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Feuerwehrkids sind ein voller Erfolg

Seit einem halben Jahr trainiert in Oderwitz eine Kinderfeuerwehr. Die läuft so gut, dass es bereits eine Warteliste gibt.

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Von Elke Schmidt

Sie kommen immer wieder, und sie kommen nie zu spät. Meistens sind Ashley Riess und die anderen „Feuerwehr-Kids von Oderwitz“ sogar sehr viel früher am Gerätehaus an der Niederoderwitzer Südstraße als vereinbart. Seit Jahresbeginn verbringen sie jeden dort zweiten Dienstag anderthalb Stunden mit Spiel, Spaß und Bewegung und bekommen erste Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr. Ashley ist von Anfang an dabei und eines der vier Mädchen in der Truppe. Sie sei jedes Mal gerne bei der Freiwilligen Feuerwehr in Oderwitz, sagt sie. Besonders gefällt ihr, dass sie so viel gemeinsam unternehmen und auch etwas lernen. Zum Beispiel könne sie schon die einzelnen Schlaucharten erkennen und voneinander unterscheiden.

Dass die Feuerwehr eine eigene Kindertruppe bekam, ist das Verdienst von Susanne Brückner, Melanie Böhme und Sven Jähne. Am Anfang standen einige lange Abende, an denen sie ein Konzept für die Kleinsten ausknobelten, berichten die beiden Frauen im Team. Wie viele Wehren in der Region haben auch die Niederoderwitzer Brandschützer Nachwuchssorgen. Bisher konnten Kinder erst ab zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten. Da hätten viele aber schon andere Hobbys entdeckt. Um sie schon früher für die Arbeit der Feuerwehrleute zu begeistern, haben die Oderwitzer darum die Kinderwehr eingeführt.

Ganz einfach ist das aber nicht gewesen. „Nicht jeder Kamerad war sofort von der Idee begeistert“, erinnert sich Susanne Brückner. Doch mittlerweile seien die Jüngsten in der Truppe voll akzeptiert. Sogar einen eigenen Einsatz haben ihre großen Kollegen von der aktiven Mannschaft schon für sie organisiert. Dabei durften sie unter Aufsicht und mit Unterstützung der Feuerwehrleute einen Brand löschen. Die Kinder seien fasziniert gewesen und hätten einen Riesenrespekt vor der Arbeit der Feuerwehr bekommen, sagt Susanne Brückner. Auch haben sie bei diesem Einsatz erfahren, wie wichtig es ist, sich auf seine Kameraden verlassen zu können und dass sich das viele Üben der einzelnen Kommandos bei einem Einsatz bezahlt macht.

Sie sind übrigens tatsächlich Kollegen, denn die sechs bis neun Jahre alten Kinder sind richtige Mitglieder der Feuerwehr und werden demnächst ihren eigenen Ausweis in den Händen halten. Ein eigenes T-Shirt als „Dienstkleidung“ gehört ebenso dazu, wie eigene Warnwesten und Handschuhe, die gerade extra für sie angeschafft werden. Natürlich haben auch die Kinder einen Dienstplan. Darauf sind die verschiedenen Löschmethoden, Gerätekunde und die Schutzausrüstung genauso aufgeführt wie Sport und Spiel. „Wichtig ist, die Inhalte kindgerecht zu vermitteln“, erzählt Susanne Brückner. Dafür lassen sich die drei Teamleiter der Feuerwehrkids einiges einfallen. So sind sie zum Beispiel für die Hydrantenkunde mit dem Bollerwagen durch Oderwitz gezogen und haben die verschiedenen Hydranten direkt vor Ort erkundet.

Obwohl sie erst am Jahresanfang gestartet sind, sind alle 15 Plätze der Oderwitzer Kinderfeuerwehr belegt. Dass sich das Ganze so entwickelt, haben sie nicht erwartet, sagt Susanne Brückner. Doch schon kurz nach den zwei Informationsabenden, bei denen sie den Oderwitzer Kindern und ihren Eltern ihr Konzept vorstellten, gab es zehn Anmeldungen. Inzwischen gibt es sogar eine Warteliste für die Kinderfeuerwehr. Dennoch könne man weiter Kinder für eine Schnupperstunde anmelden, denn es würden auch immer wieder Plätze frei, sagt Susanne Brückner.

Nun geht das erste Diensthalbjahr der Kinderwehr zu Ende – und das feiern die jungen Feuerwehrleute gemeinsam mit ihren Eltern bei einem Fest im Oderwitzer Volksbad. In den Sommerferien machen sie nämlich eine Pause. Doch danach geht es auf alle Fälle weiter. Dafür haben Melanie Böhme, Suanne Brückner und Sven Jähne schon wieder viele Ideen. Zum Beispiel soll der Bollerwagen zu einem Einsatzfahrzeug umgebaut werden. Er bekommt unter anderem eine Spritze und ist dann voll einsatzfähig. Ashley und ihre Kameraden wollen auf jeden Fall wiederkommen, das wissen sie jetzt schon.

ffwno.de/feuerwehrkids