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Politik

Frankreich löst türkische „Graue Wölfe“ auf

Die Organisation schürte Diskriminierung und Hass. Jetzt hat die Regierung die ultra-nationalistischen „Grauen Wölfe“ aufgelöst.

Das französische Verbot der „Grauen Wölfe“ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen Frankreich und der Türkei extrem angespannt ist.
Das französische Verbot der „Grauen Wölfe“ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen Frankreich und der Türkei extrem angespannt ist. © Thibault Camus/AP/dpa (Archiv)

Paris.  Frankreichs Regierung hat die ultra-nationalistische türkische Organisation „Graue Wölfe“ aufgelöst. Sie schüre Diskriminierung und Hass und sei an Gewaltaktionen beteiligt, schrieb Innenminister Gérald Darmanin am Mittwoch auf Twitter. 

Das Dekret zur Auflösung sei nun erlassen worden. Die Gruppe sei in gewalttätige Proteste gegen kurdische und armenische Aktivisten verwickelt gewesen, heißt es darin.

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Das Verbot kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen Frankreich und der Türkei extrem angespannt ist. Innenminister Darmanin hatte bereits am Montag angekündigt, dass die Auflösung der Grauen Wölfe in der Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron beschlossen werden solle.

Die Regierung hatte zuletzt eine Reihe von Organisationen, denen sie vorwirft, extremistische Ideologie zu fördern, verboten oder plant ein solches Verbot. Hintergrund waren mehrere islamistisch motivierte Terrorattacken in den vergangenen Wochen.

Vor dem Hintergrund des Konfliktes zwischen Armenien und Aserbaidschan in der Kaukasusregion Berg-Karabach hatte es in einigen französischen Städten Proteste türkischer Nationalisten gegen Armenien gegeben. In Lyon wurde ein Mahnmal zum Gedenken an den Völkermord an den Armeniern 1915 beschmiert - unter anderem mit dem Namen der Organisation. Das sei „absolut skandalös“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal nach der Regierungssitzung. 

Türkei: Organisation sei ein „Fantasieprodukt“ Frankreichs

Die Türkei hat sich mit deutlichen Worten gegen das Verbot der „Grauen Wölfe“ in Frankreich gewendet. Es sei „nicht hinnehmbar, Symbole zu verbieten, die in vielen Ländern der Welt verwendet werden, weit verbreitet sind und keinen illegalen Aspekt haben“, teilte das türkische Außenministerium am Mittwochabend mit.

Die Türkei kritisierte, die Organisation sei ein „Fantasieprodukt“ Frankreichs. Aus Taten von Einzelpersonen schließe man auf eine Bewegung. Die Entscheidung zeige außerdem, dass die französische Regierung „vollkommen ein Gefangener der armenischen Kreise geworden“ sei.

Nach dem deutschen Verfassungsschutzbericht 2019 sind die „Grauen Wölfe“ ein ernstzunehmender Träger und Verbreiter nationalistisch-rechtsextremistischen Gedankenguts. Sie haben Verbindungen zur ultranationalistischen Partei MHP in der Türkei, die mit der islamisch-konservative Partei AKP des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein Regierungsbündnis .

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Die türkischen „Ülkü Ocaklari“ sind als „Graue Wölfe“ bekannt. Sie nutzen unter anderem einen Wolf als Erkennungszeichen und einen daraus abgeleiteten sogenannte Wolfsgruß. Bei dem formen die Finger der rechten Hand Schnauze und Ohren des Tieres. (dpa)

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