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Feinstaubwerte gehen wieder hoch

In diesem Jahr werden die Grenzwerte wohl wieder überschritten. Hat sich die Stadt zu früh gefreut?

Dresdens Luft ist in diesem Jahr wieder ein Stück schmutziger geworden. Die Grenzwerte für den giftigen Feinstaub wurden bislang an 33 Tagen überschritten, wie aus Daten des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hervorgeht. Maximal 35 Tage sind laut Europäischer Union (EU) erlaubt. Im gesamten vergangenen Jahr gab es gerade einmal 22 Überschreitungstage. Das war der niedrigste Wert seit dem Beginn der Messung im Jahr 2003.

„Im vergangenen Jahr hatten wir ein vergleichsweise meteorologisch günstiges Jahr“, sagt Uwe Wolf, Referent für Luftqualität im Landesamt. In diesem Jahr habe es hingegen viele Tage mit Hochdruckwetterlagen gegeben. Dadurch werde tendenziell mehr Feinstaub aus Polen und Tschechien nach Dresden geblasen. Außerdem bilde sich eine Art Deckel über der Stadt, der den Feinstaub im Elbtal halte. Ob der gemessene Feinstaub aber größtenteils von außen nach Dresden transportiert oder hier produziert wurde, soll eine genaue Analyse im Frühjahr 2014 klären.

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Auch die Stickstoffdioxidbelastung wird in diesem Jahr wohl höher sein als erlaubt. In allen bisherigen Monaten dieses Jahres wurde der vorgeschriebene Mittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Anders als beim Feinstaub, der nur zu 30 Prozent durch den Verkehr entsteht, tragen Abgase aus Autos und Lastern zu 80 Prozent zu den Stickstoffdioxidwerten bei. „Das zeigt, dass wir unsere Hausaufgaben noch nicht gemacht haben“, sagt Wolf. Die EU hatte der Stadt im vergangenen Jahr zwei weitere Jahre eingeräumt, um die Luftqualität zu verbessern. Sollten die Grenzwerte 2015 nicht eingehalten werden, drohen Strafzahlungen.

Anfang dieses Jahres sah sich Umweltbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) noch auf einem guten Weg. „Die Tendenz zeigt in die richtige Richtung“, sagte er. „Aber wir wissen auch, dass wir die Zeit brauchen werden.“ Bei der Verbesserung der Luftqualität geht Dresden einen Sonderweg. Anders als in anderen Städten gibt es hier keine Umweltzone, sondern einen sogenannten Luftreinhalteplan. Er umfasst 122 Einzelmaßnahmen, mit denen die Luft Stück für Stück sauberer werden soll. (SZ/win)