanlage arbeite, erzählt er. Ohne Kohlendioxid komme das Bier direkt aus 20-Liter-Flaschen in die Gläser. Es ist offensichtlich: Dieses Hotel will etwas Besonderes sein. Und gehen die ehrgeizigen Pläne auf, dann wird Pirna um eine einzigartige Herberge reicher. Übernachtungen lassen sich ab sofort auf der Internetseite des Laurichhofs buchen.

www.laurichhof.de

So soll der Außenbereich des Hotels aussehen.
So soll der Außenbereich des Hotels aussehen.
Der Essbereich des "Lazy Laurich" sollin grün und weiß gestrichen werden.
Der Essbereich des "Lazy Laurich" sollin grün und weiß gestrichen werden.
"Big in Japan" wird dieses Zimmer genannt.
"Big in Japan" wird dieses Zimmer genannt.
Einige Zimmer werden über einen Kamin verfügen.
Einige Zimmer werden über einen Kamin verfügen.
Auch eine Hochzeitssuite soll der Laurichhof im Angebot haben.
Auch eine Hochzeitssuite soll der Laurichhof im Angebot haben.
Manche Räume werden klassisch, manche sehr experimentell gehalten sein.
Manche Räume werden klassisch, manche sehr experimentell gehalten sein.
Grundprinzip: Alles ist verkäuflich. Auch in diesem Schwarzweiss-Zimmer.
Grundprinzip: Alles ist verkäuflich. Auch in diesem Schwarzweiss-Zimmer.