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Entscheidung für das Franziskaneum

Auf ihrer Klausurtagung haben sich die Stadträte zum städtischen Gymnasium samt neuer Sporthalle bekannt.

Von Udo Lemke
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© Claudia Hübschmann

Meißen. Auf solch eine Aussage haben alle, die mit dem Franziskaneum verbunden sind – Eltern, Lehrer und Schüler – gewartet: „Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile sprachen sich die Stadträte mehrheitlich für Erweiterung am derzeitigen Standort aus.“ Das teilte Anne Dziallas, Leiterin des Oberbürgermeisterbüros, als eines der Ergebnisse der Klausur des Stadtrates am 1. und 2. Februar in der tschechischen Partnerstadt Leitmeritz mit. Das ist noch kein Stadtratsbeschluss, der soll im März kommen, aber es ist eine klare Tendenzentscheidung. Ist doch damit die im vergangenen Jahr diskutierte Errichtung eines zweiten Gymnasiums in der Stadt vom Tisch.

Das bekräftigte Bürgermeister Markus Renner am Dienstag während eines Pressegesprächs im Rathaus. „Beim Franziskaneum besteht der größte Handlungsbedarf. Es ist derzeit 4- bis 4,5-zügig, aber der Bedarf liegt in den nächsten Jahren bei sechs fünften Klassen.“ Es gebe etwa 150 Anmeldungen pro Jahr am städtischen Gymnasium. Das sei auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Bedarf in Dresden nicht mehr gedeckt werden könne, was sich über Radebeul bis nach Meißen in der Erhöhung der Anmeldezahlen niederschlage.

Mit dem Bekenntnis des Stadtrates zum Franziskaneum sind Überlegungen, ein zweites städtisches Gymnasium in Meißen zu errichten, vom Tisch. Bei den prognostizierten Schülerzahlen wären zwei dreizügige Gymnasien möglich gewesen. Selbst die Beibehaltung von vier Zügen am Franziskaneum und ein Gymnasium mit nur zwei Zügen, wären erlaubt gewesen, erklärte Bürgermeister Markus Renner im Pressegespräch. 

Damit wäre der Forderung des Franziskaneums, nicht geschwächt zu werden, erfüllt. Denn es brauche eine kritische Größe, also mindestens die Vierzügigkeit, um bestimmte Angebote vorhalten zu können. Die hat das Franziskaneum. So ist das Gymnasium Konsultationsschule zur Begabtenförderung geworden. Es bietet ein umfangreiches Kurssystem an. So hat es als eine der wenigen Schulen einen Chemie-Leistungskurs und als einzige Schule neben dem Landesgymnasium St. Afra und der Sprachschule Romain Rolland in Dresden einen Französisch-Leistungskurs. Und als Ganztagsschule kommt eine breite Palette an sportlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Angeboten hinzu.

„Für die künftigen Planungen zum bedarfsgerechten Ausbau sollen auch Grundstücke in der unmittelbaren Umgebung einbezogen werden“, heißt es weiter in der Mitteilung der Verwaltung zur Klausur des Stadtrates. Das bezieht sich auch auf den möglichen Standort der dringend benötigten Sporthalle für das Franziskaneum. Bislang müssen die Schüler weite Wege in die Stadt auf sich nehmen, um Sportunterricht in anderen Hallen zu erhalten, weil die beiden kleinen Hallen des Franziskaneums nicht ausreichen, um den Unterricht durchführen zu können.

Am einfachsten wäre es, die Sporthalle direkt vor die Schule auf den Ratsweinberg zu bauen – die Flächen gehören ohnehin der Stadt und sind an die Winzergenossenschaft verpachtet. Ob dies allerdings mit dem Denkmalschutz zu machen ist, bleibt abzuwarten. Allerdings gibt es eine Möglichkeit, die ambitioniert, aber nicht unmachbar scheint: Die Sporthalle wird unter den Schulhof verlegt.