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Tristesse im Dorfgemeinschaftshaus

Seit zwei Jahren ist der Putz im Versammlungsraum des Ortes abgeschlagen. Die Vereine haben die Nase voll von dieser Baustelle.

Peter Gorgas im Versammlungsraum in der alten Reinersdorfer Schule. Der Vorsitzende des Heimat- und Traditionsvereins fordert mit seinen Leuten baldige Sanierung. © K. Krüger-Mlaouhia

Reinersdorf. Als im Ebersbacher Gemeinderat über die Wiedererrichtung des Türmchens auf dem Lauterbacher Schloss abgestimmt wurde, enthielt sich Gemeinderat Jörg Weitze der Stimme. Er begründete seine Meinung mit der Notwendigkeit – so sieht es jedenfalls der Reinersdorfer –, die Gelder besser in seinem Wohnort einzusetzen. Hier dient die ehemalige Schule als Dorfgemeinschaftshaus. 

Doch der eigentliche Versammlungsraum ist seit fast zwei Jahren nicht nutzbar. Der Putz an den Wänden des großen Raumes mit dem rustikalen Sitzplatz in der Mitte ist mannshoch abgeschlagen. „Feuchtigkeit dringt aus dem Keller bis hier hinauf“, sagt Peter Gorgas, der Chef des Heimat- und Traditionsvereins. 

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Noch unter der ehemaligen Bürgermeisterin Margot Fehrmann hatte der Bauhof die Wände abgehackt. Doch bei dieser Maßnahme zum Austrocknen ist es geblieben. Weder Heimatverein noch die Jäger, die Jagdbläser oder die Billardfreunde können den Raum nutzen. Sie mussten sich provisorisch in einen Nebenraum zurückziehen. Doch zufriedengeben sich die Reinersdorfer damit nicht. 

Sie fordern eine grundhafte Sanierung und fürchten um ihre alte Schule. „Die früheren Luftkanäle im Mauerwerk sind schon in den 80er-Jahren versiegelt worden, dadurch ist die Luftzirkulation unterbrochen und die Nässe stockt“, meint auch der ehemalige Reinersdorfer Kreisrat Harald Sroka.

Erinnerungsschild in der alten Schule. © K. Krüger-Mlaouhia

Nässe steigt aber offensichtlich nicht nur vom Keller auf, sondern kommt nach Einschätzung von Sroka und Peter Gorgas auch von oben. „Das Dach hat undichte Stellen und die Fenster an der Wetterseite müssen dringend erneuert werden“, sagen sie. Das könnte sich irgendwann auch auf den großen Saal auswirken. 

Laut der Reinersdorfer wird er ganz oft vermietet – an Interessenten aus der ganzen Gemeinde! „Drei Mal im Monat finden hier Hochzeiten, Familienfeiern, auch Beerdigungstreffen statt“, so die Reinersdorfer. Weil bis zu 90 Personen in den Saal passen und alles behindertengerecht ist, sei die Lokalität weit über den Ort hinaus beliebt.

Die Reinersdorfer hoffen nun stark auf die nächste Ortschaftsratssitzung am 13. März. Dort wollen die Ortschaftsräte Bürgermeister Hentschel nochmals auf die Dringlichkeit des Vorhabens hinweisen. „Die Bausubstanz wird nicht besser, die Kommune muss handeln“, fordern sie.

 Aus Reinersdorfer Sicht sollte die Instandhaltungssumme, die Ebersbach für seine kommunalen Gebäude in den Haushaltsplan aufgenommen hat, für das Reinersdorfer Gebäude eingesetzt werden. Schimmel ist nicht nur im jetzigen Ausweichraum zu riechen. Er hat auch schon das Holz der selbstgebauten Sitzecke befallen. „Alles vergammelt, weil es nicht genutzt werden kann“, empört sich Harald Sroka.