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Freital plant den Tag der Sachsen

Der letzte Tag der Sachsen fand im September in Torgau statt. In drei Jahren soll das Fest in Freital gefeiert werden. © Ronald Bonß

Die Bewerbung für das Event soll im Februar fertig sein. Die Stadt spricht von einer einmaligen Chance.

Kunst und Kultur auf zehn kleinen und drei große Bühnen, etwa 300 000 Besucher an drei Tagen und eine Party, wie sie die Stadt wohl noch nicht erlebt hat – das verspricht der Tag der Sachsen für Freital. Nachdem das Rathaus im März bekannt gegeben hat, dass man sich um die Ausrichtung im Jahr 2021 – dem Jahr des 100. Stadtgeburtstags – bewerben wolle, stehen nun erste Details der Bewerbung fest. Die Sächsische Zeitung nennt die wichtigsten Details der bisherigen Planung.

Das Fest: Veranstaltungsgelände rund um die Dresdner Straße

Eine Vorbereitungsgruppe mit Vertretern von Stadt und Stadttöchtern hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit den Plänen für den Tag der Sachsen befasst. Unter anderem musste dabei geklärt werden, ob in Freital überhaupt genug Platz für ein Fest solcher Dimensionen wäre. Die Antwort: Ja.

Als Festgelände wurde ein Gebiet entlang der Dresdner Straße zwischen Bahnhof Potschappel und dem City Center definiert. Mit dabei ist auch ein Stück der Burgker Straße bis zum Schloss Burgk. In diesem Gebiet wäre theoretisch Platz für vier große Bühnen – im Steinbruch am Osterberg, auf dem Platz des Friedens, am Bodelschwingh-Heim und auf dem Neumarkt – sowie 24 kleinere Bühnen. Gebraucht werden letztlich wohl nur drei große und etwa zehn kleine Bühnen.

Der Festumzug als Höhepunkt soll auf der Dresdner Straße stattfinden. Auch das Datum für die Party steht schon fest. Da der Tag der Sachsen immer am ersten Septemberwochenende stattfindet, würde in Freital vom 3. bis 5. September 2021 gefeiert werden.

Die Kosten: Großzügige Unterstützung vom Freistaat

Jede Ausrichterstadt des Tages der Sachsen bekommt 250 000 Euro für laufende Kosten sowie 450 000 Euro für Investitionen. Mit diesem Geld kann die Stadt beispielsweise Straßen oder Plätze, die für den Tag der Sachsen aufgehübscht werden sollen, sanieren. Hinzu kommen 40 000 Euro an Hilfe für die Vereinsbühnen und 20 000 Euro für Sicherheitsmaßnahmen. Außerdem zahlt der Freistaat die Lizenzgebühren für das Abspielen von Musik, er übernimmt die Kosten für die Anfahrt der Vereine aus ganz Sachsen und stellt außerdem Absperrgitter, Betonsteine und Polizeikräfte kostenslos zur Verfügung. Alles in allem ist das ein Paket von rund einer Million Euro. Die Stadt rechnet damit, dass sie 665 000 Euro selbst beisteuern muss. Zugrundegelegt wurden dafür die Zahlen ehemaliger Ausrichterstädte.

Die Infrastruktur: Pendlerparkplätze und Shuttleverkehr

Zu den großen Herausforderungen des Tages der Sachsen gehört die Organisation der enormen Besucherströme. Mit etwa 300 000 Gästen ist an den drei Veranstaltungstagen zu rechnen. Die Stadt plant deswegen zum Beispiel riesige Park-and-ride-Plätze an den Abfahrten der A 17 in Dresden-Gompitz und Dresden-Südvorstadt. Busse bringen die Gäste dann nach Freital. Doch in der Stadt soll der Verkehr keineswegs lahmliegen. Während die Dresdner Straße in großen Teilen voll gesperrt wird, bleibt die Umgehungsstraße frei. Für Anwohner im Festgelände sollen zentrale Ausweichparkplätze eingerichtet werden – zum Beispiel an der Otto-Dix-Straße.

Die Stadt rechnet damit, dass etwa 2 000 Übernachtungsmöglichkeiten für die Mitglieder von Vereinen aus ganz Sachsen bereitgestellt werden müssen. Diese sollen in Turnhallen und Schulen eingerichtet werden. Für die Zuschauer verweist die Stadt auf die zahlreichen Hotels und Pensionen in Freital und Umgebung, vor allem in Dresden.

Die Ziele: Freital soll als eine Stadt zusammenwachsen

„Wir wollen als Stadt zusammenwachsen. Der Tag der Sachsen ist genau richtig, um dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen“, sagt der Erste Bürgermeister und Chef der Planungsgruppe, Peter Pfitzenreiter. Durch das 100. Stadtjubiläum im gleichen Jahr könne man außerdem Synergien nutzen. Freital bekomme wohl nie wieder die Chance, ein Fest im Gesamtwert von fast zwei Millionen Euro mit so viel finanzieller Förderung vom Freistaat auszurichten. Der Tag der Sachsen soll außerdem für einen Imagegewinn Freitals sorgen, so der Bürgermeister.

Die Chancen: Freital hat das Fest so gut wie sicher

Auch wenn die Entscheidung über die Ausrichtung erst im Herbst 2019 (siehe Kasten) fällt, ist schon jetzt absehbar, dass Freital äußerst gute Chancen hat. Der Chef des Fest-Kuratoriums, Landtagspräsident Matthias Rößler, hat sich bereits für Freital als Ausrichterstadt ausgesprochen. Ein Gegenkandidat ist bislang nicht bekannt.