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Fragmente frühbarocker bemalter Kirchendecke aus Chemnitz restauriert

Nach fast 250 Jahren bekommt die alte Dorfkirche von Chemnitz-Harthau ihre reich bemalte frühbarocke Felderdecke zurück. Die seit 2011 im Landesamt für Denkmalpflege konservierten und restaurierten Tafelteile sollen an die zweite Empore montiert werden.

© Matthias Hiekel/dpa

Dresden/Chemnitz. Nach fast 250 Jahren bekommt die alte Dorfkirche von Chemnitz-Harthau ihre reich bemalte frühbarocke Felderdecke zurück. Die seit 2011 im Landesamt für Denkmalpflege konservierten und restaurierten Tafelteile sollen an die zweite Empore montiert werden, wie Restauratorin Christine Kelm am Mittwoch sagte. Die Holzdecke der kleinen mittelalterlichen Saalkirche war 1609 eingebaut worden. Bei einer weiteren Umgestaltung 1765 mussten die Tafeln jedoch einer Stuckdecke weichen. „Sie wurden zerhackt und als Putzhintergrund für die Emporen verwendet.“

Das Gotteshaus war nach dem Bau einer größeren Kirche für die Gemeinde Anfang des 20. Jahrhunderts verfallen. Schon zu DDR-Zeiten gab es Bestrebungen, das Gebäude multifunktional zu nutzen. Vor 20 Jahren dann begann die Sanierung dafür. Außen ist die Kirche bereits renoviert, derzeit läuft die Innenrekonstruktion. Beim Abbruch der Emporen wurden die Deckenbretter gefunden, die mehrere Generationen von Vorpraktikanten - angehende Restaurierungsstudenten - säuberten und sicherten.

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Sie brachten pausbäckige knollennasige Engelsgesichter, blühende Rosetten, Trauben, Schweife, Ranken und Diamantquader wieder richtig zum Vorschein. Damit ist laut Kelm etwa die Hälfte der auf dem Kirchenboden lagernden Fragmente bearbeitet. „Aus dem Rest lässt sich nichts mehr machen, das wird dort wieder eingestapelt.“ (dpa)