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Freital bekommt neuen Baumarkt

In einem ehemaligen Supermarkt gibt es Schrauben und Schleifer. Der Inhaber will gegen einen großen Mitbewerber bestehen.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

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Der Winter naht mit Eis und auf Kufen

Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Freital. So klingt wohl eine Kampfansage. Matthias Bösel geht durch die Reihen seines Heim- und Handwerkermarktes und nimmt einen Bohrer aus dem Regal. „Was meinen Sie? Was kostet so ein Bohrer im normalen Baumarkt?“, fragt er angriffslustig. „Wir verkaufen ihn für zwei Euro. Das ist doch ein fairer Preis, oder?“ Auf die Frage, warum er günstigere Preise anbieten kann als die großen Baumärkte, hat er eine einfache Antwort. „Weil wir nicht so gierig sind.“

Schrauben, Nägel und Unterlegscheiben

Ob Bösel auch die potenziellen Kunden damit überzeugen kann, wird sich ab dem heutigen Sonnabend ab 10 Uhr zeigen. Dann eröffnet er seinen Heim- und Handwerkermarkt an der Ecke Dresdner Straße/Krönertstraße in Deuben direkt gegenüber dem Rewe-Supermarkt. Bis zur Flut 2002 war hier ebenfalls ein Lebensmittelgeschäft untergebracht. Seitdem stand der Laden aber leer.

Zusammen mit seinem Vater betreibt Bösel bereits Handwerkerläden im thüringischen Sangerhausen und in Halle mit insgesamt sechs Angestellten. „Wir sind ein Familienunternehmen“, sagt der Juniorchef. Als sie von der leerstehenden Immobilie inmitten von Freital erfuhren, machten sie sich schlau über die Baumarkt-Dichte in Freital und stellten für sich fest, dass es hier noch Bedarf gibt. „Freital ist wie ein schwarzer Fleck auf der Landkarte“, sagt Bösel. Neben dem Toom gebe es keinen anderen Anbieter. „Toom hat hier eine Art Monopolstellung.“

Das wird sich nun mit dem Heim- und Handwerkermarkt von Bösel nun ändern. Schwerpunkt seines Sortiments sind Schrauben, Nägel und Unterlegscheiben. „Wir sind eigentlich ein klassischer Eisenwarenladen“, sagt der 35-Jährige. Daneben gibt es aber auch zum Beispiel Malerwerkzeug, Gartenschläuche, Besen oder Schraubenzieher. „Wir haben eigentlich alles, was der große Baumarkt auch hat.“ Auf 500 Quadratmetern Verkaufsfläche ist die Auswahl natürlich nicht so groß. Außerdem gibt es keine Gartenabteilung.

Schwere Lage für Einzelhandel

Besonders stolz ist Bösel auf die Auswahl an Elektrogeräten, wie Heckenscheren, Akkuschrauber, Betonschleifer oder Kettensägen. Die Geräte kommen allesamt vom japanischen Unternehmen Makita – in Freital gibt es nun damit angeblich die größte Verkaufsstrecke dieser Firma in Sachsen. Für die Einrichtung des Ladens haben Bösel und seine Mitarbeiter rund drei Monate gebraucht. Der Verkaufstresen mit Kasse wurde selbst gebaut. Außerdem installierten sie Regale und bestückten sie.

Bösel weiß, dass es der Einzelhandel in Freital schwer hat. Laut einer vor Kurzem veröffentlichten Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind in der Stadt zwar seit 2010 rund 690 Quadratmeter an Einzelhandels-Verkaufsfläche hinzugekommen, aber die Zahl der Läden ist im gleichen Zeitraum um 21 gesunken. Der Unternehmer ist trotzdem optimistisch, dass er sich mit seinem Laden in der Stadt halten kann. „Das Angebot im Heimwerkerbereich ist in Freital aber relativ knapp“, sagt er.

Damit es die künftigen Kunden möglichst bequem haben, hat Bösel zehn Parkplätze von dem ehemaligen Supermarkt-Parkplatz angemietet. Außerdem soll künftig ein Wegweiser von der Dresdner Straße über die Krönertstraße direkt an den Markt führen.