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Fachkrankenhaus findet Bakterien im Trinkwasser

Die Gefahr ist gebannt, aber zwischenzeitlich mussten Patienten in Großschweidnitz das Wasser unbedingt abkochen, um geschützt zu sein.

© Rafael Sampedro

Von Gabriel Wandt

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Es ist ein Zwischenfall, wie er im Fachkrankenhaus die große Ausnahme darstellt. Trotzdem hat es in den vergangenen Tagen in mehreren Häusern des Krankenhauskomplexes verunreinigtes Trinkwasser gegeben. Das bestätigte gestern das zuständige Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz auf Nachfrage der SZ.

Und auch das Krankenhaus äußerte sich gestern zu dem Vorfall. Wie Sprecher Falk Baumgärtel erklärt, waren bereits am 17. Oktober in verschiedenen Häusern auf dem Krankenhauskomplex Trübungen im Trinkwasser festgestellt worden. Daraufhin habe es eine sofortige Qualitätsprüfung des Wassers gegeben. Die zeigte, dass das Wasser offenbar schon verunreinigt im Krankenhaus angekommen war. Wie Sprecher Baumgärtel informiert, seien der Sowag als Wasserversorger bis dahin aber noch keine Probleme bekannt gewesen. Gegen 11 Uhr am 17. Oktober habe das Krankenhaus aber die Mitteilung erhalten, dass das Wasser ab sofort von den Stadtwerken Löbau zugeführt wird. Offenbar hat es Probleme in einem Hochbehälter in Niedercunnersdorf gegeben. Bereits gegen 13.45 Uhr an jenem 17. Oktober hätten keine Trübungen mehr im Trinkwasser festgestellt werden können, so der Sprecher. Zudem seien bis 15 Uhr an verschiedenen Stellen Spülungen des Leitungssystems vorgenommen worden.

Ein paar Tage später herrschte im Krankenhaus dann Gewissheit: Im eingetrübten Wasser haben sich Colibakterien befunden. Dies hätten Wasserprüfungen ergeben, die ganz regulär am 15. und 16. Oktober durchgeführt worden waren, also unmittelbar bevor die Trübungen fürs menschliche Auge sichtbar geworden sind. Die Auswertung dieser Wasserprüfung hat das Krankenhaus am Morgen des 21. Oktober von einem beauftragten externen Labor erhalten. Darin stand: Es wurde eine zu hohe Konzentration von E.coli-Bakterien, Enterokokken und coliformen Bakterien gefunden. Die gemessenen Werte entsprachen damit nicht den Anforderungen der geltenden Trinkwasserverordnung.

Krankenhaus-Sprecher Baumgärtel erklärt, dass daraufhin sofort Klinikleitung und Gesundheitsamt informiert wurden und notwendige Vorkehrungen getroffen worden sind.

Dazu zählt die Anweisung, dass das Trinkwasser bis auf Weiteres abgekocht werden musste. Diese Vorsichtsmaßnahme hat offenbar gewirkt. Wie das Krankenhaus erklärt, seien keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bekannt, die auf das verunreinigte Trinkwasser zurückzuführen wären. Für Patienten hätten die Coli-Bakterien unangenehm werden können. Zwar kommen E.coli-Bakterien im menschlichen Darm vor, aber in zu großer Zahl können sie Durchfall auslösen, der über einige Tage anhält. Das Abkochen von möglicherweise belastetem Wasser ist eine gängige Methode, die Bakterien abzutöten. Dabei sollte das Wasser fünf Minuten lang sprudelnd kochen, raten Experten. Auch zum Zähneputzen muss abgekochtes Wasser verwendet werden. Enterokokken wiederum können Harnwegsinfekte auslösen.

Das Gesundheitsamt in Görlitz bestätigte gestern, dass das Krankenhaus sofort reagiert habe, um eine Gefährdung der Patienten zu minimieren. Amtsarzt Dr. Christoph Ziesch erklärte, dass das Krankenhaus zu jeder Zeit den Auflagen des Gesundheitsamts nachgekommen ist. Und er betonte gestern: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehen keine Beanstandungen der Trinkwasserqualität im Fachkrankenhaus Großschweidnitz.“

Das Krankenhaus verweist seinerseits auf eine Nachkontrolle, die am 22. Oktober durchgeführt wurde und deren Ergebnisse am vorigen Sonnabend vorgelegen haben. Die Messungen hätten ergeben, das alle Werte wieder den gesetzlich geforderten Parametern entsprechen. Damit konnte auch das Gebot, das Wasser stets abzukochen, wieder aufgehoben werden. „Wasser in Trinkwasserqualität steht wieder zur Verfügung“, so Krankenhaus-Sprecher Falk Baumgärtel gestern.