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Fahrzeugzulieferer will weiter wachsen

Die Stemke GmbH Kunststoff & Form begann vor neun Jahren in Hartha mit zehn Mitarbeitern. Jetzt sind es 40.

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© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Sie sind in vielen Autos und Nutzfahrzeugen, die zurzeit in Deutschland hergestellt werden, zu finden – die Spritzgussteile der Firma Stemke GmbH Kunststoff & Form aus Hartha. Sie produziert zum Beispiel im Jahr 800 000 Außenspiegel für den VW Caddy und den VW-Bus. Hergestellt werden unter anderem Gurtschieber für Daimler Benz oder Lautsprecherteile aus Kunststoff für Skoda. Etwa 80 bis 85 Prozent der Produkte, die bei Stemke GmbH Kunststoff & Form GmbH hergestellt werden, sind für die Automobilindustrie. Insgesamt hat das Unternehmen 550 verschiedene Artikel.

Prokuristin Katja Stemke stellte Landrat Matthias Damm (CDU) und seinem Mitarbeiterstab die Entwicklung des Unternehmens, das Spritzgussteile aus verschiedenen thermoplastischen Kunststoffen herstellt, vor. Die Stemke GmbH Kunststoff & Form war bis 2006 eine selbstständige Abteilung der Firma Stemke Kunststofftechnik in Döbeln. Im Januar 2007 gründete Jochen Stemke sein eigenes Unternehmen. Begonnen wurde mit zehn Mitarbeitern und fünf Maschinen – jetzt sind es 40 Mitarbeiter und 14 Maschinen. Eine weitere ist bestellt.

Nachdem das jetzt mittelständische Unternehmen sich zuerst in einer Halle in Technitz und später in Waldheim einmietete, entschied man sich im Jahr 2010 für eine Investition im Harthaer Gewerbegebiet. „Hier haben wir Platz zum Wachsen“, so Katja Stemke. Nach dem Einzug 2011 hat das Unternehmen schon dreimal angebaut. Im nächsten Jahr soll eine weitere Lagerhalle dazukommen.

Nicht nur bautechnisch haben Katja und Jochen Stemke Pläne für die Zukunft. In einem Fall sind sie bereits recht konkret. Vor drei Monaten haben sie den Zuschlag für ein neues Projekt bekommen. Sie sollen künftig Teile für die neue A- und B-Klasse der Daimler AG herstellen bauen. „In diesem Jahr werden die Werkzeuge gebaut. Im nächsten Jahr beginnt der Testlauf und ab 2018 soll produziert werden“, sagte Jochen Stemke.

Falls kein anderes Produkt eingestellt werden muss, werden sieben bis acht neue Mitarbeiter und vier neue Maschinen benötigt. Und schon wieder fiel in diesem Zusammenhang das Wort Anbau. „Wir wollen in kleinen Schritten vorwärts kommen und stetig wachsen. Wegen unserer Produktvielfalt können wir auch etwas schlechtere Zeiten überstehen“, sagte der Geschäftsführer.

Stemke GmbH Kunststoff & Form GmbH stellt kleinere Serien her. Deshalb gibt es viele Werkzeugwechsel. Dafür sind Fachleute zuständig. „Wir sind dadurch aber auch flexibel“, so Stemke. Ein Teil, das nicht für die Automobilbranche hergestellt wird, ist zum Beispiel der Deckel für Rollläden.

Gearbeitet wird im Drei-Schicht-System. „Die meisten Mitarbeiter kommen aus der Region Hartha. Wir produzieren mit unserem Stammpersonal. Es gibt wenig Wechsel“, so der Geschäftsführer. Schwierig sei es, Facharbeiter und Lehrlinge zu finden. Das Unternehmen will nicht warten und auf den Zufall setzen. Deshalb wirbt es zum Beispiel in der Oberschule für den Beruf des Verfahrensmechanikers. „Das ist ein schöner Beruf“, so Jochen Stemke. Das Unternehmen biete den Mitarbeitern auch die Möglichkeit der Weiterbildung und beruflichen Entwicklung.

Dem Landrat war es wichtig, sich während des Kommunaltages Unternehmen vor Ort anzusehen. Er überzeugte sich, dass Stemke GmbH Kunststoff & Form GmbH solide arbeitet und breit aufgestellt ist. Damm stellte dem Unternehmerehepaar viele Fragen während des Rundganges in der Produktion und bot, falls notwendig, die Unterstützung der Ämter des Landratsamtes an.