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Freital startet neues Straßenbau-Projekt

Es geht um die Gitterseer Straße. Betroffen sind auch 50 Gewerbebetriebe. Der Stadtrat bewilligt eine Extra-Summe, um einen guten Bauablauf hinzubekommen.

Flicken und Löcher: Die Gitterseer Straße muss dringend saniert werden.
Flicken und Löcher: Die Gitterseer Straße muss dringend saniert werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Flicken und neue Löcher vom vergangenen Winter, heruntergebrochene Bordsteinkanten, ein holpriger Bahnübergang - die Gitterseer Straße in Freital-Birkigt macht keinen sonderlich guten Eindruck. Viele Anwohner empfinden den Zustand der Fahrbahn sogar als echtes Ärgernis. Das soll sich bald ändern.

Der Stadtrat Freital hat kürzlich in seiner Sitzung den Grundsatzbeschluss für eine Sanierung gefasst. Wie geht es nun weiter?

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Schritt eins: Planung fertigstellen

Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung eine sogenannte Entwurfsplanung für den Ausbau der Gitterseer Straße erstellen lassen. Sie bildet die Grundlage für den umfangreichen Ausbau. Aus dem Rathaus heißt es, es habe zudem bereits positive Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern gegeben. Der Stadtrat hat nun noch eine zusätzliche Summe von 41.500 Euro bewilligt, um die Detailplanung in den kommenden Wochen voranzutreiben. Dabei geht es unter anderem auch um den Bauablauf.

Denn die Sanierung wird kompliziert. Im Einzugsbereich der Gitterseer Straße befinden sich um die 50 Gewerbebetriebe, eine Schule und zahlreiche Wohnhäuser. Zudem verläuft dort die Buslinie in Richtung Bannewitz. Da sich der Straßenbau über zwei Jahre erstrecken wird, ist mit enormen Behinderungen und Belastungen der Anrainer zu rechnen.

Bordsteinkanten und Straßenränder sind so marode, dass dort ungehindert das Unkraut wachsen kann.
Bordsteinkanten und Straßenränder sind so marode, dass dort ungehindert das Unkraut wachsen kann. © Karl-Ludwig Oberthür

Schritt zwei: Geld bereitstellen

Die Stadt rechnet mit Kosten von 3,1 Millionen Euro. Einen Großteil davon möchte sie über Fördermittel finanzieren. Diese sollen aus dem Programm für die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur kommen und bis zu 2,7 Millionen Euro betragen. So muss die Stadt nur etwa 400.000 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Diese Fördermittel sind bereits beantragt.

Stellt sich allerdings die Frage, warum einige seit Jahren geplante Straßenbauvorhaben wie die Sanierung der Rabenauer Straße oder der Oberhermsdorfer Straße nun plötzlich hintenanstehen und die Gitterseer Straße vorgezogen wird.

Man greife hier auf ein anderes Förderprogramm zurück, in welchem derzeit Geld zur Verfügung steht und hoffe, berücksichtigt zu werden, erläuterte Bauamtsleiter Silvio Messerschmidt den Stadträten.

Schritt drei: Baustart noch dieses Jahr

Kommen die Fördermittel, ist ein Baustart noch in diesem Jahr vorgesehen. Geplant ist, zunächst den gesamten Untergrund neu zu ordnen. Denn unter der maroden Asphaltdecke verlaufen Trink- und Abwasserrohre, Gasleitungen, Strom- und Telefonkabel. Sind sämtliche Versorgungsleitungen repariert, umverlegt oder erneuert, beginnt der eigentliche Straßenbau. Noch unklar ist, in welche Abschnitte er unterteilt wird.

Fakt ist aber, dass die Fahrbahn auf einer Länge von 700 Metern, beginnend oberhalb des Abzweigs Breite Straße bis zur Stadtgrenze, saniert wird. Die Straßenbreite wird in der Regel bei 6,50 Meter liegen. Eine Ausnahme bildet der Bereich ab der Gaststätte Zur Linde bis zur Bannewitzer Straße - er ist so schmal, dass dort eine Einengung notwendig wird. In Zukunft soll ein Begegenungsverkehr eingerichtet werden - Autos, die von unter kommen, sollen zuerst fahren dürfen.

Außerdem erhält die Straße beidseitig neue Fußwege, eine neue Beleuchtung sowie abschnittsweise Parkstreifen. Erhalten bleibt auf der Gitterseer Straße auch nach der Sanierung die Tempo-30-Zone. Die Ludwig-Richter-Straße soll bergab zur Einbahnstraße werden - wegen der geringen Breite und der zu kleinen Radien im Kreuzungsbereich der Gitterseer Straße.

Schritt vier: Neue Gleise für die Windbergbahn

Auf halber Strecke wird die Gitterseer Straße von der Trasse der Windbergbahn gekreuzt. Sie gehört dem Verein Windbergbahn und soll erhalten bleiben. Denn nachdem dort viele Jahre kein Zug mehr gerollt ist, hat der Verein seit 2018 richtig Gas gegeben und die Strecke ab dem Bahnhof Gittersee Schritt für Schritt erneuert. Bis zur Leisnitz ist die Trasse bereits intakt.

Die Gleisanlage über die Gitterseer Straße wird vom Windbergbahn-Verein erneuert.
Die Gleisanlage über die Gitterseer Straße wird vom Windbergbahn-Verein erneuert. © Karl-Ludwig Oberthür

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Nun werden im Zuge des Straßenbaus die Schienen am Bahnübergang erneuert. Das übernimmt der Verein selbst, finanziell wie baulich. Aus dem Rathaus heißt es, man stimme sich gerade dazu ab.

Erst im Jahr 2023 wird die Gitterseer Straße vollständig saniert sein.

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